Ein möglicher Wechsel an der Spitze der BayWa AG rückt in den Vordergrund. Der Aufsichtsrat beriet am Montagabend ergebnisoffen über die zukünftige Zusammensetzung des Vorstands – nur neun Monate nach Amtsantritt von CEO Frank Hiller. Hintergrund sind wachsende Zweifel großer Anteilseigner an der strategischen Ausrichtung nach Abschluss der laufenden Sanierung. An der Börse steht der Titel unter Druck.

Aufsichtsrat prüft Zukunft von CEO Hiller

In einer Ad-hoc-Mitteilung teilte BayWa mit, der Aufsichtsrat habe zur „zukünftigen Entwicklung des Vorstands“ beraten. Das Ergebnis blieb zunächst offen, die Formulierung deutet jedoch auf eine grundsätzliche Diskussion über die Personalie Hiller hin.

Bereits am Vortag verlor die Aktie rund 5 Prozent. Die Unsicherheit über die Führung inmitten eines laufenden Restrukturierungsprozesses verstärkt den Druck auf den Kurs.

Großaktionäre unzufrieden mit Strategie

Nach Berichten der Wirtschaftspresse wächst die Kritik der beiden dominierenden Aktionärsgruppen:

  • bayerische Volks- und Raiffeisenbanken
  • österreichische Handels- und Kreditgenossen

Gemeinsam halten sie rund zwei Drittel des Grundkapitals. Hauptkritikpunkt ist die fehlende überzeugende Strategie für die Zeit nach Abschluss der Sanierung, die bis Ende 2028 geplant ist.

Im Raum steht die Frage, wie die deutlich verkleinerte BayWa künftig ausreichend Erträge erwirtschaften soll, um den Fortbestand langfristig zu sichern. Diese ungeklärte Perspektive belastet das Verhältnis zwischen Vorstand und Kernaktionären spürbar und bildet den Kern des aktuellen Konflikts.

Droht der dritte CEO-Wechsel in kurzer Zeit?

Ein erneuter Führungswechsel wäre bereits der dritte an der Unternehmensspitze in nur zwei Jahren. Nach dem Eklat um Ex-CEO Klaus Josef Lutz kam es im Oktober 2024 zur Ablösung von Marcus Pöllinger. Frank Hiller übernahm im März 2025 und führte das Unternehmen durch das StaRUG-Verfahren, das der strukturierten Entschuldung dient.

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Die Häufung von Wechseln im Top-Management unterstreicht die anhaltende Instabilität in der Führungsebene – ein Aspekt, der auch für den Kapitalmarkt schwer kalkulierbar ist.

Sanierung: Fortschritte, aber große Lücken

Operativ meldete BayWa im dritten Quartal 2025 eine Ergebnisverbesserung von 116 Millionen Euro gegenüber dem Sanierungsplan. Das zeigt, dass einzelne Maßnahmen greifen.

Die größte Baustelle bleibt jedoch der Schuldenabbau. Geplant sind bis 2028 Beteiligungsverkäufe im Umfang von 4 Milliarden Euro. Davon wurden bislang erst rund 700 Millionen Euro realisiert – ein deutlicher Abstand zum Zielpfad.

Wichtige Sanierungsschritte 2025

  • Januar 2025: Einleitung des StaRUG-Verfahrens nach Widerstand einzelner Gläubiger
  • Mai 2025: Genehmigung des Restrukturierungsplans mit Finanzierung bis Ende 2028
  • November 2025: Kapitalerhöhung über 179 Millionen Euro
  • Dezember 2025: Vereinbarung zum Verkauf der Agrartochter Cefetra für rund 125 Millionen Euro

Der Verkauf von Cefetra soll im ersten Quartal 2026 abgeschlossen werden. Laut Unternehmen soll dieser Schritt die Bankverbindlichkeiten um mehr als 600 Millionen Euro reduzieren und damit spürbar zur Entlastung der Bilanz beitragen.

Kursentwicklung spiegelt Nervosität wider

Die Aktie hat auf Jahressicht rund 70 Prozent an Wert verloren. In den vergangenen drei Monaten summieren sich die Verluste auf etwa 58 Prozent. Zwischenzeitliche Erholungen, wie ein Plus von 27 Prozent in der Vorwoche, zeigen eine hohe Volatilität.

Diese schwankende Kursentwicklung signalisiert die anhaltende Unsicherheit der Anleger über den Erfolg der Sanierung und die künftige strategische Ausrichtung.

Nächste Schritte und Termine

Aufsichtsratschef Gregor Scheller steht unter Zeitdruck, die Führungsfrage zu klären. Das Unternehmen kündigte an, über den Fortgang der Beratungen „gemäß den gesetzlichen Anforderungen“ zu informieren. Eine Entscheidung wird in den kommenden Tagen erwartet, was für die weitere Wahrnehmung des Sanierungsprozesses am Markt entscheidend sein dürfte.

Wichtige anstehende Termine im Überblick:

  • Q4 2025-Ergebnisse: voraussichtlich 25. März 2026
  • Closing Cefetra-Verkauf: im ersten Quartal 2026 erwartet
  • Hauptversammlung 2026: Termin noch offen

Damit rücken die personelle Entscheidung im Vorstand und die Umsetzung der geplanten Desinvestitionen als zentrale Faktoren in den Fokus, die den weiteren Kursverlauf maßgeblich prägen dürften.

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