Die BayWa-Krise erreicht eine neue Dimension: Staatsanwälte durchsuchen die Privaträume des langjährigen Ex-Chefs Klaus Josef Lutz wegen Untreueverdachts. Parallel verlässt bereits der dritte CEO in kurzer Zeit das krisengeschüttelte Unternehmen – ohne Nachfolger. Der Münchner Agrarkonzern kämpft gleichzeitig gegen Ermittlungen, Führungschaos und eine Schuldenlast in Milliardenhöhe.

Die Fakten auf einen Blick:
- Staatsanwaltschaft durchsucht Privaträume von Ex-CEO Lutz
- Vorwurf: Untreue bei Darstellung der Finanzlage im Geschäftsbericht 2023
- Dritter Vorstandschef in kurzer Zeit ausgeschieden
- Jahresfehlbetrag 2024: 1,6 Milliarden Euro
- Schuldenlast auf dem Höhepunkt: 5,5 Milliarden Euro

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Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Untreue

Am 14. Januar rückten Ermittler der Staatsanwaltschaft München I bei Klaus Josef Lutz an. Der 67-jährige Jurist führte den Konzern von 2008 bis 2023 und prägte die aggressive Expansionsstrategie, die BayWa an den Rand der Insolvenz brachte.

Der konkrete Vorwurf: Lutz soll die Finanzierungs- und Liquiditätsrisiken im Geschäftsbericht 2023 falsch dargestellt haben. Die BaFin hatte bereits im November 2024 Anhaltspunkte für Verstöße gegen Rechnungslegungsvorschriften gefunden.

Zwei Tage nach der Durchsuchung trat Lutz als Präsident der IHK München und Oberbayern zurück. Ein Sprecher betonte, Lutz kooperiere vollumfänglich mit den Behörden.

Führungsvakuum verschärft die Lage

Am 9. Januar schied CEO Dr. Frank Hiller mit sofortiger Wirkung aus dem Vorstand aus. Sein Vertrag läuft formal noch bis 31. Juli 2026. Der Aufsichtsrat begründete den Schritt mit einer fehlenden Strategie für die Neuaufstellung des Konzerns.

Die Folge: Der Aufsichtsrat verteilte die Aufgaben des Vorstandsvorsitzenden auf die verbleibenden Vorstandsmitglieder. Mit Hiller verlässt bereits der dritte CEO in kurzer Zeit das Unternehmen – nach Marcus Pöllinger und Ex-Finanzchef Andreas Helber.

Sanierung mit harten Einschnitten

Die Zahlen zeigen die Schwere der Krise: Der schuldenfinanzierte Expansionskurs hat das Grundkapital komplett aufgezehrt. Aus dem ehemals 24-Milliarden-Euro-Konzern soll bis 2028 ein fokussiertes Unternehmen mit 10 Milliarden Euro Umsatz werden.

Der Konzern verkauft dafür Vermögenswerte: Im Dezember 2025 ging die niederländische Tochter Cefetra Group für 125 Millionen Euro weg. Eine Kapitalerhöhung im November brachte weitere 179 Millionen Euro. Die Erlöse fließen in den Schuldenabbau.

Das Ziel für 2028: 400 Millionen Euro operatives Ergebnis mit 8.000 Mitarbeitern an 400 Standorten. Trotz der Turbulenzen investieren einzelne Tochtergesellschaften weiter – die niederländische Abemec B.V. steckt 1,5 Millionen Euro in die Modernisierung ihres Standorts Hoogeloon. Die Restrukturierung läuft nach Unternehmensangaben planmäßig, doch strafrechtliche Ermittlungen und das Führungsvakuum belasten zusätzlich.

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