Starke Jahresziele erreicht, ein milliardenschwerer Glyphosat-Vergleich auf dem Weg — und trotzdem unter Druck. Die Bayer-Aktie notiert rund 22 Prozent unterhalb ihres Februar-Hochs von 49,17 Euro, während Anleger die widersprüchlichen Signale aus München abwägen.

Glyphosat-Komplex: Meilenstein mit Vorbehalt

Am 4. März erteilte ein US-Richter die vorläufige Genehmigung für einen Vergleich über 7,25 Milliarden Dollar. Das Abkommen soll Tausende Roundup-Klagen abdecken — laufende wie künftige, über einen Zeitraum von bis zu 21 Jahren. Rund 65.000 Klagen stehen noch aus.

Der Haken: CEO Bill Anderson hat klargestellt, dass die Teilnahmequote „sehr nah" an 100 Prozent liegen müsse. Bleibt die Beteiligung zu gering, kann Bayer den Vergleich kündigen. Parallel entscheidet der US Supreme Court am 27. April mündlich darüber, ob bundesrechtliche Regelungen einen Teil der Klagen grundsätzlich ausschließen — ein Urteil wird für Ende Juni erwartet. Je nach Ausgang könnte das den Vergleich stützen oder seine Wirkung erheblich einschränken.

Ausblick belastet mehr als die Zahlen selbst

Das Geschäftsjahr 2025 verlief solide: Der Konzernumsatz lag bei 45,6 Milliarden Euro, das EBITDA vor Sondereinflüssen bei 9,7 Milliarden Euro. JPMorgan bezeichnete die Ergebnisse als solide und hält am Overweight-Rating mit einem Kursziel von 50 Euro fest.

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Was den Markt stärker beschäftigt, ist der Ausblick für 2026. Bayer erwartet zwar einen stabilen Umsatz von 45 bis 47 Milliarden Euro, doch die Vergleichszahlungen im Glyphosat-Komplex werden den Free Cash Flow ins Negative drücken. Das bereinigte Ergebnis je Aktie soll mit 4,30 bis 4,80 Euro spürbar unter dem 2025er-Wert von 4,91 Euro liegen. Kein Wunder, dass der Kurs nach der Guidance-Präsentation nachgab.

Beim Agrargeschäft zeigt sich das Bild gemischt: Das Mais-Saatgut legte um 13,2 Prozent zu, während Sojabohnen- und Baumwollsaatgut nach dem Widerruf der Dicamba-Zulassung in den USA erheblich zurückfielen.

Restrukturierung als langfristige Wette

Mit dem Betriebsmodell „Dynamic Shared Ownership" peilt Bayer Einsparungen von 2 Milliarden Euro an. Die Dividende für 2025 soll auf der Hauptversammlung am 24. April mit 0,11 Euro je Aktie unverändert vorgeschlagen werden — ein symbolisches Signal der Kontinuität bei gleichzeitig hoher Nettoverschuldung von knapp 30 Milliarden Euro.

Der RSI liegt aktuell bei 19,6 — ein technisch überverkauftes Niveau, das auf kurzfristige Gegenbewegungen hindeuten kann, aber keine fundamentale Entlastung signalisiert. Das Supreme-Court-Urteil im Juni dürfte der nächste entscheidende Datenpunkt sein: Ein günstiges Ergebnis würde den Vergleich strukturell stärken, ein ungünstiges die Rechtsrisiken wieder in den Vordergrund rücken.

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