Bayer Aktie: Weichenstellung naht
Solide Jahreszahlen, ein milliardenschwerer Vergleichsdeal — und trotzdem ein enttäuschender Ausblick. Bayer steckt in einem Spannungsfeld, das die Aktie seit Wochen belastet.
Jahresergebnis 2025: Ziele erreicht, aber mit Wermutstropfen
Der Konzernumsatz für 2025 lag bei 45,6 Milliarden Euro, das EBITDA vor Sondereinflüssen sank um 4,5 Prozent auf 9,7 Milliarden Euro. Negative Währungseffekte von 1,7 Milliarden Euro zogen am Ergebnis. Unterm Strich stand ein Nettoverlust von 3,6 Milliarden Euro — maßgeblich verursacht durch hohe Sonderaufwendungen für laufende Rechtsstreitigkeiten.
Im Agrargeschäft zeigte sich ein gemischtes Bild: Das Corn-Segment legte währungsbereinigt um 13,2 Prozent zu, getragen von starker Produktperformance und der Beilegung eines Lizenzstreits. Das Soja- und Baumwollsaatgut-Geschäft brach hingegen ein, nachdem die Dicamba-Zulassung in den USA widerrufen wurde.
Für 2026 erwartet Bayer ein EBITDA zwischen 9,1 und 9,6 Milliarden Euro — das obere Ende liegt unter der mittleren Analystenschätzung. Noch drückender wirkt der erwartete negative Free Cash Flow von minus 1,5 bis minus 2,5 Milliarden Euro, in den rund 5 Milliarden Euro an Rechtskosten eingepreist sind. Die Nettoverschuldung dürfte dadurch bis Jahresende wieder auf 32 bis 33 Milliarden Euro klettern. Kein Wunder, dass der Markt am Tag der Ergebnisveröffentlichung zunächst mit einem Kursrückgang von bis zu 7,7 Prozent reagierte.
Glyphosat: Vorläufige Genehmigung, aber hohe Hürden
Ein US-Richter erteilte dem 7,25-Milliarden-Dollar-Vergleichsvorschlag eine vorläufige Genehmigung. Mit dem Rahmenwerk will Bayer rund 65.000 Klagen rund um das Herbizid Roundup beilegen — und künftige Schadensersatzforderungen für bis zu 21 Jahre deckeln.
Der Haken: CEO Bill Anderson hat unmissverständlich klargemacht, dass die Akzeptanzrate „sehr nahe" an 100 Prozent liegen muss, damit das Konstrukt funktioniert. Anwälte von 14 Kanzleien, die rund 20.000 potenzielle Vergleichsmitglieder vertreten, kritisieren die vorgesehene Haftungsfreistellung als zu weitreichend. Ob die nötige Beteiligungsquote erreicht wird, ist offen.
Supreme Court im April als Schlüsselereignis
Parallel läuft ein separates Verfahren vor dem US Supreme Court. Am 27. April beginnen die mündlichen Verhandlungen darüber, ob Klagen wegen fehlender Warnhinweise auf Roundup durch Bundesrecht ausgeschlossen werden können. Ein Urteil erwartet Bayer für die zweite Junihälfte.
Ein Erfolg vor dem Supreme Court könnte einen erheblichen Teil der ausstehenden Klagen hinfällig machen und den Vergleich deutlich entlasten. Ein gegenteiliges Urteil würde das Rechtsrisiko hingegen weiter offen halten — und die 7,25 Milliarden Dollar könnten nicht ausreichen.
Die Aktie notiert aktuell rund 20 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch vom Februar. Das zweite Quartal 2026 bringt mit dem Supreme-Court-Urteil Ende Juni und der angestrebten finalen Vergleichsgenehmigung im Juli zwei Entscheidungen, die den weiteren Kurs der Aktie maßgeblich bestimmen dürften.
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