Bayer Aktie: Glyphosat-Vergleich nimmt Form an
Bayer hat Anfang März gleich zwei bedeutende Meldungen veröffentlicht: Die Jahresziele für 2025 wurden erreicht, und ein US-Richter erteilte die vorläufige Genehmigung für einen 7,25 Milliarden Dollar schweren Glyphosat-Vergleich. Doch der Weg zur endgültigen Beilegung des jahrelangen Rechtsstreits ist noch weit.
Zahlen 2025: Ziele erreicht, Ausblick belastet
Die Jahreszahlen für 2025 zeigen ein gemischtes Bild. Der Konzernumsatz stieg währungsbereinigt leicht auf 45,6 Milliarden Euro, das EBITDA vor Sonderposten lag mit 9,7 Milliarden Euro jedoch 4,5 Prozent unter dem Vorjahr. Hohe Sonderbelastungen aus laufenden Rechtsstreitigkeiten drückten das Ergebnis tief ins Minus: Unter dem Strich steht ein Nettoverlust von 3,6 Milliarden Euro.
Für 2026 erwartet Bayer auf währungsbereinigter Basis stabile Umsätze und ein EBITDA vor Sonderposten zwischen 9,1 und 9,6 Milliarden Euro. Besonders ins Gewicht fällt der prognostizierte negative Free Cash Flow von bis zu minus 2,5 Milliarden Euro – eingepreist sind darin rund 5 Milliarden Euro an Auszahlungen für Rechtsstreitigkeiten. Die Nettoverschuldung dürfte dadurch bis Jahresende wieder auf 32 bis 33 Milliarden Euro ansteigen.
Glyphosat: Vorläufige Einigung, offene Fragen
Der Vergleichsvorschlag sieht vor, aktuelle und künftige Klagen rund um das Herbizid Roundup über eine Laufzeit von bis zu 21 Jahren abzudecken. Rund 65.000 Klagen stehen noch aus, deren Kläger Krebserkrankungen durch Glyphosat-Exposition geltend machen. Um die Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten aufzustocken, erhöhte Bayer diese um vier Milliarden Euro auf nun 11,8 Milliarden Euro.
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Ob der Vergleich trägt, hängt von der Beteiligungsquote ab. CEO Bill Anderson hat klargestellt, dass diese „sehr nahe" an 100 Prozent liegen muss. Anwälte von 14 Kanzleien, die rund 20.000 potenzielle Mitglieder vertreten, kritisieren die geplante Haftungsfreistellung als zu weitreichend. Die endgültige Gerichtsentscheidung ist für Juli 2026 angesetzt.
Supreme Court als entscheidender Faktor
Parallel läuft ein weiteres Verfahren, das die juristische Lage grundlegend verändern könnte. Am 27. April verhandelt der US Supreme Court über die Frage, ob Klagen wegen fehlender Warnhinweise auf Roundup durch Bundesrecht ausgeschlossen werden können. Eine Entscheidung wird für die zweite Junihälfte erwartet.
Fällt das Urteil zugunsten von Bayer aus, würde einem wesentlichen Teil der verbleibenden Klagen die rechtliche Grundlage entzogen. Ein negatives Urteil hingegen würde den Druck auf den Konzern weiter erhöhen – und den laufenden Vergleich allein als unzureichende Absicherung erscheinen lassen.
Operativ gibt es unterdessen auch positive Signale: Das Maissaatgut-Geschäft legte im Agrarbereich um 13,2 Prozent zu, und die angestrebten Kosteneinsparungen von zwei Milliarden Euro durch das neue Betriebsmodell sollen planmäßig realisiert werden. Die Bayer-Aktie notiert aktuell rund 20 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch – die Entwicklung im April und Juli dürfte darüber entscheiden, ob sich der Abstand verringert.
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