Nach einer beeindruckenden Kursverdopplung innerhalb eines Jahres richtet sich der Blick der Anleger jetzt nach San Francisco. Der Leverkusener Konzern steht kurz vor einem entscheidenden Auftritt auf der J.P. Morgan Healthcare Conference, der wichtigsten Investorenkonferenz der Gesundheitsbranche. Kann Pharma-Chef Stefan Oelrich das Momentum aufrechterhalten und die Zweifel an der langfristigen Pipeline endgültig zerstreuen, oder droht nach der jüngsten Korrektur Ernüchterung?

Hier liegen die Schwerpunkte der kommenden Tage:

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  • Strategie-Update: Präsentation der Wachstumspläne durch Stefan Oelrich am 13. Januar.
  • Pipeline-Fokus: Neue Daten zu Onkologie, Kardiologie sowie Zell- und Gentherapien.
  • Marktreaktion: Test für das Vertrauen der Investoren nach dem starken Lauf.

Turnaround nimmt Formen an

CEO Bill Anderson treibt den Konzernumbau aggressiv voran. Die radikale Verschlankung der Strukturen, bekannt unter dem Namen "Dynamic Shared Ownership", zeigt erste finanzielle Erfolge. Bis Ende 2025 wurden rund 13.500 Stellen abgebaut, was die Belegschaft auf unter 90.000 drückte. Ziel ist es, ab 2026 jährlich 2,3 Milliarden Euro einzusparen.

Diese Effizienzmaßnahmen spiegeln sich bereits in der Bilanz wider. Ein operativer Gewinnanstieg (EBITDA) von knapp 21 Prozent im dritten Quartal untermauert die operative Wende. An der Börse wird dieser Kurs honoriert: Mit einem Plus von über 92 Prozent auf Sicht von zwölf Monaten gehört das Papier zu den Top-Performern, auch wenn der Kurs zuletzt vom 52-Wochen-Hoch bei 42,22 Euro auf aktuell 37,93 Euro zurücksetzte.

Pharma als Wachstumsmotor

Während die Agrarsparte weiterhin mit regulatorischem Gegenwind kämpft, liefert das Pharmageschäft verlässliche Zahlen. Insbesondere die neuen Blockbuster treiben den Umsatz:

  • Nubeqa: Das Krebsmedikament legte um 50 Prozent zu.
  • Kerendia: Ein Umsatzsprung von 67 Prozent bestätigt die hohe Nachfrage bei Nierenerkrankungen.

Zusätzliche Fantasie bringt die FDA-Zulassungserweiterung für Kerendia bei Herzinsuffizienz sowie der bevorstehende Marktstart von Lynkuet gegen Wechseljahresbeschwerden. Diese Erfolge sind essenziell, um die Patentabläufe älterer Medikamente zu kompensieren.

Die Altlasten bleiben bestehen

Trotz der operativen Fortschritte schwebt das Damoklesschwert der Monsanto-Übernahme weiterhin über dem Unternehmen. Die Rückstellungen für Glyphosat-Prozesse belaufen sich auf 7,6 Milliarden US-Dollar. Zwar konnte Bayer durch Vergleiche tausende Fälle beilegen, doch Urteile wie jenes in Missouri über 611 Millionen Dollar zeigen die Unberechenbarkeit der US-Gerichte.

Auch die Verschuldung bleibt ein Thema, wenngleich hier Fortschritte erzielt wurden. Die Nettofinanzschulden sanken um 6,6 Prozent auf 32,7 Milliarden Euro. Die Ratingagentur S&P Global mahnt dennoch zur Vorsicht und behält den Ausblick aufgrund der Prozessrisiken auf "negativ".

Analysten uneins über weiteres Potenzial

Die Bewertung der Aktie spaltet die Expertenlager. Die Kursziele variieren massiv zwischen 23 und 50 Euro, was die hohe Unsicherheit bezüglich der Rechtsrisiken widerspiegelt. Technisch gesehen ist die Aktie nach der jüngsten Korrektur mit einem RSI von 19,6 stark überverkauft, was kurzfristig spekulative Käufer anlocken könnte. Der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt von knapp 36 Prozent deutet jedoch darauf hin, dass die langfristige Aufwärtsbewegung intakt ist.

Entscheidend für die weitere Kursentwicklung wird der 13. Januar sein. Liefert Stefan Oelrich überzeugende Argumente für das künftige Wachstum der Pharmasparte, könnte dies den nötigen Impuls geben, um die Marke von 40 Euro erneut anzugreifen. Bleiben die Nachrichten vage, dürften die Rechtsrisiken wieder stärker in den Fokus rücken.

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