Bayer-Aktionäre atmen auf. Der US Supreme Court hat am späten Freitag eine entscheidende Weichenstellung vorgenommen und der Überprüfung im Glyphosat-Komplex zugestimmt. Während der Aktienkurs zum Wochenausklang noch leicht nachgab, richtet sich der Blick nun auf eine fundamentale Entscheidung im Sommer, die das Haftungsrisiko des Konzerns neu definieren könnte. Flankiert wird die juristische Hoffnung von operativen Fortschritten in der Pharmasparte.

  • Entscheidung: US Supreme Court nimmt Berufung im Fall Monsanto v. Durnell an
  • Zeitplan: Grundsatzurteil wird bereits für Juni 2026 erwartet
  • Pharma: EU-Kommission erweitert Zulassung für Augenmedikament Eylea
  • Kurs: Aktie notiert mit 41,52 Euro in Schlagdistanz zum 52-Wochen-Hoch

Der Weg nach Washington

Die wichtigste Nachricht für die langfristige Entwicklung des Leverkusener Konzerns erreichte die Märkte erst zum Ausklang der letzten Handelswoche. Der Oberste Gerichtshof der USA hat die Berufung von Bayer im Fall Monsanto Co. v. Durnell offiziell zur Entscheidung angenommen ("Certiorari granted"). Damit rückt die zentrale Rechtsfrage der "Federal Preemption" in den Fokus der höchsten US-Richter.

Bayer argumentiert, dass bundesstaatliche Schadenersatzklagen wegen angeblich fehlender Warnhinweise unzulässig sind, wenn die zuständige US-Bundesbehörde EPA solche Warnhinweise auf Glyphosat-Produkten explizit untersagt hat. Sollten die Richter dieser Argumentation folgen, hätte dies Signalwirkung für Tausende anhängige Klagen und könnte das massive Rechtsrisiko, das die Aktie seit Jahren belastet, drastisch reduzieren. Ein finales Urteil wird nun bis zum Ende der Sitzungsperiode im Juni 2026 erwartet.

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Operativer Rückenwind aus Brüssel

Neben der juristischen Front verzeichnet Bayer auch operative Erfolge. Die Europäische Kommission hat die Zulassung für die hochdosierte 8-mg-Variante des Augenmedikaments Eylea erweitert. Das Mittel darf nun auch zur Behandlung des Makulaödems infolge eines retinalen Venenverschlusses (RVO) eingesetzt werden.

Dieser Schritt stärkt Bayers Position im Wettbewerb mit Konkurrenzprodukten wie Roches Vabysmo. Der klinische Vorteil der 8-mg-Variante liegt in den verlängerten Behandlungsintervallen, wodurch Patienten deutlich seltener Injektionen benötigen. Dies ist entscheidend, um Marktanteile in diesem wichtigen Segment zu sichern.

Charttechnik und Marktreaktion

Die Aktie ging am Freitag mit einem leichten Minus von 1,38 Prozent bei 41,52 Euro aus dem Handel. Dieser Rücksetzer dürfte jedoch primär Gewinnmitnahmen geschuldet sein, nachdem das Papier auf 12-Monats-Sicht bereits um über 100 Prozent zulegen konnte. Technisch bleibt das Bild konstruktiv: Der Kurs notiert weit oberhalb des 200-Tage-Durchschnitts (28,89 Euro) und nur knapp unter dem 52-Wochen-Hoch von 42,22 Euro.

Für den Handelsstart am Montag wird entscheidend sein, ob die Bullen den Widerstand im Bereich von 42,30 Euro überwinden können. Gelingt der Ausbruch, wäre der Weg charttechnisch frei für eine Fortsetzung der Rally. Investoren werden genau beobachten, wie der Markt die nun bestätigte Anhörung vor dem Supreme Court in die Bewertung einpreist.

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