BASF Aktie: Rückkauf und Regulierung
BASF startet mit einem klaren Signal ins Börsenjahr 2026: Der Konzern setzt sein laufendes Aktienrückkaufprogramm ohne Pause fort und stärkt zugleich seinen Einfluss auf die europäische Chemiepolitik. Im Hintergrund bleibt jedoch die indische Tochter mit einer schwächeren Ertragsdynamik ein Belastungsfaktor. Wie stimmig ist dieses Gesamtbild?
Rückkaufprogramm läuft konsequent weiter
Auch in der verkürzten Handelswoche über den Jahreswechsel hat BASF das Rückkaufprogramm weiter bedient. Zwischen dem 29. Dezember 2025 und dem 2. Januar 2026 wurden insgesamt 623.442 eigene Aktien erworben. Die Käufe erfolgten über mehrere Handelsplätze (XETA, TQEX, CEUX, AQEU), die volumengewichteten Durchschnittskurse lagen eng beieinander zwischen 44,19 und 44,53 Euro.
Mit der nun neunten Zwischenmeldung summiert sich das seit dem Programmstart am 3. November 2025 zurückgekaufte Volumen auf 8.650.389 Aktien. Damit bestätigt das Management die bereits Ende 2024 angekündigte Linie, überschüssige Liquidität gezielt aktionärsorientiert einzusetzen.
Aktuell spiegelt sich diese Unterstützung im Kursbild wider:
- Aktueller Kurs: 43,88 Euro (Heute -2,01 %, Schlusskurs Freitag: 44,78 Euro)
- Abstand zum 52‑Wochen-Hoch bei 53,98 Euro (06.03.2025): rund -18,7 %
Der Titel notiert damit deutlich unter dem Hoch des letzten Jahres, hält sich aber in der Nähe der gleitenden Durchschnitte (200-Tage-Durchschnitt: 43,65 Euro). Das Rückkaufprogramm wirkt hier als technischer Stabilisator.
Mehr Einfluss in Brüssel
Parallel zur Kapitalmaßnahme gibt es einen personellen Schritt mit politischer Reichweite: Seit dem 1. Januar 2026 ist BASF-Chef Dr. Markus Kamieth Präsident des europäischen Chemieverbands Cefic. Er folgt auf Dr. Ilham Kadri (Syensqo) und übernimmt zusätzlich den Vorsitz im International Council of Chemical Associations (ICCA).
Diese Doppelfunktion verankert den Konzern an zentraler Stelle der Branchenvertretung, insbesondere in Brüssel. Angesichts der laufenden Diskussionen um den Folgeprozess der „Antwerp Declaration“ und die Ausrichtung der EU-Industriepolitik ist diese Rolle strategisch bedeutsam. Für einen energie- und regulierungsintensiven Chemiekonzern ist der Zugang zu den politischen Entscheidungsprozessen ein wichtiger Hebel für Planungssicherheit und Standortbedingungen.
BASF India: Wachstum ohne Ertrag
Während die Mutter ihre Aktienbasis reduziert, bleibt die Lage bei BASF India angespannt. Die Aktie der indischen Tochter notiert heute bei rund 3.956 INR. Die operative Entwicklung zeigt eine auffällige Diskrepanz zwischen Umsatz- und Ergebnisentwicklung.
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Im Q3 des Geschäftsjahres 2024/25 (bis 31. Dezember 2024) meldete BASF India:
- Umsatzwachstum: +13 % gegenüber dem Vorjahresquartal
- Gewinnrückgang (Profit Before Tax): -26,1 % im Jahresvergleich
Damit setzt sich das Bild eines „Profitless Growth“ fort: Die Gesellschaft steigert zwar die Erlöse, kann diese aber nicht in entsprechend höhere Gewinne ummünzen. Haupttreiber sind signifikant gestiegene Inputkosten, die die Margen belasten. Für das laufende Geschäftsjahr 2025/26 nährt dieser Trend die Sorge, dass reines Volumenwachstum in asiatischen Märkten derzeit nicht ausreicht, um die Profitabilität nachhaltig zu sichern.
Rohstoffumfeld und Margenperspektive
Auf Konzernebene wirkt das Rohstoffumfeld aktuell leicht entlastend. Die für BASF wichtige Referenzsorte Brent notiert heute stabil bei 61,44 US-Dollar je Barrel (+1,14 %). Im Vergleich zu den Hochphasen der vergangenen Jahre ist dieses Niveau für einen energieintensiven Industriekonzern eher konstruktiv.
Für die europäischen Standorte verbessert sich damit grundsätzlich die Ausgangslage für die Margenentwicklung. Die Kombination aus:
- moderatem Ölpreis
- laufenden Effizienzmaßnahmen
- und dem strukturierten Aktienrückkauf
bildet einen Rahmen, in dem die Gruppe ihre Profitabilität stabilisieren kann – vorausgesetzt, die Schwächen im Asiengeschäft lassen sich mittelfristig eindämmen.
Fazit: Solider Rahmen, offene Detailfragen
BASF startet 2026 mit drei klaren Akzenten: Ein konsequent durchgezogenes Aktienrückkaufprogramm, gestärkte regulatorische Einflussmöglichkeiten durch die neue Cefic- und ICCA-Spitze sowie ein grundsätzlich freundliches Rohstoffumfeld. Dem gegenüber steht die anhaltende Margenschwäche der indischen Tochter, die zeigt, dass Wachstum in wichtigen Schwellenländern derzeit nicht automatisch in Ertragsstärke mündet.
Kurzfristig sorgt der Rückkauf für Unterstützung um die 44‑Euro-Marke, während der Abstand von knapp 19 % zum 52‑Wochen-Hoch das Erholungspotenzial begrenzt. Entscheidend wird in den kommenden Quartalsberichten sein, ob es BASF gelingt, die Kosten- und Margenstruktur insbesondere in Asien spürbar zu verbessern und damit den politisch und kapitalmarktseitig gesetzten Rahmen operativ zu untermauern.
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