BASF liefert kurz vor dem offiziellen Geschäftsbericht 2025 einen Zahlen-Mix, der Anlegern wenig Wachstum, aber viel Liquidität zeigt. Operativ bleibt der Chemiekonzern klar hinter den eigenen Zielen zurück, gleichzeitig überrascht der Free Cashflow deutlich nach oben. Wie ordnet der Markt diese Kombination aus schwachem Geschäft und starkem Kassenfluss ein?

Was die vorläufigen Zahlen zeigen

BASF hat seine Ziele für 2025 beim operativen Ergebnis verfehlt. Das bereinigte EBITDA lag bei 6,6 Milliarden Euro und damit unter der eigenen Zielspanne von 6,7 bis 7,1 Milliarden Euro. Auch der Analystenkonsens von rund 6,7 Milliarden Euro wurde knapp unterschritten.

Der Umsatz ging im Jahresvergleich um etwa 3 % auf 59,7 Milliarden Euro zurück. Belastend wirkten vor allem:

  • Anhaltender Margendruck in wichtigen Segmenten
  • Schwache industrielle Nachfrage
  • Negative Währungseffekte

Besonders deutlich zeigt sich der Gegenwind im EBIT: Restrukturierungskosten drückten das Ergebnis vor Zinsen und Steuern auf voraussichtlich 1,6 Milliarden Euro. Damit bleibt BASF klar unter den zuvor erwarteten 2,2 Milliarden Euro und auch unter dem bereinigten Vorjahreswert von 1,8 Milliarden Euro. Das Management verweist auf eine schnellere Umsetzung der Sparprogramme als Hauptgrund für diese Sonderbelastungen.

Free Cashflow als positiver Gegenpol

Für eine spürbar bessere Stimmung sorgt der Free Cashflow. Hier übertrifft BASF die Markterwartungen deutlich: Mit 1,3 Milliarden Euro fällt der Wert mehr als doppelt so hoch aus wie der Konsens von 0,6 Milliarden Euro.

Auch der Nettogewinn liegt mit 1,6 Milliarden Euro über den Prognosen. Allerdings stammt dieser Überhang vor allem aus Buchgewinnen und Beteiligungsergebnissen, insbesondere von Wintershall Dea. Das operative Chemiegeschäft selbst bleibt schwach.

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Dennoch sendet der hohe Free Cashflow ein wichtiges Signal: Trotz schwierigem Umfeld kann der Konzern substanzielle Liquidität generieren. Das stützt die Erwartung einer stabilen Dividendenpolitik, auch wenn das operative Ergebnis unter Druck steht.

Branchenumfeld und Umbau

Die Zahlen bestätigen das angespannte Umfeld in der europäischen Chemieindustrie. BASF kämpft gleichzeitig mit:

  • Hoher Kostenbasis in Deutschland, insbesondere bei Energie
  • Schwacher Nachfrage aus wichtigen Industriekunden
  • Währungseinflüssen, die die Profitabilität zusätzlich belasten

Dass die EBITDA-Guidance verfehlt wird, wiegt besonders schwer, weil das Management seine Ziele erst im Herbst angepasst hatte. Auf der anderen Seite zeigt die beschleunigte Restrukturierung, dass der Umbau des Konzerns unter der neuen Führung konsequenter vorangetrieben wird. Ziel ist es, die Kostenbasis an dauerhaft höhere Energiepreise und das veränderte Marktumfeld anzupassen.

Reaktion am Markt und technische Lage

Am Freitag ging die Aktie mit 46,10 Euro und einem leichten Minus von 0,90 % aus dem Handel. Auf Sicht von sieben Tagen liegt sie dennoch im Plus, während sie auf 30-Tage-Basis rund 11 % verloren hat – ein Zeichen für die zuletzt zunehmende Zurückhaltung der Anleger. Vom 52‑Wochen-Hoch bei 53,98 Euro ist der Titel aktuell gut 14 % entfernt.

Gleichzeitig notiert die Aktie noch über ihren mittelfristigen Durchschnitten: Der Kurs liegt etwa 5 % über dem 200‑Tage-Durchschnitt von 43,80 Euro. Technisch bleibt damit eine gewisse Stabilität vorhanden, auch wenn die Dynamik nach oben deutlich nachgelassen hat. Für die neue Woche gilt die Zone um 45 Euro als wichtiger Bereich, an dem sich zeigen dürfte, ob der Markt die Cashflow-Überraschung höher gewichtet als die operative Schwäche.

Analystenreaktionen und Ausblick

Die ersten Einschätzungen großer Häuser fallen nüchtern aus. Die UBS bleibt bei einem neutralen Votum und einem Kursziel von 48 Euro. JPMorgan bestätigt seine Einstufung „Underweight“ mit einem Ziel von 40 Euro und verweist vor allem auf Risiken bei der Profitabilität.

Wichtige Eckpunkte für die nächsten Wochen sind:

    1. Februar 2026: Veröffentlichung des vollständigen Geschäftsberichts 2025
  • Konkretisierung des Ausblicks für 2026, insbesondere zur Entwicklung der Restrukturierungskosten
  • Aussage zur Dividendenpolitik vor dem Hintergrund des starken Free Cashflows

Im Fokus steht nun, ob BASF den Umbau so fortsetzen kann, dass sich die aktuell hohen Einmalbelastungen in den kommenden Jahren in einer nachhaltig besseren Kostenstruktur und stabileren Margen niederschlagen. Gelingt dies und bleibt der Free Cashflow auf einem vergleichbaren Niveau, hätte der Konzern eine solide Basis, um Dividende und Bilanzqualität gleichzeitig zu sichern.

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