BASF Aktie: Gemischte Bilanz
BASF startet mit einem Dämpfer ins neue Jahr: Die vorläufigen Zahlen für 2025 zeigen solide Umsätze und einen klar besseren Free Cashflow, gleichzeitig aber ein knapp verfehltes Gewinnziel. Das sorgt für Zurückhaltung bei Analysten und Anlegern. Wie ernst ist diese „Ernüchterung zum Jahresstart“ wirklich?
Zahlen mit zwei Gesichtern
Der Chemiekonzern hat am Donnerstagabend vorläufige Geschäftszahlen für 2025 vorgelegt. Beim Umsatz liefert BASF ab, beim operativen Ergebnis bleibt ein kleiner Makel.
Wesentliche Eckpunkte:
- Umsatz 2025: rund 59,7 Milliarden Euro, im Rahmen der Analystenerwartungen
- Belastungen: negative Währungseffekte, leicht sinkende Verkaufspreise
- Positive Seite: leicht steigende Absatzmengen
- EBITDA vor Sondereinflüssen: 6,6 Milliarden Euro
- Analystenkonsens: 6,7 Milliarden Euro
- Unternehmensprognose: 6,7 bis 7,1 Milliarden Euro (verfehlt)
- Hauptgründe für den Ergebnisrückgang: niedrigere Margen und Währungseffekte
Entscheidend ist die leichte Verfehlung beim EBITDA vor Sondereinflüssen. BASF hatte selbst ein Ergebnis am unteren Ende der Spanne von 6,7 bis 7,1 Milliarden Euro in Aussicht gestellt, blieb nun aber knapp darunter. Inhaltlich ist das kein Einbruch, sendet aber ein schwächeres Signal, gerade weil der Konzern seine eigene Zielgröße nicht erreicht.
Deutlich positiver fällt der Free Cashflow aus: Mit 1,3 Milliarden Euro liegt er weit über den Analystenschätzungen von 0,6 Milliarden Euro und klar über der eigenen Prognose von 0,4 bis 0,8 Milliarden Euro. Operativ mag die Marge unter Druck stehen, der Mittelzufluss zeigt dagegen, dass BASF beim Cash-Management und Working Capital spürbar besser abgeschnitten hat als erwartet.
Am Markt überwogen dennoch die kritischen Stimmen. Die Aktie gab am Freitag zeitweise um rund 1,6 % nach und schloss bei 46,10 Euro. Auf Sicht von sieben Tagen ergibt sich dennoch ein Plus von 4,61 %, während der Titel in den vergangenen 30 Tagen rund 11 % verloren hat. Damit notiert die Aktie etwa 14,6 % unter ihrem 52‑Wochen-Hoch von 53,98 Euro, aber rund 16 % über dem Jahrestief von 39,76 Euro – technisch gesehen bewegt sich der Kurs damit eher im Mittelfeld der jüngsten Handelsspanne.
Der aktuelle Kurs liegt mit gut 5 % über dem 200‑Tage-Durchschnitt (43,81 Euro). Ein RSI von 42,3 signalisiert dabei weder Überkauft- noch Überverkauft-Zonen. Trotz der Rücksetzer wirkt der Titel charttechnisch nicht überdreht, aber die Volatilität bleibt hoch: Die annualisierte 30‑Tage-Schwankungsbreite von knapp 74 % unterstreicht, wie nervös der Markt derzeit auf Nachrichten aus der Branche reagiert.
Analysten zwischen Enttäuschung und Abwarten
Die Reaktionen von Analystenseite fielen prompt und spiegeln das ambivalente Bild der Kennziffern wider.
Die DZ Bank zog die direkteste Konsequenz: Die Einstufung wurde von „Kaufen“ auf „Halten“ zurückgenommen, der faire Wert gesenkt. Analyst Peter Spengler sprach explizit von einer „Ernüchterung zum Jahresstart“ und betonte, BASF habe erneut enttäuscht. Der Fokus liegt klar auf der verfehlten EBITDA-Spanne und der Tatsache, dass der Konzern in einem ohnehin schwierigen Umfeld nicht positiv überraschen konnte.
JPMorgan bleibt bei „Underweight“ und sieht zusätzlichen Druck auf die Konsensschätzungen zukommen. Analyst Chetan Udeshi verweist darauf, dass das schwache vierte Quartal kein gutes Signal für die gesamte Chemiebranche sei. In Kombination mit strukturellem und zyklischem Gegenwind – von hohen Energiekosten bis hin zu schwacher Industrienachfrage – erscheine die Bewertung anfällig.
Andere Häuser klingen etwas nüchterner, aber nicht wesentlich optimistischer:
- Barclays spricht von „gemischten“ Zahlen
- UBS sieht das EBITDA „leicht unter“ der avisierten Zielspanne
Damit ordnen sie die Veröffentlichung als leichte Enttäuschung ein, ohne den Konzern grundsätzlich infrage zu stellen. Im Hintergrund steht ein Sektor, den der Branchenverband VCI selbst mit der Formulierung „Alarmstufe Rot“ beschreibt: hohe Energiepreise, schwache Nachfrage, ein schwieriges globales Wettbewerbsumfeld. Vor diesem Hintergrund wiegt die nicht erreichte EBITDA-Prognose schwerer, als die bloße Differenz von 0,1 Milliarden Euro zunächst vermuten lässt.
Ausblick: 27. Februar als Wegmarke
Nach den vorläufigen Zahlen richtet sich der Blick nun klar auf den 27. Februar 2026. Dann will BASF den vollständigen Geschäftsbericht vorlegen und einen Ausblick auf das laufende Jahr geben.
Im Fokus stehen dabei vor allem drei Punkte:
- Neue Prognose für 2026: Welche Bandbreiten nennt der Vorstand für Umsatz, Ergebnis und Free Cashflow – und wie vorsichtig fällt die Guidance vor dem Hintergrund des schwachen Q4 aus?
- Nachfrage und Margen: Wie bewertet das Management die weitere Entwicklung in den wichtigsten Endmärkten und in Europa mit seinen hohen Energiekosten?
- Sparprogramm: Der laufende Effizienzplan soll bis Ende 2026 die jährlichen Kosten um 2,1 Milliarden Euro senken. Konkrete Fortschrittsberichte und zusätzliche Maßnahmen dürften entscheidend dafür sein, ob Anleger dem Ergebnisprofil wieder mehr Vertrauen schenken.
Aus heutiger Sicht bleibt das Bild zwiespältig: Operativ verfehlt BASF die eigenen Gewinnziele leicht und steht in einem strukturell schwierigen Umfeld, zugleich liefern Free Cashflow und Kostensenkungsprogramm positive Ansatzpunkte. Ob aus der jetzigen „Ernüchterung“ ein klarer Belastungsfaktor oder nur ein temporärer Dämpfer wird, dürfte maßgeblich von den Detailaussagen und Zielwerten abhängen, die der Konzern am 27. Februar auf den Tisch legt.
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