ASML startet mit kräftigem Rückenwind ins neue Jahr. Nach einem Kursplus von rund 55 % im Jahr 2025 notiert die Aktie nahe 1.070 US-Dollar und hat sich deutlich von ihrem 52-Wochen-Tief bei 578,51 US-Dollar gelöst. Mehrere Analysten haben zuletzt ihre Kursziele angehoben und setzen auf anhaltende Nachfrage rund um KI-getriebene Investitionen in Halbleiterfertigung.

Analysten heben Kursziele an

In den vergangenen Wochen haben mehrere große Häuser ihre Einschätzung konkret nach oben angepasst:

  • Bank of America erhöhte das Kursziel von 1.092 auf 1.331 US-Dollar, Einstufung: Buy; ASML zählt dort zu 25 Favoriten für 2026
  • Citi hob das Kursziel von 1.050 auf 1.200 Euro an und nennt KI-bedingte Nachfrage als zentralen Treiber für den Sektor
  • Deutsche Bank steigerte ihr Kursziel von 1.000 auf 1.150 Euro bei einem Buy-Rating
  • Cantor Fitzgerald bestätigte Mitte Dezember eine Übergewichtungs-Einstufung
  • Mizuho stufte die Aktie von Neutral auf Outperform hoch

Im Konsens liegt die Empfehlung aktuell bei „Moderate Buy“ mit einem durchschnittlichen Kursziel von 1.171,83 US-Dollar.

Institutionelle Investoren mischen Positionen neu

Aktuelle Meldungen an die US-Börsenaufsicht zeigen eine gemischte Aktivität institutioneller Adressen.
Calamos Advisors LLC reduzierte im dritten Quartal 2025 seine Beteiligung um 25,8 % und verkaufte 3.213 Aktien. Der Bestand liegt nun bei 9.238 Aktien mit einem Wert von rund 8,943 Millionen US-Dollar.

Weitere Investoren wie HBK Sorce Advisory LLC und Wealth Quarterback LLC nahmen im selben Zeitraum kleinere Anpassungen ihrer Positionen vor. Insgesamt halten Hedgefonds und andere Institutionelle derzeit etwa 26 % der ausstehenden Aktien.

China schwächelt, Asien legt zu

Geschäftlich steht ASML zwischen Gegenwind in China und Rückenwind aus anderen Regionen.
Der China-Umsatz, der bis einschließlich drittes Quartal 2025 etwa 42 % der Gesamterlöse ausmachte, ging im Jahresvergleich um rund 23,6 % zurück, nachdem US-Exportbeschränkungen für fortgeschrittene Lithografieanlagen griffen. Das Management hat bereits vor einem „deutlichen“ Rückgang der China-Umsätze gegenüber den hohen Niveaus der Jahre 2024/2025 gewarnt.

Andere Märkte federn diese Entwicklung bislang deutlich ab:

  • Taiwan-Umsatz stieg um rund 175 % gegenüber dem Vorjahr
  • Südkorea legte um etwa 46 % zu
  • Japan wuchs um rund 50 %
  • Die USA kamen auf ein Plus von etwa 11 %

Damit verschiebt sich der regionale Schwerpunkt spürbar, während der übergeordnete Investitionszyklus in der Chipindustrie intakt bleibt.

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Kennzahlen und Bewertung im Fokus

Bewertungsseitig ist die Aktie anspruchsvoll, bleibt aber klar im Wachstumssegment verortet.
Aktuell wird ASML mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 37,5 auf Basis der vergangenen zwölf Monate und einer Marktkapitalisierung von etwa 420 Milliarden US-Dollar gehandelt.

Im dritten Quartal 2025 erzielte das Unternehmen einen Gewinn je Aktie (EPS) von 6,41 US-Dollar und übertraf damit den Konsens von 6,27 US-Dollar. Wichtige Kennzahlen unterstreichen die hohe Profitabilität:

  • Bruttomargenziel für 2025 bei rund 52 %
  • Free-Cashflow-Marge von etwa 27,7 %
  • Eigenkapitalrendite von 47,74 %
  • Verschuldungsgrad (Debt-to-Equity) von nur 0,14

Hinzu kommt eine annualisierte Dividende von rund 7,43 US-Dollar je Aktie, was einer Rendite von etwa 0,7 % entspricht.

Unsicherheit durch mögliche US-Zölle

Trotz der starken Ausgangsbasis bleibt der Ausblick für 2026 vorsichtig.
Bereits zu den Q2-Zahlen 2025 hatte das Management erklärt, man könne für 2026 kein Umsatzwachstum zusichern. Hintergrund ist die Unsicherheit über mögliche US-Zölle auf europäische Güter, die Großaufträge belasten könnten.

Ein potenzieller Zollsatz von 30 % würde den Preis einer High-End-EUV-Anlage von 250 auf 325 Millionen Euro erhöhen. Parallel dazu rechnen Branchenbeobachter für den Halbleiterausrüstungsmarkt 2026 mit einem Wachstum von etwa 11 %, nach geschätzten 16 % im Jahr 2025.

Da die ASML-Umsätze historisch eng mit den Investitionszyklen der Chipfertiger verknüpft sind, wäre das Unternehmen von einer Verzögerung oder Kürzung von Fab-Investitionen direkt betroffen.

Technisches Bild und nächster Termin

Charttechnisch zeigt die Aktie ein deutlich positives Bild. Der Kurs liegt mehr als 80 % über dem 52-Wochen-Tief, bleibt aber noch rund 6–7 % unter dem Rekordhoch von 1.141,72 US-Dollar, das Anfang Dezember 2025 markiert wurde.

Die 50-Tage-Linie verläuft bei 1.054,82 US-Dollar, die 200-Tage-Linie bei 904,37 US-Dollar – ein klar bullischer Trendaufbau.

Der nächste wichtige Impuls steht mit den Quartalszahlen am 28. Januar 2026 an. Dann wird sich zeigen, wie stark sich die AI-getriebene Investitionsnachfrage und die Zollunsicherheit konkret in Auftragseingang und Ausblick niederschlagen.

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