Die Chipindustrie erlebt den nächsten AI-Schub – und ASML steht mitten im Zentrum. Mit Rekordbestellungen im Schlussquartal 2025 übertrifft der Konzern die ohnehin hohen Erwartungen deutlich. Gleichzeitig stellt sich das Unternehmen organisatorisch neu auf und reagiert auf geopolitische Spannungen, insbesondere im China-Geschäft. Wie stabil ist dieser Wachstumskurs?

Rekord-Buchungen dank KI-Boom

Im vierten Quartal meldete ASML Aufträge im Volumen von 13,2 Milliarden Euro. Damit lagen die Buchungen fast doppelt so hoch wie die durchschnittlichen Analystenschätzungen von 6,85 Milliarden Euro. Haupttreiber ist die rasant steigende Nachfrage nach Hochleistungs-Chipfertigung für KI-Rechenzentren.

Mehr als die Hälfte der neuen Orders entfiel auf die modernsten EUV-Belichtungsanlagen, konkret 7,4 Milliarden Euro. Diese Maschinen sind entscheidend für die Produktion führender Logikchips, die in KI-Anwendungen und High-End-Servern eingesetzt werden.

Der Auftragsbestand kletterte damit auf 38,8 Milliarden Euro. Ein großer Teil dieser Bestellungen ist bereits für 2027 terminiert und verschafft ASML eine hohe Visibilität über künftige Umsätze.

Zentrale Punkte im Überblick:

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  • Rekord-Buchungen Q4: 13,2 Mrd. Euro, deutlich über Markterwartung
  • EUV-Nachfrage stark: 7,4 Mrd. Euro Bestellungen für High-End-Systeme
  • Auftragsbestand: 38,8 Mrd. Euro, mit Sicht bis weit in das Jahr 2027

Angehobener Ausblick und Kursentwicklung

Auf Basis des starken Auftragseingangs hat ASML seine Prognose für 2026 nach oben angepasst. Der Konzern erwartet nun einen Umsatz zwischen 34 und 39 Milliarden Euro. Am Mittelpunktswert entspricht das einem Plus von rund 12 Prozent gegenüber den bisherigen Konsensschätzungen.

Für das erste Quartal 2026 stellt das Management Erlöse von 8,2 bis 8,9 Milliarden Euro in Aussicht – ebenfalls über den Erwartungen der Analysten. Mehrere Banken reagierten darauf mit spürbar erhöhten Kurszielen.

An der Börse fiel die erste Reaktion zunächst euphorisch aus: Die Aktie erreichte ein neues Rekordhoch, bevor sie im weiteren Handelsverlauf im Umfeld vorsichtigerer Branchentendenzen wieder ins Minus drehte. Gestern schloss der Titel bei 1.194,60 Euro und liegt damit nur rund 2 Prozent unter dem 52‑Wochen-Hoch, während er sich seit dem Tief im April mehr als verdoppelt hat.

Wachstum mit Bremsspuren: Personal und China

Trotz der starken Nachfrage kündigt ASML einen Stellenabbau von etwa 1.700 Arbeitsplätzen an. CEO Christophe Fouquet begründet diesen Schritt mit der Notwendigkeit, die Organisation zu straffen und agiler zu machen. Der Konzern will seine Strukturen offenbar an eine Phase mit hoher, aber stärker fokussierter Nachfrage anpassen.

China spielte im vierten Quartal weiterhin eine wichtige Rolle und stand für 36 Prozent der Netto-Umsätze mit Systemen. Allerdings werden die US-geführten Exportbeschränkungen für Halbleitertechnologie den Anteil Chinas künftig deutlich begrenzen. ASML rechnet damit, dass der Umsatzanteil aus der Volksrepublik auf etwa 20 Prozent sinkt.

Die fortgeschrittensten EUV-Anlagen hat das Unternehmen aufgrund der bestehenden Regularien ohnehin nie nach China verkauft. Rückgänge im DUV-Geschäft mit China sollen durch eine robuste Nachfrage aus anderen Regionen für AI- und DRAM-Anwendungen kompensiert werden.

Fazit: Starke Basis, klare Risiken

ASML verbindet derzeit eine außergewöhnlich prall gefüllte Auftragslage mit einem spürbar optimistischeren Ausblick für 2026. Der Rekord-Backlog und die hohe EUV-Nachfrage bieten eine solide Grundlage für weiteres Wachstum, auch wenn Exportauflagen und ein geplanter Stellenabbau zeigen, dass das Umfeld komplex bleibt. Entscheidend wird sein, ob die globale KI- und Speicherchip-Nachfrage stark genug bleibt, um die absehbaren Einbußen im China-Geschäft nachhaltig mehr als auszugleichen.

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