ASML liefert operativ starke Zahlen – und steht trotzdem wieder unter Verkaufsdruck. Der Grund: Mehrere Belastungsfaktoren treffen gleichzeitig aufeinander, von einer Rating-Abstufung bis zu neuen China-Sorgen. Wie belastbar ist die Story, wenn ausgerechnet das wichtige China-Geschäft 2026 weniger beitragen soll?

Warum die Aktie diese Woche wackelte

Auslöser war unter anderem eine Abstufung durch Zacks Research von „Strong Buy“ auf „Hold“. Solche Schritte ändern zwar nicht die Fundamentaldaten, sie können aber kurzfristig die Stimmung drehen – gerade, wenn Anleger ohnehin nervös auf den Tech-Sektor blicken.

Dazu kommt der geopolitische Dauerbrenner: Exportkontrollen und die Frage, wie stark ASML 2026 noch von China profitieren kann. Analysten rechnen mit Gegenwind bei den China-Umsätzen im kommenden Jahr, weil sich Lieferungen nach dem außergewöhnlich starken Jahr 2025 normalisieren dürften. Nach der kräftigen Rally bis Anfang 2026 reichen dann oft schon kleinere negative Signale, um Gewinnmitnahmen auszulösen.

Ein weiterer Unsicherheitsfaktor sind neue chinesische Exportkontrollen für Seltene Erden, die seit dem 3. März 2026 gelten. Sie könnten theoretisch Lieferketten stören – ein sensibles Thema für komplexe Lithografie-Systeme. ASMLs CFO sagte allerdings gegenüber Bloomberg, man sei gut vorbereitet: Durch lange Vorlaufzeiten bei den High-End-Anlagen habe das Unternehmen ausreichend Rohmaterialien auf Lager, um die kurzfristige Kundennachfrage bedienen zu können.

Rekordjahr 2025 – und ein voller Auftragsblock

Der Blick zurück zeigt, warum viele Investoren trotz der Turbulenzen grundsätzlich konstruktiv bleiben. 2025 war für ASML ein Rekordjahr: Der Umsatz stieg auf 32,7 Mrd. Euro (+15,6%), die Bruttomarge lag bei 52,8%, der Nettogewinn bei 9,6 Mrd. Euro. Besonders auffällig: Im vierten Quartal schnellten die Nettoauftragseingänge auf 13,2 Mrd. Euro, davon 7,4 Mrd. Euro aus EUV-Systemen.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Asml?

Wichtig für die Visibilität ist auch der Auftragsbestand von 38,8 Mrd. Euro. Gleichzeitig machte ASML bei der nächsten Technologiestufe Fortschritte: Das Unternehmen lieferte das erste vollständig spezifizierte High-NA-EUV-System (TWINSCAN EXE:5200B) an einen Kunden aus – nach fast zehn Jahren Entwicklung. Kunden verarbeiteten laut Bericht im Jahr mehr als 400.000 Wafer auf High-NA-Systemen, ein weiterer Schritt Richtung Serienfertigung.

2026: Wachstum ja – aber mit breiter Spanne

ASML plant auch 2026 Wachstum, lässt aber eine relativ große Bandbreite: Für das Gesamtjahr erwartet das Unternehmen 34 bis 39 Mrd. Euro Umsatz bei 51% bis 53% Bruttomarge. Für das erste Quartal werden 8,2 bis 8,9 Mrd. Euro Umsatz bei ebenfalls 51% bis 53% Bruttomarge avisiert. Genau diese breite Umsatzspanne scheint der Markt derzeit als Unsicherheitsfaktor zu lesen.

Strukturell entscheidend ist zudem die China-Dynamik. Das Management rechnet damit, dass Chinas Anteil am Umsatz 2026 auf rund 20% sinkt – nach einem ungewöhnlich hohen Beitrag 2025. Gleichzeitig greifen die Restriktionen: EUV-Lieferungen (NXE) nach China sind faktisch untersagt, und auch bei den fortschrittlichsten DUV-Tools werden die Grenzen enger. Laut Reuters sollen Chinas führende Chip-Manager zudem auf politische Unterstützung drängen, um langfristig eine heimische Alternative zu ASML aufzubauen.

Kapitalrückflüsse bleiben dagegen ein positives Signal: Für 2025 will ASML eine Dividende von 7,50 Euro je Aktie ausschütten (+17% gegenüber 2024) und kündigte ein neues Aktienrückkaufprogramm von bis zu 12 Mrd. Euro an, das bis Ende 2028 laufen soll.

ASML notiert heute mit 1.181,40 Euro nahezu unverändert, liegt über sieben Tage aber spürbar im Minus (-3,57%) – ein Hinweis darauf, dass die kurzfristigen China- und Sektor-Sorgen gerade lauter sind als das starke Fundament.

Der nächste große Prüfstein kommt am 15. April 2026 mit den Quartalszahlen: Dann wird sich zeigen, ob die Q1-Spanne in konkrete Ergebnisse übersetzt wird – und wie deutlich der erwartete Rückgang des China-Anteils bereits in den Trends sichtbar wird.

Asml-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Asml-Analyse vom 06. März liefert die Antwort:

Die neusten Asml-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Asml-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 06. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Asml: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...