Der Kurs von Aroundtown ist heute zweistellig durch die Decke gegangen. Zeitweise legte die Aktie über 14 Prozent zu und markierte mit 3,22 Euro ein neues Jahreshoch. Was steckt dahinter? Ausgerechnet Viceroy Research – bekannt für aggressive Leerverkäufe – hat die Seiten gewechselt.

Die Ironie könnte größer kaum sein: Das Analysehaus, das 2020 noch Grenke mit einem vernichtenden Short-Report in die Knie zwang, ist nun selbst bei Aroundtown investiert. „Viceroy ist long, während der Markt schläft", heißt es in der aktuellen Analyse. Das Unternehmen wurde von der Short-Liste gestrichen – stattdessen kauft man jetzt.

Portfoliowert massiv unterschätzt

Die Begründung von Viceroy klingt nach klassischer Value-Wette: „Die Aktie ist massiv unterbewertet." Besonders interessant wird es bei den Details. Der vom Unternehmen ausgewiesene Portfoliowert sei so konservativ angesetzt, dass ihre eigene Berechnung etwa 12 Prozent höher liegt. Ein erheblicher Unterschied, der den aktuellen Abschlag zur Nettovermögenssubstanz noch drastischer erscheinen lässt.

Die Analysten haben eine klare Forderung an das Management: aggressive Aktienrückkäufe, finanziert durch Verkäufe aus dem Immobilienbestand. Bei den aktuellen Bewertungen würde jeder zurückgekaufte Anteil den inneren Wert pro Aktie spürbar steigern.

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Befreiungsschlag oder Value-Falle?

Die heutige Kursexplosion zeigt, wie dünn der Aroundtown-Titel gehandelt wird. Ein positiver Report reicht offenbar aus, um zweistellige Bewegungen auszulösen. Das spricht für die anhaltend negative Stimmung rund um Gewerbeimmobilien – und für das Überraschungspotenzial nach oben, wenn sich das Narrativ dreht.

Spannend bleibt die Frage, ob andere institutionelle Investoren dem Beispiel von Viceroy folgen. Der Spezialist für Gewerbeimmobilien steht nach wie vor unter dem Druck struktureller Veränderungen im Büromarkt. Doch genau hier sieht Viceroy offenbar die Chance: Ein konservativ bewertetes Portfolio trifft auf eine pessimistische Marktstimmung.

Mit dem heutigen Sprung hat die Aktie zumindest kurzfristig neue Dynamik gewonnen. Ob daraus mehr wird, hängt nicht zuletzt davon ab, ob das Management die Vorschläge von Viceroy aufgreift – und ob die Immobilienmärkte die nötige Stabilität liefern.

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