Apple hat im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2026 abgeliefert – und wie. Ein Umsatz von 143,8 Milliarden Dollar, ein Gewinnsprung von 16 Prozent auf 42 Milliarden Dollar. Das iPhone-Geschäft explodierte regelrecht mit einem Plus von 23 Prozent auf 85,3 Milliarden Dollar – die stärkste Performance seit über vier Jahren. Doch die Aktie? Nahezu unverändert bei 258 Dollar. Was läuft hier schief?

Die Antwort liegt in den Zeilen zwischen den Zahlen. CEO Tim Cook sprach Klartext: Apple bekommt nicht genug Chips. Die Nachfrage nach den neuen iPhone 17-Modellen, vor allem den Premium-Pro-Varianten, sei "atemberaubend" gewesen – so stark, dass man das Jahr mit nahezu leeren Lagern beendet habe. Jetzt fehlt die Kapazität bei den Zulieferern, allen voran beim taiwanischen Auftragsfertiger TSMC.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Apple?

Der KI-Boom als Bumerang

Ausgerechnet der KI-Hype wird Apple zum Problem. Die rasende Nachfrage nach NVIDIA-Chips für Rechenzentren verstopft die Produktionslinien bei TSMC. Weniger Flexibilität für zusätzliche Aufträge, wie Cook einräumte. Gleichzeitig treiben die KI-Investitionen die Preise für Speicherchips in die Höhe – Material, das Apple in Massen für seine Geräte braucht.

Im abgelaufenen Quartal hielt sich der Effekt noch in Grenzen. Dank langfristiger Verträge mit Zulieferern waren die Auswirkungen "minimal". Doch für das laufende Vierteljahr kündigte Cook an, dass der Druck "etwas stärker" werde. Die Bruttomarge soll dennoch bei 48 bis 49 Prozent liegen – deutlich über den Markterwartungen. Ein Zeichen, dass die Premium-Strategie mit den teuren Pro-Modellen aufgeht.

China-Comeback und Services-Motor

Ein Lichtblick kommt aus China. Nach zwischenzeitlicher Schwäche legte das Geschäft im Reich der Mitte um satte 38 Prozent auf 25,5 Milliarden Dollar zu. Apple verdrängte Samsung als weltweiten Smartphone-Marktführer und sicherte sich einen Anteil von 20 Prozent – ein Sprung von 18 Prozent im Vorjahr.

Der Services-Bereich bleibt die Cash-Maschine: 30 Milliarden Dollar Umsatz, ein Plus von knapp 14 Prozent. Mit einer installierten Basis von 2,5 Milliarden Geräten – neuer Rekord – läuft diese Sparte wie geschmiert. iCloud, Apple Music, App Store-Gebühren: hochmargige Einnahmequellen, die weiter wachsen.

Analysten bleiben bullish – trotz allem

Morgan Stanley bestätigte sein "Overweight"-Rating mit Kursziel 315 Dollar. JPMorgan hob das Ziel sogar von 315 auf 325 Dollar an, Goldman Sachs von 320 auf 330 Dollar. Alle bleiben bei "Buy" oder "Overweight". Die Argumentation: Die iPhone-Upgrades laufen besser als erwartet, die Margen halten sich trotz Kostendruck, und die KI-Offensive mit dem Gemini-Deal und der faltbaren iPhone-Version für September 2026 könnte zum Gamechanger werden.

Doch BofA Securities weist auf das Dilemma hin: KI-Monetarisierung bleibt schwierig. Die Use Cases für Verbraucher sind unklar, und steigende Speicherpreise machen Edge-AI-Anwendungen in den nächsten zwei Jahren schwer kalkulierbar. Der Fokus muss auf neuen Formfaktoren und Produkten liegen – etwa Wearables und dem faltbaren iPhone.

Ausblick: Wachstum trotz Gegenwind

Für das laufende Quartal peilt Apple ein Umsatzwachstum von 13 bis 16 Prozent an – deutlich über der jüngsten Wachstumsrate von 6,4 Prozent. Ein ambitioniertes Ziel angesichts der Chipknappheit. Doch Cook bleibt optimistisch. Die Frage nach Preiserhöhungen zur Kompensation höherer Kosten ließ er unbeantwortet: "Ich möchte darüber nicht spekulieren."

Die Aktie bleibt eine Wette darauf, dass Apple die Lieferprobleme in den Griff bekommt und die Premium-Strategie weiter aufgeht. Mit einem KGV von knapp 35 ist sie nicht billig – aber die Rekordzahlen zeigen: Die Nachfrage ist da. Jetzt muss nur noch das Angebot folgen.

Apple-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Apple-Analyse vom 30. Januar liefert die Antwort:

Die neusten Apple-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Apple-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 30. Januar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Apple: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...