Apple sortiert seine KI-Strategie neu – und setzt dabei ausgerechnet auf einen großen Rivalen: Google. Die bestätigte Integration von Googles Gemini-Modellen in Siri und „Apple Intelligence“ soll die Lücke in der generativen KI schließen und einen neuen Upgrade-Zyklus für iPhones anstoßen. Gleichzeitig belasten drohende Zölle auf Europa-Geschäfte und Engpässe beim Chip-Partner TSMC das Bild. Wie stark überwiegt der strategische KI-Vorsprung die wachsenden makroökonomischen Risiken?

Google-Gemini-Deal: Lücke in der KI geschlossen

Kern der aktuellen Story ist die offiziell bestätigte Partnerschaft mit Alphabet-Tochter Google. Apple wird künftig Googles Gemini-KI-Modelle tief ins eigene Ökosystem einbinden. Ziel ist es, die nächste Generation von Siri und Funktionen unter dem Label „Apple Intelligence“ zu treiben.

Damit adressiert Apple direkt den größten Kritikpunkt institutioneller Investoren der vergangenen Monate: den Rückstand bei generativer KI. Die über das Wochenende vom 17./18. Januar 2026 bekannt gewordene Vereinbarung sieht laut Berichten jährliche Zahlungen von rund 1 Milliarde US-Dollar an Google vor.

Operativ verschafft sich Apple damit sofortigen Zugriff auf leistungsfähige KI-Modelle, ohne auf die Fertigstellung eigener, deutlich größerer Modelle warten zu müssen. Parallel arbeitet der Konzern weiter an internen KI-Systemen mit rund 1 Billion Parametern, deren Start für 2027 angepeilt ist. Strategisch ist der Deal damit eine Zwischenlösung, um schnell marktfähige KI-Funktionen anbieten zu können und gleichzeitig die eigene Technologie langfristig auszubauen.

Analystenreaktion: JPMorgan sieht Aufwärtspotenzial

Aufseiten der Wall Street sorgt der Gemini-Deal für Rückenwind. JPMorgan hat seine Einstufung „Overweight“ für die Apple-Aktie bestätigt und ein Kursziel von 305 US-Dollar ausgegeben. Ausgehend vom jüngsten Schlusskurs um 255 US-Dollar signalisiert das einen spürbaren Bewertungsabstand nach oben.

Die Bank knüpft diese Einschätzung vor allem an die Erwartung eines „Superzyklus“ bei der Hardware: Leistungsfähige KI-Funktionen direkt auf dem iPhone könnten viele Nutzer zu früheren Geräte-Upgrades bewegen. Das erhöht Stückzahlen und stärkt zugleich das margenstarke Services-Geschäft, wenn KI-Funktionen teilweise an Abos gekoppelt werden.

Auch im breiten Analystenkonsens überwiegt aktuell der Optimismus: 37 Analysten führen die Aktie als „Moderate Buy“, die durchschnittlichen Kursziele liegen laut Bericht im Bereich von 284 bis 287 US-Dollar. Die Aktie konsolidiert derzeit in der Nähe von 255,53 US-Dollar, liegt auf 12-Monats-Sicht aber klar im Plus.

Neuer Dienst „Creator Studio“: Services im Fokus

Parallel zur KI-Offensive schärft Apple seine Services-Strategie. Mit „Creator Studio“ bringt der Konzern ein neues Abo-Bundle für Kreativnutzer.

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Die Eckpunkte:

  • Preis: 12,99 US-Dollar pro Monat bzw. 129 US-Dollar pro Jahr
  • Inhalt: Zugriff auf professionelle Software wie Final Cut Pro, Logic Pro und Pixelmator Pro
  • Ziel: Bindung von Kreativprofis und Ausbau wiederkehrender Service-Umsätze (ARR)

Der Start ist für Ende Januar 2026 geplant. Aus Sicht des Geschäftsmodells passt der Schritt nahtlos in Apples Linie, die hohe Verbreitung eigener Hardware durch gebündelte, margenstarke Software-Angebote zu monetarisieren. Besonders im Kreativsegment spielt der Konzern seit Jahren eine dominante Rolle – „Creator Studio“ soll diese Position nun direkt in wiederkehrende Einnahmen übersetzen.

Gegenwind: Zölle und Engpässe in der Lieferkette

Die positive Unternehmensstory trifft jedoch auf ein schwierigeres Umfeld.

Am 17. Januar 2026 kündigte US-Präsident Donald Trump neue Zölle an, die acht europäische Länder betreffen, darunter Deutschland, Frankreich und Großbritannien. Hintergrund ist ein politischer Streit um Grönland. Vorgesehen ist ein Einfuhrzoll von zunächst 10 Prozent ab dem 1. Februar 2026, mit der Option auf eine Anhebung auf 25 Prozent bis Juni.

Für Apple bedeutet das zusätzliche Unsicherheit im wichtigen Europageschäft. Zwar zielen die Maßnahmen auf Importe, doch mögliche Gegenmaßnahmen der EU könnten US-Tech-Konzerne empfindlich treffen – etwa durch eigene Zölle, regulatorischen Druck oder verzögerte Marktzugänge. Die Marge in Europa und die Preisgestaltung bei iPhone & Co. stehen damit potenziell unter Druck.

Hinzu kommen Kapazitätssorgen bei TSMC, dem zentralen Chipfertiger für Apple. Nach jüngsten Berichten gerät Apples bevorzugter Status dort zunehmend unter Druck. Grund ist die stark steigende Nachfrage nach Hochleistungs-Chips für KI-Beschleuniger, insbesondere von Nvidia und großen Cloud-Anbietern.

Hochperformante HPC-Chips beanspruchen immer mehr Produktionskapazität in den modernsten Fertigungsstufen von TSMC. Für Apple heißt das: Der Wettbewerb um Fertigungsslots verschärft sich, was Kostenniveau und Zeitpläne neuer Chips beeinflussen kann. Konkret könnte etwa die Einführung des kommenden M6-Chips betroffen sein, der auf fortschrittliche Packaging-Techniken angewiesen ist.

Ausblick auf die Quartalszahlen

Der nächste konkrete Prüfstein steht bereits fest: Am 29. Januar 2026 legt Apple seine Zahlen für das erste Quartal 2026 vor. Analysten erwarten derzeit einen Gewinn je Aktie (EPS) von rund 2,66 US-Dollar.

Für Anleger dürfte diese Veröffentlichung aus zwei Gründen besonders wichtig werden: Zum einen wird das Management erstmals detaillierter auf die finanzielle Ausgestaltung und erwartete Wirkung der Google-Gemini-Partnerschaft eingehen. Zum anderen bietet der Termin die Gelegenheit, die Erlösstrategie rund um das „Creator Studio“-Bundle einzuordnen – kurz vor dem geplanten Start Ende Januar.

Zwischenzeitlich spiegelt sich die Gemengelage bereits im Kursbild wider: Die Aktie liegt mit rund 6–7 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch, aber deutlich über dem 52-Wochen-Tief und rund 22 Prozent über dem 200-Tage-Durchschnitt, der RSI signalisiert mit 56,7 weder Überkauf noch Überverkauf. Entscheidend für die weitere Richtung sind nun die konkreten Aussagen zu KI-Roadmap, Margenentwicklung unter den neuen Zöllen und der Umgang mit möglichen Kapazitätsengpässen bei TSMC.

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