Apple setzt in seiner KI-Strategie auf einen prominenten Partner: Google. Mit der Integration der Gemini-Modelle soll vor allem Sprachassistentin Siri grundlegend erneuert werden. Damit adressiert der Konzern einen der zentralen Kritikpunkte der vergangenen Jahre – und versucht, die Lücke zu Microsoft und Google im Bereich generativer KI zu verkleinern.

Deal mit Google: Was vereinbart wurde

Am Montag hat Apple ein mehrjähriges KI-Bündnis mit Google offiziell bestätigt. Herzstück der Zusammenarbeit ist die Nutzung von Googles Gemini-Modellen und Cloud-Infrastruktur als Basis für künftige „Apple Intelligence“-Funktionen. Im Fokus steht eine deutlich leistungsfähigere, personalisierte Version von Siri, deren Start für das Frühjahr 2026 geplant ist – voraussichtlich im Rahmen eines größeren iOS-Updates.

Laut Bloomberg-Berichten soll Apple rund 1 Milliarde US-Dollar pro Jahr für den Zugang zu Gemini zahlen. Das verschiebt das finanzielle Kräfteverhältnis zwischen den beiden Unternehmen: Bislang flossen jährlich über 20 Milliarden US-Dollar von Google an Apple, um sich die Standardsuchmaschine auf iPhones und anderen Geräten zu sichern.

Trotz der stärkeren Abhängigkeit von Googles Infrastruktur betont Apple, dass der eigene Datenschutzanspruch unangetastet bleiben soll. „Apple Intelligence“ soll weiterhin in einem hybriden Ansatz laufen: Rechenintensive Aufgaben werden über „Private Cloud Compute“ abgewickelt, weniger komplexe Anfragen direkt auf dem Gerät. Aus Sicht des Konzerns bleibt damit die Kontrolle über Nutzerdaten gewahrt.

An der Börse fiel die erste Reaktion moderat aus: Die Aktie schloss gestern leicht im Plus bei 260,25 US‑Dollar. Damit liegt der Kurs rund 5 % unter dem 52‑Wochen-Hoch, aber deutlich über den wichtigen gleitenden Durchschnitten, was eine gefestigte Aufwärtsbewegung signalisiert.

Analystenreaktion und Marktumfeld

An der Wall Street stößt der Schritt überwiegend auf Zustimmung. Dan Ives von Wedbush Securities bestätigte am Dienstag seine „Outperform“-Einschätzung und beließ das Kursziel bei 350 US‑Dollar. Er sieht in der Allianz mit Google einen entscheidenden Validierungspunkt für Gemini – und zugleich einen notwendigen Schritt für Apple, um die eigene AI-Lücke zu schließen.

Nach Einschätzung von Ives könnte die Kombination aus der Gemini-Integration und dem erwarteten Start des iPhone 17 im Laufe dieses Jahres eine „AI-getriebene Renaissance“ der Apple-Aktie einleiten. Ausgehend vom aktuellen Kurs impliziert sein Kursziel ein Aufwärtspotenzial von etwa 35 %.

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Ganz ohne Gegenwind bleibt der Deal jedoch nicht. Elon Musk kritisierte die Partnerschaft öffentlich als „unangemessene Konzentration von Macht“, mit Blick auf Googles ohnehin starke Stellung über Android und Chrome. Diese Perspektive spiegelt vor allem regulatorische und wettbewerbspolitische Sorgen wider, die das Thema in den kommenden Monaten begleiten könnten.

Warum der Schritt strategisch wichtig ist

Im Kern reagiert Apple mit dem Google-Deal auf die Sorge vieler Investoren, der Konzern sei bei generativer KI ins Hintertreffen geraten. In den Jahren 2024 und 2025 lagen Microsoft (mit OpenAI) und Google bei der sichtbaren Einführung großer Sprachmodelle klar vorn. Apple hatte zwar an „Apple Intelligence“ gearbeitet, aber kein eigenes, generalistisches LLM in vergleichbarer Größenordnung präsentiert.

Mit der Einbindung von Gemini umgeht Apple nun die enormen Anfangsinvestitionen, die der Aufbau eines eigenen Spitzenmodells erfordern würde, und greift direkt auf eine etablierte Technologie zu. Das verschafft Zeit und Handlungsspielraum, um die eigenen Stärken – Ökosystem, Integration und Hardware – in den Vordergrund zu stellen.

Einige zentrale Punkte im Überblick:

  • Technologie: Nutzung von Googles Gemini-Modellen und Cloud-Struktur für „Apple Intelligence“
  • Timing: Einführung der neuen Siri-Version im Frühjahr 2026 mit einem größeren iOS-Update
  • Kosten: Geschätzte 1 Mrd. US‑Dollar jährlich für den Modellzugang – im Vergleich zu potenziell deutlich höheren R&D-Kosten für ein eigenes Top-Modell
  • Datenschutz: Beibehaltung des Hybridansatzes mit On-Device-Rechenleistung und „Private Cloud Compute“
  • Marktposition: Reaktion auf Investorenkritik, Apple hinke bei LLMs hinter Microsoft und Google her

Die Partnerschaft trifft auf eine grundsätzlich solide Ausgangslage im Kerngeschäft. Laut Daten von Counterpoint Research kam Apple 2025 auf einen globalen Smartphone-Marktanteil von 20 % und lag damit an der Branchenspitze. Gerade im Premiumsegment und in Märkten wie China gilt ein spürbar aufgewerteter Sprachassistent als wichtiges Instrument, um Kunden zu halten und Wechsel zur Konkurrenz zu verhindern.

Finanziell wirkt der Schritt eher pragmatisch als riskant: Die jährliche Lizenzzahlung für Gemini ist im Verhältnis zum Aufwand für ein komplett eigenes Modell überschaubar. Apple kauft sich damit Zeit, ohne kurzfristig die Margen massiv zu belasten.

Nächste Termine und was jetzt zählt

In den kommenden Wochen rücken zunächst klassische Kurstreiber in den Vordergrund. Am 29. Januar 2026 legt Apple die Zahlen für das erste Fiskalquartal vor. Der Markt rechnet mit weiterem Umsatzwachstum, getragen vom iPhone‑16-Zyklus und einem stabilen Servicegeschäft. Am 24. Februar folgt die Hauptversammlung, auf der Investoren mehr zur strategischen Ausrichtung und zu „Apple Intelligence“ erwarten dürften.

Charttechnisch pendelt die Aktie derzeit um die Marke von 260 US‑Dollar und liegt rund 25 % über dem 200‑Tage-Durchschnitt, was auf einen soliden mittelfristigen Aufwärtstrend hindeutet. Für einen nachhaltigen Ausbruch nach oben dürften vor allem zwei Faktoren entscheidend sein: eine überzeugende Prognose im Rahmen der Quartalszahlen und klarere Angaben zum konkreten Rollout der Gemini-basierten Funktionen. Maßstab für die Bewertung der KI-Strategie wird dann im Frühjahr 2026 die tatsächliche Leistungsfähigkeit der neuen Siri-Version sein – erst sie wird zeigen, ob der eingeschlagene Hybridansatz das Nutzererlebnis auf das Niveau hebt, das Analysten derzeit einpreisen.

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