Apple setzt in der Künstlichen Intelligenz auf einen deutlich stärkeren Schulterschluss mit Google – und rückt damit seine gesamte Produktstrategie für 2026 in ein neues Licht. Zugleich blicken mehrere Großbanken mit spürbarem Optimismus auf die anstehenden Quartalszahlen. Doch wie robust ist die Wachstumsstory, wenn Bewertung und Konkurrenzdruck immer deutlicher in den Vordergrund rücken?

Google-Deal als Wendepunkt für Apples KI-Strategie

Mit der am 12. Januar verkündeten, mehrjährigen Partnerschaft mit Google zieht Apple die Zügel in Sachen KI an. Künftig sollen Googles Gemini-Modelle die nächsten Ausbaustufen von „Apple Intelligence“ und dem Sprachassistenten Siri antreiben, der Start ist für 2026 geplant. Für Beobachter ist das ein klares Signal: Apple will sich im KI-Wettlauf nicht abhängen lassen und nutzt externe Technologie, um seine eigene Plattform zu stärken.

Strategisch zielt der Deal darauf, das Zusammenspiel von Hardware und Software im Apple-Ökosystem aufzuwerten. Leistungsfähigere KI-Funktionen sollen iPhone, iPad und Mac attraktiver machen und die Bindung an das Ökosystem vertiefen. Genau diese Verknüpfung von Geräten, Diensten und KI gilt als zentraler Hebel, um sich gegenüber anderen Tech-Schwergewichten zu behaupten.

Analysten reagieren überwiegend positiv. Wedbush-Analyst Dan Ives spricht von einem „prove me“-Jahr 2026 für Apples KI-Ambitionen – also einem Jahr, in dem der Konzern liefern und Zweifel ausräumen muss. Er bestätigt sein „Outperform“-Votum und sieht das Kursziel bei 350 US‑Dollar. Auch die Bank of America bleibt bei „Buy“ und peilt 325 US‑Dollar an. Sie rechnet mit einem konstruktiven Setup in den Wochen vor den nächsten Zahlen.

Erwartungen an die Quartalszahlen

Im Fokus steht jetzt der 29. Januar 2026: Dann legt Apple seine Ergebnisse für das erste Fiskalquartal vor. Die Bank of America geht davon aus, dass Umsatz und Gewinn die bisherigen Konsensschätzungen übertreffen. Konkret erwartet das Institut:

  • Umsatz von 140 Milliarden US‑Dollar
  • Gewinn je Aktie von 2,69 US‑Dollar

Die optimistische Haltung der Bank stützt sich auf mehrere Treiber:

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  • iPhone 17: Es werden weiter starke Verkaufszahlen unterstellt. Das iPhone bleibt die Einnahmebasis, an der auch KI-Funktionen und Dienste andocken.
  • Services: Für den Dienstebereich rechnet die Bank of America mit anhaltendem Wachstum im zweistelligen Prozentbereich. Abos, Cloud-Angebote und digitale Inhalte sorgen für wiederkehrende Erlöse.
  • Margenmix: Ein höherer Anteil der margenstarken Services könnte die Profitabilität insgesamt verbessern.
  • Produktpipeline: Als zusätzlicher Impuls wird ein mögliches faltbares iPhone genannt, das neue Nachfrage anstoßen könnte.

Die kommenden Quartalszahlen gelten damit als Bewährungsprobe: Sie sollen zeigen, ob der kräftige Nachfrageimpuls aus dem Schlussquartal 2025 in das neue Jahr hineinreicht. Im vergangenen Jahr führte Apple den globalen Smartphone-Markt mit einem Marktanteil von 20 Prozent an und steigerte seine Auslieferungen im Jahresvergleich um 10 Prozent – eine solide Basis, an die 2026 anknüpfen muss.

Wachstum, Bewertung und Kursverlauf im Spannungsfeld

Trotz der freundlichen Analystenstimmen ist das Bild nicht einseitig positiv. 2025 blieb die Apple-Aktie hinter dem S&P 500 zurück. Das Wachstum wurde als „high single digits“ beschrieben – also im hohen einstelligen Prozentbereich. Für ein Unternehmen mit Apples Größe ist das respektabel, aber eben nicht spektakulär.

Kritischer gesehen wird vor allem die Bewertung. Auf Basis der erwarteten Gewinne wird der Titel mit dem 32‑fachen des vorausschauenden Ergebnisses gehandelt. Im Vergleich zu schneller wachsenden Tech-Namen wie Nvidia wird das von skeptischeren Stimmen als Bremsklotz für weitere Kursfantasie eingeordnet. Immer wieder fällt dabei der Hinweis auf eine wahrgenommene Verlangsamung der Innovation, auch wenn der neue KI-Kurs und mögliche Produktneuheiten diese Sichtweise in Frage stellen könnten.

Der aktuelle Kursverlauf spiegelt diese Gemengelage wider: Gestern schloss die Aktie bei 260,25 US‑Dollar und liegt damit rund 5 Prozent unter dem 52‑Wochen‑Hoch, aber mehr als 60 Prozent über dem Tief aus dem April 2025 – ein Hinweis darauf, dass der Markt zwischen etablierter Stärke und künftigen Wachstumschancen neu abwägt.

Fazit: Bewährungsprobe Ende Januar

Die Partnerschaft mit Google und der Fokus auf Apple Intelligence markieren eine strategische Weichenstellung. Gleichzeitig setzen große Häuser wie Wedbush und Bank of America mit Kurszielen deutlich über dem aktuellen Niveau auf eine Fortsetzung der Erfolgsstory. Entscheidend wird nun, ob Apple am 29. Januar mit den Zahlen und dem Ausblick die hohen Erwartungen an Umsatz, Ertrag und Produktdynamik bestätigt – und damit auch die ambitionierte Bewertung rechtfertigen kann.

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