ams OSRAM Aktie: Umbau unter Druck
Der Halbleiter- und Photonikkonzern ams OSRAM steckt mitten in einem der ambitioniertesten Konzernumbaus der Schweizer Börse — und bekommt gleichzeitig den Gegenwind eines branchenweiten Abverkaufs zu spüren. Chip-Zulieferer verloren zuletzt zwischen 3,7 und 5,8 Prozent, ams OSRAM mittendrin.
Zwei Verkäufe, ein klares Ziel
Das Unternehmen trennt sich konsequent von allem, was nicht ins künftige Kernprofil passt. Anfang März schloss ams OSRAM den Verkauf des Entertainment- und Industrielampengeschäfts an den japanischen Konzern Ushio für 114 Millionen Euro ab. Rund 500 Mitarbeitende und die Berliner Produktionsstätten wechselten damit den Besitzer.
Der deutlich größere Einschnitt folgt im zweiten Quartal 2026: Das nichtoptische Automotive-, Industrie- und Medizinsensorgeschäft geht für 570 Millionen Euro in bar an Infineon. Strukturiert als Asset Deal umfasst die Transaktion Sensorprodukte, geistiges Eigentum sowie F&E-Kapazitäten — ein mehrjähriges Lieferabkommen mit ams OSRAM ist ebenfalls Teil der Vereinbarung.
„Simplify": 200 Millionen Euro Einsparziel, 2.000 Stellen weniger
Parallel zu den Desinvestitionen läuft das neue Kostenprogramm „Simplify". Bis 2028 sollen die jährlichen Kosten um weitere 200 Millionen Euro sinken, rund 2.000 Stellen weltweit fallen weg — etwa die Hälfte davon in Europa, mit besonderem Schwerpunkt auf deutschen Standorten. Das Vorgängerprogramm „Re-establish the Base" hatte bereits Einsparungen von rund 220 Millionen Euro gebracht, ein Jahr früher als geplant.
Die Jahreszahlen für 2025 liefern gemischte Signale. Der Gesamtumsatz sank um drei Prozent auf 3,32 Milliarden Euro, das Halbleiter-Kerngeschäft legte jedoch um sieben Prozent zu. Positiv stach das EBIT heraus: Nach einem Fehlbetrag von 547 Millionen Euro im Vorjahr drehte das Betriebsergebnis auf einen Gewinn von 102 Millionen Euro — ein deutliches Zeichen, dass die Sanierungsmaßnahmen wirken.
Für 2026 bleibt das Bild dennoch belastet. Im ersten Quartal rechnet ams OSRAM mit Erlösen von 760 Millionen Euro bei einer bereinigten EBITDA-Marge von 15 Prozent. Für das Gesamtjahr erwartet der Konzern einen leichten Umsatzrückgang — Folge der Veräußerungen, eines schwächeren Dollars sowie gestrandeter Kosten und höherer Edelmetallpreise.
Digital Photonics als Zielbild
Strategisch richtet sich ams OSRAM konsequent auf optische Halbleiter aus: Automotive, Augmented Reality, Biosensing, Robotik und optische Datenverbindungen für KI-Rechenzentren bilden die künftigen Wachstumsfelder. Bis 2030 peilt der Konzern Margen von über 25 Prozent an und will sich als „Digital Photonics Leader" positionieren. Eine Design-Win-Pipeline von über fünf Milliarden Euro aus dem Jahr 2025 stützt diesen Anspruch.
Am 7. Mai 2026 legt ams OSRAM die Zahlen zum ersten Quartal vor. Dann muss das Management zeigen, ob die neu initiierten Kostensenkungen die schwächere Umsatzentwicklung im Automobil- und Industriegeschäft tatsächlich kompensieren — und ob der Bewertungsabschlag gegenüber der Peer-Group zu schrumpfen beginnt.
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