Am heutigen Montag erreicht der österreichisch-deutsche Konzern einen wichtigen Meilenstein in seiner Finanzplanung. Erstmals greift die vertragliche Option, ausstehende Anleihen vorzeitig zu tilgen. Der Halbleiterhersteller will sich damit von erdrückenden Zinskosten befreien, nimmt dafür aber kurzfristig spürbare Bremsspuren bei der Profitabilität in Kauf.

Verkäufe füllen die Kasse

Um die jährlichen Zinsaufwendungen von 300 Millionen Euro auf unter 150 Millionen Euro zu halbieren, hat das Management in den vergangenen Monaten gezielt Liquidität aufgebaut. Ein wesentlicher Baustein war der Verkauf des Geschäfts mit traditionellen Lampen an den japanischen Ushio-Konzern für 114 Millionen Euro Anfang März. Bereits im Januar hatte ams OSRAM über ein Auktionsverfahren Anleihen im Nominalwert von knapp 200 Millionen Euro zurückgekauft.

Der weitaus größte Hebel steht allerdings noch aus. Die Abgabe des nicht-optischen Sensorgeschäfts an Infineon soll im zweiten Quartal 2026 rund 570 Millionen Euro einbringen. Zusammen sichern diese Desinvestitionen die Basis für den großangelegten Schuldenabbau. Das übergeordnete Ziel ist ein Verhältnis von Nettoverschuldung zu EBITDA von unter 2.

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Schrumpfkur mit Nebenwirkungen

Dieser radikale Portfolio-Umbau hinterlässt jedoch deutliche Spuren in der aktuellen Bilanz. Zwar schrumpfte der Nettoverlust im abgelaufenen Geschäftsjahr 2025 bereits signifikant von 786 auf 130 Millionen Euro, und das Chip-Kerngeschäft wuchs währungsbereinigt um sieben Prozent. Gleichzeitig fehlen dem Unternehmen nun aber die Umsatz- und Ergebnisbeiträge der verkauften Sparten.

Für das erste Quartal rechnet ams OSRAM daher nur noch mit Erlösen von rund 760 Millionen Euro. Die bereinigte EBITDA-Marge dürfte auf etwa 15 Prozent abrutschen und damit spürbar unter dem Gesamtjahreswert von 2025 (18,3 Prozent) liegen.

Strukturkosten im Fokus

Um diese Lücke mittelfristig zu schließen, greift das bis 2028 angelegte Sparprogramm „Simplify“. Es zielt darauf ab, die strukturellen Kosten dauerhaft um 200 Millionen Euro zu senken. Die freigewordenen Mittel aus den eingesparten Zinsen sollen künftig direkt in die Entwicklung neuer Chip-Technologien fließen. Ein Indikator für das Potenzial in diesem Bereich sind die jüngsten Design-Wins im Halbleitersektor, die mit über fünf Milliarden Euro ein Allzeithoch erreichten.

Am 7. Mai legt ams OSRAM die Ergebnisse für das erste Quartal vor. Diese Zahlen werden konkret belegen, wie stark der Margendruck durch den Konzernumbau ausfällt und wie nah das Management seinem angestrebten Verschuldungsziel bereits gekommen ist.

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