AMD nutzt die Bühne der CES 2026 für ein klares Signal: Das Unternehmen will im KI-Chipmarkt schneller aufholen und sich stärker neben Nvidia positionieren. Neue Produkte für Rechenzentren, PCs und komplette Rack-Systeme sollen genau das möglich machen. Doch reicht der Rückenwind aus OpenAI-Partnerschaft und Produktpipeline, um die bestehende Lücke im Datacenter-Geschäft wirklich zu verkleinern?

OpenAI-Deal rückt in den Fokus

Im Mittelpunkt des Auftritts von CEO Lisa Su stand der Ausbau der Zusammenarbeit mit OpenAI. Deren Präsident Greg Brockman betonte auf der Bühne in Las Vegas, wie entscheidend die nächste Chip-Generation für die Rechenleistung von OpenAI ist. Damit gewinnt die bereits im Oktober vereinbarte Kooperation zusätzliche Sichtbarkeit – auch gegenüber Nvidia.

Aus dem Deal leiten sich mehrere zentrale Punkte ab:

  • Das Volumen soll AMD auf Jahressicht Milliardenumsätze zusätzlich bringen.
  • Erste MI400-Chips für OpenAI sollen 2026 ausgerollt werden.
  • OpenAI wird als Vorzeige-Kunde im Datacenter-Geschäft positioniert.

Für Anleger ist das entscheidend, weil AMD im KI-Servergeschäft bislang deutlich hinter Nvidia liegt. Die Partnerschaft dient hier als Referenzprojekt, das weitere Hyperscaler anziehen könnte – sofern die Technik im Praxiseinsatz überzeugt.

MI400, MI500 und Helios: Angriff im Rechenzentrum

Auf der Produktseite zielt AMD klar auf die nächste Ausbaustufe im KI-Computing. Neben der MI400-Serie stellte Su das künftige Flaggschiff MI500 in Aussicht. Diese GPU-Generation soll laut Ankündigung eine bis zu 1.000-fache Leistungssteigerung gegenüber der MI300X-Generation aus 2023 erreichen. Technisch setzt AMD dabei auf CDNA-6-Architektur, 2‑nm-Fertigung und HBM4E-Speicher, der Marktstart ist für 2027 angepeilt.

Kurzfristiger relevant ist der Start des MI440X, einer Enterprise-Variante der MI400-Familie für On-Premise-KI in Unternehmen. Dieser Chip ist bereits für ein US-Supercomputer-Projekt vorgesehen – ein weiterer Baustein, um im Hochleistungsrechnen sichtbarer zu werden.

Ergänzt wird das Portfolio durch die neue Rack-Plattform „Helios“. Dieses System kombiniert Instinct MI455X GPUs mit kommenden EPYC-„Venice“-CPUs und richtet sich an Hyperscaler und große Cloud-Anbieter. Strategisch ist das ein direkter Angriff auf Nvidias Komplettlösungen im Rack- und Systemgeschäft, wo heute ein Großteil der KI-Budgets landet.

Ryzen AI 400: AMD schiebt im PC-Markt nach

Nicht nur das Rechenzentrum, auch die PC-Seite bekam ein KI-Update. Mit den Ryzen AI 400 und Ryzen AI PRO 400 Prozessoren adressiert AMD das Segment der sogenannten Copilot+-PCs. Die integrierte NPU soll bis zu 60 TOPS liefern, erste Geräte sollen bereits im Januar 2026 auf den Markt kommen.

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Zusätzlich kündigte AMD mehrere Consumer-Produkte an:

  • Ryzen AI Max+ 392 und 388 für KI-Modelle mit bis zu 128 Milliarden Parametern
  • Ryzen 7 9850X3D für Gaming mit Boost-Takt bis 5,6 GHz
  • Ryzen AI Halo als Entwicklerplattform, geplant für das zweite Quartal 2026

Damit versucht AMD, den AI-Trend im PC-Bereich früh zu besetzen und gegenüber Intel und Qualcomm nicht ins Hintertreffen zu geraten. Aus Investorsicht bleibt allerdings entscheidend, wie schnell daraus tatsächlich höhere Stückzahlen und Margen resultieren.

Bewertung: Produktdynamik trifft Bewertungsabschlag

Trotz des starken Nachrichtenflusses bleibt die Aktie fundamental betrachtet mit einem Abschlag gehandelt. Interne Bewertungsmodelle verorten den fairen Wert zwischen 270 und 324,80 US‑Dollar je Anteil. Daraus ergibt sich eine Differenz von rund 32 % zum geschätzten inneren Wert sowie etwa 28 % zum durchschnittlichen Analystenkursziel.

Kursseitig spiegelt sich die längerfristige Aufholbewegung klar wider: Auf Sicht von zwölf Monaten liegt die Performance bei rund 77 %, der Titel notiert nur gut 3 % unter dem 52‑Wochen‑Hoch von 227,15 US‑Dollar. Gleichzeitig steckt noch Altlast im Chart – seit Jahresbeginn ergibt sich ein kleines Minus von gut 1 %, was die Konsolidierung nach der Rally der vergangenen Monate unterstreicht.

In den Analysteneinschätzungen dominiert ein positives Bild: Drei Häuser stufen als „Strong Buy“ ein, 28 mit „Buy“ und elf mit „Hold“. Die Diskrepanz zwischen aktueller Notierung und den Bewertungsmodellen zeigt jedoch, dass der Markt die volle AI-Fantasie noch nicht einpreist – vor allem wegen der offenen Frage, wie viel Nvidia-Anteil AMD im Datacenter-Bereich tatsächlich abnehmen kann.

Nvidia bleibt größter Unsicherheitsfaktor

Denn so ambitioniert das AMD-Programm auch ist: Nvidia setzt den Takt. Auf derselben CES stellte CEO Jensen Huang die neue „Vera Rubin“-Plattform vor und bestätigte den Produktionsstatus. Nvidia erzielt weiterhin Quartalsumsätze im AI-Chipgeschäft in zweistelliger Milliardenhöhe – eine Größenordnung, die AMD bislang klar verfehlt.

AMD flankiert seine Technologieoffensive mit einem 150-Millionen-US‑Dollar schweren Bildungsprogramm für KI sowie Partnerschaften im Bereich humanoider Roboter über Generative Bionics. Diese Initiativen stärken zwar das Narrativ rund um die Marke, lösen aber nicht das Kernthema: Entscheidend für die nächsten Jahre ist, ob der OpenAI-Deal, die MI400-/MI500-Roadmap und Plattformen wie Helios genug technisches und wirtschaftliches Gewicht haben, um den Marktanteil im Datacenter-GPU-Segment spürbar zu verschieben.

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