Amazon investiert massiv in seine technologische Zukunft und startet eine umfassende Initiative für die Cloud-Souveränität in Europa. Doch nicht alles läuft rund: Eine juristische Niederlage im Zusammenhang mit dem Einzelhändler Saks Global belastet das Beteiligungsportfolio des Konzerns. Anleger stehen vor der Frage, ob die aggressive Infrastruktur-Expansion die Risiken im klassischen Retail-Geschäft und die Performance-Lücke zu reinen KI-Werten schließen kann.

Fokus auf digitale Souveränität

Zentraler Treiber der aktuellen Strategie ist der operative Start der „AWS European Sovereign Cloud“. Mit einer angekündigten Investitionssumme von über 7,8 Milliarden Euro bis zum Jahr 2040 unterstreicht der Tech-Gigant seine Ambitionen auf dem europäischen Markt. Der Fokus liegt dabei primär auf Deutschland, wo die erste Cloud-Region in Brandenburg bereits ans Netz gegangen ist.

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Dieser Schritt zielt auf stark regulierte Sektoren ab, die eine strikte Datenhaltung und operative Kontrolle innerhalb der EU benötigen. Erste Nutzer wie die Medizinische Universität Lausitz und der Energieversorger EWE AG zeigen, dass Amazon hier eine spezifische Marktnische adressiert, die über das klassische Cloud-Geschäft hinausgeht.

Parallel dazu sichert sich das Unternehmen die physischen Ressourcen für den KI-Ausbau. Eine strategische Partnerschaft mit Rio Tinto zur Kupferversorgung soll die Hardware-Basis für kommende KI-Anwendungen wie den Assistenten „Rufus“ und Amazon Bedrock gewährleisten.

Rückschlag beim Retail-Portfolio

Während die Cloud-Sparte expandiert, musste Amazon im Bereich der strategischen Beteiligungen eine Niederlage einstecken. In einem Gerichtsprozess um die Insolvenzfinanzierung von Saks Global zog der Konzern am 16. Januar den Kürzeren. Amazon hält einen Anteil von 475 Millionen Dollar an dem Einzelhändler, der nun Gefahr läuft, wertlos zu werden.

Die Gerichtsentscheidung schränkt Amazons Möglichkeiten ein, Einfluss auf den Restrukturierungsprozess zu nehmen. Analysten werten dies als konkretes Scheitern in der externen Retail-Strategie, auch wenn der finanzielle Schaden im Vergleich zur Marktkapitalisierung von rund 2,56 Billionen Dollar überschaubar bleibt.

Divergenz zur Chip-Konkurrenz

Trotz solider Fundamentaldaten hinkt die Amazon-Aktie den reinen KI-Hardware-Werten hinterher. Während Nvidia im Jahr 2025 um fast 39 Prozent zulegte, verzeichnete Amazon lediglich ein Plus von rund 5,2 Prozent. Auch seit Jahresbeginn 2026 steht ein moderater Zuwachs von 5,57 Prozent zu Buche.

Investoren wägen derzeit ab, wie schnell Amazon seine massiven Ausgaben monetarisieren kann. Die Profitabilität stimmt indes: AWS lieferte in den ersten neun Monaten 2025 eine operative Marge von 35,6 Prozent und bleibt der wichtigste Gewinnmotor. Das operative Ergebnis im dritten Quartal übertraf mit 1,95 Dollar pro Aktie die Erwartungen deutlich.

Gemischte Signale von Insidern

Das Bild bei den Marktteilnehmern ist uneinheitlich. Während Senator Markwayne Mullin Ende Dezember Anteile kaufte, trennten sich Unternehmensinsider, darunter CEO Andy Jassy, in den letzten 90 Tagen von Aktien im Wert von rund 18,5 Millionen Dollar. Auch institutionelle Anleger agieren unterschiedlich: City Holding reduzierte die Position leicht, während TriaGen Wealth Management den Anteil unter Verweis auf die europäische Cloud-Expansion deutlich aufstockte.

Die Wachstumsstory für das laufende Jahr hängt nun davon ab, ob Amazon seine Dominanz im Cloud-Computing behaupten kann, während die Konkurrenz neue Chip-Architekturen ausrollt. Das durchschnittliche Kursziel der Analysten von knapp 296 Dollar impliziert, dass die Wall Street trotz der Retail-Sorgen weiter auf die Ertragskraft der Cloud-Sparte setzt.

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