Amazon Aktie: Mehrere Baustellen
Zwei Meldungen innerhalb kurzer Zeit haben Amazon-Aktionäre diese Woche beschäftigt: Der Rückzug der Drohnensparte aus einer Branchenallianz und die Verlegung des Prime Day auf Juni. Beides für sich genommen überschaubar — zusammen mit den strukturellen Belastungen des Konzerns ergibt sich ein komplexeres Bild.
Drohnenstreit und Prime-Day-Verschiebung
Amazons Lieferdrohnen-Einheit Prime Air hat die Commercial Drone Alliance verlassen. Der Grund: Die Allianz lehnt regulatorische Vorgaben für Kollisionsvermeidungssysteme ab, die Amazon für unverzichtbar hält. In einem Brief an die Gruppe verwies Prime Air auf mehr als 70.000 Flüge, bei denen das eigene System zwei potenzielle Kollisionen mit bemannten Flugzeugen verhindert habe. Die Allianz hält dagegen, dass ein leistungsbasierter Rahmen ohne vorgeschriebene Technologieanforderungen ausreiche.
Parallel dazu berichtet Bloomberg, dass Amazon den Prime Day von Juli auf Juni vorziehen will — erstmals seit der Pandemie-Ausnahme eine Verschiebung des Termins. Das hat konkrete Auswirkungen auf die Finanzberichterstattung: Die Umsätze des größten Shopping-Events des Jahres würden künftig im zweiten statt im dritten Quartal anfallen. Im vergangenen Jahr generierte der Prime Day 24,1 Milliarden Dollar an Online-Umsätzen bei US-Händlern — ein Plus von 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Starke Fundamentaldaten, schwache Kursentwicklung
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Amazons Aktie steht seit Jahresbeginn unter Druck und notiert rund fünf Prozent unter dem Niveau vom 1. Januar. Die Belastungen sind bekannt: Marktanteilsverluste im Cloud-Geschäft, Zollrisiken für den E-Commerce und Bedenken über die hohen KI-Investitionen. Für 2026 plant Amazon Kapitalausgaben von rund 200 Milliarden Dollar. Der freie Cashflow sank im Zwölfmonatszeitraum von 38,2 auf 11,2 Milliarden Dollar — direkte Folge eines Anstiegs der Investitionsausgaben um 50,7 Milliarden Dollar.
Das operative Geschäft läuft unterdessen solide. Im vierten Quartal erzielte Amazon ein Betriebsergebnis von 25,0 Milliarden Dollar, nach 21,2 Milliarden im Vorjahr. Analysten erwarten für den Zeitraum 2025 bis 2028 ein jährliches Umsatzwachstum von 12,2 Prozent — was den Konzern bis 2028 über die Marke von einer Billion Dollar Jahresumsatz bringen würde. 92 Prozent der Analysten empfehlen die Aktie zum Kauf, mit einem mittleren Kursziel von 285 Dollar.
FTC-Verfahren als nächster Prüfstein
Ein weiterer Unsicherheitsfaktor wartet im Hintergrund: Am 29. März 2027 beginnt der FTC-Kartellprozess gegen Amazon. Die Bundeshandelsbehörde und mehrere Staatsanwälte werfen dem Konzern vor, seine marktbeherrschende Stellung bei Preisgestaltung und Eigenmarken zu missbrauchen. Ein Urteil zugunsten der Kläger könnte Amazon zwingen, Teile seines Fulfillment-Geschäfts abzustoßen oder die Bevorzugung eigener Produkte einzuschränken — ein Risiko, das der Markt bislang kaum eingepreist hat.
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