Amazon Aktie: Kupfer gesichert
Amazon setzt auf Rohstoffsicherung für seine KI-Infrastruktur. Während der Tech-Riese massiv in Europa expandiert, schreibt er gleichzeitig eine halbe Milliarde Dollar im Retail-Geschäft ab. Die Prioritäten verschieben sich – und die Börse nimmt es zur Kenntnis.
Kupfer-Deal gegen Engpässe
Amazon Web Services (AWS) hat sich den Zugang zu einem kritischen Rohstoff gesichert: Kupfer aus der Johnson Camp Mine in Arizona. Der Vertrag mit Rio Tinto läuft über zwei Jahre und umfasst rund 14.000 Tonnen Kupferkathoden über vier Jahre. Das Material fließt direkt in die physische Infrastruktur der KI-Rechenzentren – Verkabelung, Transformatoren, Kühlsysteme.
Besonders ist die Produktionsmethode: Rio Tinto nutzt Bioleaching-Technologie, bei der Mikroorganismen Kupfer aus minderwertigem Erz lösen. Es ist die erste neue Kupferquelle in den USA seit über einem Jahrzehnt. Im Gegenzug liefert AWS Cloud-Analysen zur Optimierung des Abbaus. Die vertikale Integration zielt auf einen drohenden Engpass: Der Kupferbedarf von Hyperscale-Rechenzentren steigt rasant.
Europäische Souveränität als Türöffner
Parallel dazu ging am Wochenende die "European Sovereign Cloud" von AWS live. Die neue Cloud-Region ist physisch und logisch vom globalen AWS-Netzwerk getrennt und wird ausschließlich von EU-Bürgern betrieben. Geplante Investition: über 7,8 Milliarden Euro in Deutschland.
Der Hintergrund: Regulatorischer Druck wegen des US CLOUD Act. Mit der souveränen Infrastruktur zielt Amazon auf hochregulierte Branchen und den öffentlichen Sektor in der EU ab – sensible Regierungsaufträge inklusive.
Retail-Investment wird wertlos
Auf der anderen Seite steht ein konkreter Verlust: Amazon stuft seine 475 Millionen Dollar schwere Beteiligung an Saks Global als "voraussichtlich wertlos" ein. Der Luxushändler hat Insolvenz nach Chapter 11 angemeldet. Amazon hatte die Vorzugsaktien 2024 im Rahmen der 2,7-Milliarden-Dollar-Übernahme von Neiman Marcus erworben.
In Gerichtsunterlagen vom Freitag kritisiert Amazon scharf, dass Saks innerhalb von zwölf Monaten Hunderte Millionen Dollar verbrannt und Budgetziele verfehlt habe. Obwohl ein Bundesrichter eine erste Rettungsfinanzierung über 400 Millionen Dollar genehmigte, droht Amazon mit "drastischen rechtlichen Mitteln" wegen Kapitalfehlverwaltung.
Die Schlusskurse sprechen eine klare Sprache: Amazon beendet die Woche bei 239,12 Dollar, die Marktkapitalisierung liegt bei rund 2,56 Billionen Dollar. Analysten wie TD Cowen haben ihre Kursziele jüngst auf 315 Dollar angehoben. Der Fokus liegt auf der langfristigen Wertschöpfung durch gesicherte Rohstoffversorgung – der Retail-Abschreiber ist bereits eingepreist.
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