Amazon will in Europa groß ausbauen – und stolpert ausgerechnet in derselben Woche über ein internes Technikproblem. Am Donnerstag stand die Shopping-Plattform in den USA zeitweise still, weil ein Software-Update schiefging. Für Anleger prallen damit zwei Bilder aufeinander: operative Anfälligkeit im Tagesgeschäft – und eine milliardenschwere Cloud-Offensive mit langem Atem.

Ausfall durch Software-Update

Amazon bestätigte, dass ein „Software Code Deployment“ einen stundenlangen Ausfall auslöste. Betroffen waren zentrale Funktionen wie Checkout, Kontozugriff und Produktseiten. Auf Downdetector schnellten die Meldungen innerhalb weniger Stunden auf über 22.000 Berichte, bevor sich die Lage am Abend deutlich beruhigte.

Nutzer berichteten von fehlgeschlagenen Bestellungen, schwankenden Preisen, App-Abstürzen und Problemen beim Zugriff auf Bestellhistorien. Auch verbundene Dienste waren teils beeinträchtigt: Amazon Fresh, in Einzelfällen zudem Prime Video und der Kindle Store.

Amazon entschuldigte sich und erklärte, das Problem sei behoben, Website und App liefen wieder stabil. Der Zwischenfall liefert gleichzeitig neue Munition für Kritiker der Marktmacht: Wenn eine einzelne Störung so viele Kunden und Händler trifft, rückt die Abhängigkeit vom Marktplatz noch stärker in den Fokus der Regulierer.

AWS-Probleme im Hintergrund – aber „nicht verbunden“

Zeitgleich gab es separat belastende Schlagzeilen rund um Amazon Web Services (AWS) im Nahen Osten. Dort kam es laut Bericht zu Ausfällen, nachdem Drohnenangriffe drei Rechenzentren in den Vereinigten Arabischen Emiraten und Bahrain beschädigt haben sollen. Iranische Staatsmedien sprachen von einem gezielten Angriff auf das AWS-Rechenzentrum in Bahrain.

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Amazon betonte allerdings klar: Der US-Retail-Ausfall am 5. März habe nichts mit den Drohnenangriffen zu tun, sondern sei intern durch die fehlerhafte Software-Ausspielung verursacht worden. Zudem teilte das Unternehmen am Donnerstag mit, die Cloud-Services liefen normal.

33,7 Milliarden Euro für Spanien

Nur wenige Tage vor dem Ausfall setzte Amazon auf der MWC26 in Barcelona ein Ausrufezeichen: Bis zu 33,7 Milliarden Euro sollen in Spanien in den Ausbau und Betrieb von Rechenzentrums-Infrastruktur fließen – als Erweiterung einer bereits 2024 angekündigten Investition. Ziel ist es, KI- und Cloud-Kapazitäten für Organisationen in Europa auszubauen.

Der geplante Ausbau der AWS-Region in Aragón soll laut Amazon bis 2035 das spanische BIP kumuliert um 31,7 Milliarden Euro erhöhen und rechnerisch rund 29.900 Vollzeitstellen pro Jahr unterstützen. Zusätzlich sind konkrete Projekte rund um Serverfertigung, -montage, -lagerung und Recycling angekündigt, darunter auch Systeme für KI und Machine Learning. Außerdem plant Amazon bis 2035 Community-Programme in Spanien mit 30 Millionen Euro zu fördern.

An der Börse zeigt sich dabei ein bekanntes Spannungsfeld: Die Aktie notiert heute bei 185,30 Euro (-1,75%) und liegt damit weiter unter ihren wichtigen gleitenden Durchschnitten – ein Zeichen, dass der Markt die kurzfristigen Belastungen durch hohe Investitionen nicht einfach wegwischt.

Was Anleger gerade wirklich abwägen

Der Kern der Debatte bleibt die gleiche: Amazons Investitionszyklus wird schwerer. Das Management plant für 2026 laut Quelle rund 200 Milliarden Dollar an Investitionen – vor allem für AWS. Das drückt kurzfristig den freien Cashflow, soll aber mittelfristig Wachstum und Kapazität im Cloud- und KI-Geschäft absichern.

Gleichzeitig hängt an AWS besonders viel: Die Sparte ist margenträchtig, steht aber unter steigendem Wettbewerbsdruck durch Microsoft Azure und Google Cloud. Positiv: AWS wuchs im vierten Quartal laut Bericht mit 24% so schnell wie seit 13 Quartalen nicht mehr – ein Argument, warum Amazon das Tempo bei Infrastruktur und KI hochhält. Kann Amazon diese Investitionswucht in dauerhaft starke Ergebnisse übersetzen? Genau das wird sich daran messen lassen, ob Wachstum und Cashflow in den kommenden Quartalen zusammenfinden.

Der nächste konkrete Prüfstein ist bereits terminiert: Die nächsten Zahlen werden im Artikel für den 29. April 2026 erwartet – mit Fokus auf AWS-Wachstum, Werbedynamik und die Frage, wie stark die massiven Infrastrukturzusagen die Finanzkennzahlen kurzfristig belasten.

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