Für Amazon verschwimmen die Grenzen zwischen Tech-Gigant und geopolitischem Ziel zunehmend. Iranische Drohnenangriffe auf drei AWS-Standorte im Nahen Osten markieren eine beispiellose Eskalation für die gesamte Cloud-Branche und sorgten für lokale Ausfälle. Während physische Schäden die Infrastruktur bedrohen, setzt der Konzern intern den Rotstift an und baut erneut Stellen in der Robotik-Sparte ab.

Ein neuer Risikofaktor für die Cloud

Bislang konzentrierten sich Sicherheitsdebatten bei Cloud-Anbietern primär auf Cyberattacken. Die Ereignisse dieser Woche ändern diese Risikowahrnehmung fundamental: Erstmals wurden Anlagen eines US-Hyperscalers Ziel direkter militärischer Schläge. Betroffen waren zwei AWS-Standorte in den Vereinigten Arabischen Emiraten sowie einer in Bahrain. Laut iranischen Staatsmedien galt der Angriff in Bahrain der Unterstützung des US-Militärs durch Amazon.

Die Folgen waren spürbar, wenn auch regional begrenzt. Durch Feuer, Löschwasser und Stromausfälle kam es zu Störungen bei namhaften Kunden wie der Taxiplattform Careem oder der Bank Emirates NBD. Zwar konnte Amazon durch die Umleitung von Datenverkehren einen globalen Ausfall verhindern, doch die physische Verwundbarkeit der Serverfarmen ist nun offensichtlich. Experten der University of Notre Dame betonen zwar die Resilienz durch redundante Zonen, doch die Reparatur der physischen Schäden dürfte Zeit in Anspruch nehmen.

Sparkurs in der Robotik-Sparte

Ungeachtet der externen Bedrohung treibt CEO Andy Jassy die interne Effizienzsteigerung weiter voran. Nur wenige Wochen nach der Streichung von 16.000 Stellen im gesamten Konzern trifft es nun die Robotik-Abteilung. Berichten zufolge fallen dort über 100 Positionen weg.

Dieser Schritt erfolgt kurz nach dem Entwicklungsstopp des prestigeträchtigen "Blue Jay"-Roboterprojekts. Das Management begründet die Maßnahmen mit notwendigen Kostensenkungen und Umstrukturierungen. Jassys Ziel bleibt klar definiert: Bürokratie abbauen und Amazon wieder agiler aufstellen – ähnlich einem riesigen Startup.

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Teure Zukunftswetten belasten Cashflow

Die finanziellen Rahmenbedingungen für Amazon bleiben trotz der Unruhen solide, wenngleich kapitalintensiv. Mit einem Jahresumsatz von fast 717 Milliarden US-Dollar hat der Konzern Walmart überholt. Allerdings fordert der massive Ausbau der KI-Infrastruktur seinen Tribut: Der freie Cashflow ist seit Quartalen rückläufig und könnte angesichts geplanter Investitionen (CapEx) von 200 Milliarden Dollar im Jahr 2026 sogar ins Negative drehen.

An der Börse sorgt diese Gemengelage für Zurückhaltung. Die Amazon-Aktie verzeichnet seit Jahresanfang ein Minus von 2,73 % und notiert aktuell bei rund 188 Euro. Investoren wägen derzeit ab, ob die enormen Ausgaben die langfristige Marktführerschaft im Cloud- und KI-Sektor sichern können oder kurzfristig die Margen zu stark belasten.

Ausblick: Kartellamt wartet schon

Die Drohnenangriffe erzwingen kurzfristig eine Neubewertung der Sicherheitskosten für Rechenzentren in politisch instabilen Regionen. Während Amazon die physischen Schäden beseitigt, rückt bereits das nächste Großereignis in den Kalender: Am 29. März 2027 beginnt der Kartellrechtsprozess gegen die US-Handelsaufsicht FTC. Nach der Bewältigung physischer und betriebswirtschaftlicher Herausforderungen wird sich der Konzern dann juristisch gegen Vorwürfe monopolistischer Praktiken verteidigen müssen.

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