Amazon Aktie: Historischer Stellenabbau
Amazon steht vor einem paradoxen Moment: Trotz sprudelnder Gewinne bereitet der E-Commerce-Gigant die zweite Welle der größten Entlassungsserie seiner dreißigjährigen Geschichte vor. CEO Andy Jassy greift hart durch und plant, bereits in der kommenden Woche rund 14.000 weitere Stellen in der Verwaltung zu streichen. Während das Unternehmen operativ glänzt, stellen sich Anleger die Frage: Warum radikalisiert der Konzern seinen Sparkurs ausgerechnet jetzt?
Kulturwandel statt Geldnot
Anders als bei früheren Sparmaßnahmen steht Amazon dieses Mal finanziell robust da. Während der Konzern 2022 noch einen Verlust von 2,7 Milliarden US-Dollar verbuchte, stehen für die ersten neun Monate des Jahres 2025 Gewinne von über 56 Milliarden US-Dollar in den Büchern. Dennoch wächst der Druck auf die Belegschaft.
CEO Andy Jassy begründet den Schritt nicht mit finanzieller Not, sondern mit struktureller Ineffizienz. Das jahrelange Hyperwachstum habe zu einem Übermaß an Managementebenen geführt. Ziel sei es, die "organisatorische Ausuferung" zu bekämpfen, um wieder schneller und agiler zu werden. Insgesamt summieren sich die Streichungen auf 30.000 Stellen – das entspricht fast 10 Prozent der Verwaltungsbelegschaft.
Die Maßnahmen treffen dabei zentrale Nervenzentren des Konzerns:
* AWS: Die hochprofitable Cloud-Sparte
* Retail: Das Kerngeschäft im E-Commerce
* Prime Video: Die Streaming- und Unterhaltungsabteilung
* PXT: Die Personalabteilung
Teurer Fokus auf KI-Infrastruktur
Auch wenn Jassy betont, dass der Abbau nicht primär durch KI getrieben sei, verschieben sich die Investitionsschwerpunkte massiv. Die gesamte Tech-Branche steckt derzeit Milliarden in den Ausbau von KI-Infrastrukturen. Amazon selbst plant für das Gesamtjahr 2025 Investitionsausgaben (CapEx) von rund 125 Milliarden US-Dollar, mit weiter steigender Tendenz für 2026.
Um diese gewaltigen Summen für Rechenzentren und Rechenkapazitäten zu stemmen, wird an anderer Stelle Effizienz eingefordert. Die Cloud-Sparte AWS bleibt dabei der wichtigste Gewinnbringer: Im dritten Quartal steuerte sie 11,4 Milliarden US-Dollar zum operativen Ergebnis bei – rund 65 Prozent des Gesamtgewinns.
Aktie unter Druck
Die Unsicherheit über die interne Umstrukturierung spiegelt sich auch im Kurs wider. Die Amazon-Aktie geriet zuletzt unter Druck und verlor auf Wochenbasis gut 3 Prozent, was den Schlusskurs am Freitag auf 231,19 US-Dollar drückte. Für die betroffenen Mitarbeiter der ersten Entlassungswelle läuft derweil die Zeit ab: Die 90-tägige Frist zur internen Stellensuche endet am Montag, den 26. Januar 2026 – zeitgleich mit dem erwarteten Beginn der neuen Kündigungswelle.
Zahlenwerk im Februar
Für Anleger wird es nun kurzfristig auf die harten Fakten ankommen. Amazon veröffentlicht seine Ergebnisse für das vierte Quartal 2025 am 5. Februar 2026. Hier wird sich zeigen, ob die Effizienzmaßnahmen bereits Früchte tragen und wie der teure Ausbau der KI-Sparte die Margen beeinflusst. Langfristig droht zudem juristisches Ungemach: Ein Kartellprozess der US-Handelsaufsicht FTC ist für März 2027 terminiert.
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