Amazon stellt sein Unternehmen so konsequent um wie seit Jahren nicht mehr. Der Konzern streicht zehntausende Stellen im Konzernbereich und setzt gleichzeitig voll auf das Wachstum der Cloud-Sparte AWS. Entscheidend ist nun, ob dieser harte Sparkurs tatsächlich in deutlich höheren Margen mündet.

Größter Stellenabbau der Unternehmensgeschichte

Auslöser der aktuellen Diskussion ist eine zweite große Entlassungsrunde im Konzernbereich. Ab kommender Woche will Amazon rund 14.000 weitere Corporate-Jobs streichen. Zusammen mit der bereits im Oktober 2025 vollzogenen ersten Welle summiert sich der Abbau damit auf etwa 30.000 Stellen – rund 10 % der Konzernbelegschaft in diesen Funktionen und der größte Personalabbau in der Firmengeschichte.

Betroffen sind zentrale Bereiche:

  • Amazon Web Services (AWS)
  • Retail-Geschäft
  • Prime Video
  • PXT (People Experience and Technology / HR)

CEO Andy Jassy betont, die Maßnahme sei weder eine Notreaktion auf finanzielle Probleme noch primär ein Effekt von KI-Automatisierung. Im Vordergrund stehe der Abbau von Managementebenen und Bürokratie. Ziel ist ein kultureller „Reset“, der Entscheidungen beschleunigen und die Organisation schlanker machen soll.

An der Börse sorgt dieser Schritt bislang nicht für Unruhe. Die Aktie notiert aktuell bei 231,19 USD und liegt damit zwar etwas unter dem Jahreshoch, aber deutlich über dem 52‑Wochentief – der Markt scheint den Effizienzschritt also eher als margenstärkende Maßnahme einzuordnen als als Krisensignal.

AWS als Wachstumsmotor

Parallel zum Personalumbau steigen die Erwartungen an die Zahlen für das vierte Quartal 2025. Besonders im Fokus steht AWS, das weiterhin als wichtigster Gewinnbringer des Konzerns gilt.

Analysten rechnen damit, dass das Umsatzwachstum von AWS im Schlussquartal auf 22,5 % gegenüber dem Vorjahr anzieht. Diese Beschleunigung ist zentral für die Investmentstory: Je stärker das hochmargige Cloud-Geschäft wächst, desto eher können die Einsparungen im Konzernbereich direkt im operativen Ergebnis sichtbar werden.

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Auch auf Konzernebene liegen die Konsensschätzungen deutlich im Plus:

  • Umsatz Q4 2025: 212,8 Mrd. USD (+13,3 % gegenüber Vorjahr)
  • Operatives Ergebnis: 25,7 Mrd. USD
  • Zahlenvorlage: Anfang Februar 2026 (erwartet um den 4.–5. Februar)

Der US-Analyst Ronald Josey (Citi) bleibt entsprechend optimistisch und sieht das Kursziel bei 320 USD – deutlich über dem aktuellen Kursniveau. Begründet wird dies vor allem mit der Kombination aus Kostenprogramm und anhaltendem Wachstum im Cloud-Geschäft.

Bewertung und Markteinordnung

Bewertungstechnisch wird Amazon weiter als Wachstumswert gehandelt. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (TTM) liegt bei rund 33,4 und reflektiert die Erwartung, dass die aktuellen Restrukturierungen in den kommenden Quartalen spürbar mehr Ergebnis pro Aktie liefern.

Der Kurs bewegt sich im Rahmen der vergangenen zwölf Monate im oberen Drittel der Handelsspanne: Vom 52‑Wochen-Hoch ist der Titel mit gut 6 % etwas entfernt, liegt aber mehr als 50 % über dem Tief. Auch technisch zeigt sich ein eher konstruktives Bild, der aktuelle Kurs liegt deutlich über den gängigen gleitenden Durchschnitten.

Interessant ist der Kontrast zwischen den Negativschlagzeilen zum Stellenabbau und der gelassenen Kursentwicklung. Marktteilnehmer gewichten offensichtlich die Perspektive steigender operativer Erträge und den Rückenwind bei AWS höher als die kurzfristig belastenden Personalmaßnahmen.

Analysten bleiben klar positiv

Im Analystenlager überwiegt klar der positive Blick. Das durchschnittliche 12‑Monats-Kursziel liegt bei rund 294,45 USD, was einem deutlichen Aufschlag zum aktuellen Kurs entspricht. Die Mehrheit der Häuser stuft die Aktie entsprechend mit einem sehr positiven Votum ein.

Tragende Argumente:

  • Straffung der Organisation mit Fokus auf Effizienz
  • Deutliche zweistellige Wachstumsraten im margenstarken Cloud-Geschäft
  • Erwarteter Anstieg von Umsatz und operativem Ergebnis im Q4

Maßgeblicher Prüfstein wird nun die Ergebnisvorlage Anfang Februar. Dann zeigt sich, in welchem Umfang der aggressive Stellenabbau und die strukturellen Anpassungen bereits in den Zahlen ankommen und ob AWS das erhoffte Tempo tatsächlich liefert.

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