Amazon hat diese Woche eine der größten Unternehmensanleihen der Geschichte platziert. 36,9 Milliarden Dollar in einem einzigen Zug — das ist kein routinemäßiger Kapitalmarktschritt, sondern das Fundament einer umfassenden Wette auf die KI-Infrastruktur der nächsten Dekade. Dass die Aktie seit Jahresbeginn rund sechs Prozent im Minus liegt, macht den Kontrast zur operativen Dynamik des Konzerns besonders deutlich.

Die Anleihe im Kontext

Am 13. März schloss Amazon die Transaktion ab: 36,9 Milliarden Dollar in elf Tranchen mit Laufzeiten von zwei bis 50 Jahren, begleitet von J.P. Morgan, Citigroup, Goldman Sachs und HSBC. Die Nachfrage übertraf alle Erwartungen — rund 126 Milliarden Dollar an Kaufaufträgen gingen ein, einer der größten Orderbücher in der Geschichte des Unternehmensanleihemarkts. Das ursprüngliche Zielvolumen von 25 bis 30 Milliarden Dollar wurde angesichts dieser Nachfrage nach oben angepasst.

Es ist die viertgrößte US-Unternehmensanleihe aller Zeiten — und die größte, die nicht mit einer Akquisition verknüpft ist. Zusätzlich plant Amazon seinen Einstieg in den europäischen Anleihemarkt mit einem weiteren Volumen von mindestens zehn Milliarden Euro.

KI als Treiber des Kapitalhungers

Hinter dem Kapitalbedarf steckt ein konkretes Investitionsprogramm: Amazon hat angekündigt, 2026 rund 200 Milliarden Dollar in Rechenzentren, Chips und KI-Infrastruktur zu investieren — mehr als Analysten erwartet hatten. Amazon ist damit Teil einer Welle von Hyperscalern, die massiv in KI-Kapazitäten investieren. Alphabet sammelte im vergangenen Monat rund 32 Milliarden Dollar am Anleihemarkt ein, Oracle 25 Milliarden Dollar.

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Strategisch untermauert wird das durch die Partnerschaft mit OpenAI. Amazon investiert insgesamt 50 Milliarden Dollar in das KI-Unternehmen — zunächst 15 Milliarden, gefolgt von weiteren 35 Milliarden bei Erfüllung bestimmter Bedingungen. AWS wird exklusiver Cloud-Distributionspartner für OpenAI Frontier. Analysten von William Blair schätzen, dass die erweiterte Vereinbarung Amazon rund 17 Milliarden Dollar jährlich an AWS-Umsatz einbringen könnte — etwa elf Prozent des für 2026 erwarteten AWS-Gesamtumsatzes.

Starke Fundamentaldaten, schwacher Kurs

Die operative Basis ist solide: 2025 wuchs der Nettoumsatz um zwölf Prozent auf 716,9 Milliarden Dollar, die Betriebsmarge weitete sich aus, und der Gewinn je Aktie legte um 30 Prozent zu. Analysten erwarten bis 2028 ein jährliches Umsatzwachstum von 12,2 Prozent — womit Amazon die Billionen-Dollar-Marke beim Jahresumsatz überschreiten würde.

Dennoch steht der Kurs unter Druck. Investoren zweifeln daran, welche konkreten Renditen die enormen KI-Investitionen langfristig liefern werden. Dieses Sentiment belastet nicht nur Amazon — unter den sogenannten Magnificent Seven schnitten 2026 bislang nur Tesla und Microsoft noch schlechter ab.

Die Bewertung liegt aktuell beim etwa 29-fachen der Gewinne, was in etwa dem S&P-500-Durchschnitt entspricht. Rund 92 Prozent der Analysten empfehlen die Aktie zum Kauf, mit einem medianen Kursziel von 285 Dollar — das entspräche einem Aufwärtspotenzial von rund 33 Prozent gegenüber dem aktuellen Niveau. Ob die laufende Investitionsphase dieses Potenzial tatsächlich freisetzt, wird sich spätestens dann zeigen, wenn AWS-Wachstum und Margenentwicklung die Kapitalkosten dieser historischen Anleihe rechtfertigen müssen.

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