Amazon baut seine KI-Infrastruktur massiv aus und greift dafür tief in die Tasche. Um die enormen Investitionen zu stemmen, hat der Tech-Gigant nun eine der größten Unternehmensanleihen der Geschichte platziert. Gleichzeitig bittet der Konzern seine Streaming-Kunden stärker zur Kasse, um das lukrative Werbegeschäft weiter abzusichern.

Milliarden für Rechenzentren

Der E-Commerce- und Cloud-Riese plant für das Jahr 2026 gewaltige Ausgaben. Rund 200 Milliarden US-Dollar sollen in Rechenzentren, spezielle Chips und die dazugehörige Ausrüstung fließen. Da die Barreserven von 84 Milliarden Dollar dafür nicht ausreichen, zapft Amazon den Anleihemarkt an. Vergangene Woche sammelte das Unternehmen fast 37 Milliarden Dollar in den USA sowie weitere 14,5 Milliarden Euro bei seinem Debüt am europäischen Markt ein. Die Nachfrage der Investoren war außergewöhnlich hoch, das US-Orderbuch zählte zu den größten, die je für eine Unternehmensanleihe verzeichnet wurden.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Amazon?

Prime Video wird teurer

Abseits der Kapitalmärkte dreht der Konzern an der Preisschraube. Wer Prime Video ab dem 10. April ohne Werbeunterbrechungen nutzen möchte, zahlt mit 4,99 US-Dollar pro Monat künftig 67 Prozent mehr. Das werbefreie Angebot wird unter dem Namen "Prime Video Ultra" neu vermarktet und bietet exklusiven Zugang zu 4K-Streaming sowie bis zu fünf parallele Streams.

Die Strategie dahinter ist klar kalkuliert. Entweder spült das teurere Abonnement direkt mehr Geld in die Kassen, oder die Nutzer verbleiben in der werbefinanzierten Basisversion. Letztere erreicht weltweit bereits 315 Millionen Zuschauer und bildet das Rückgrat von Amazons Werbeoperationen, die jährlich knapp 69 Milliarden Dollar umsetzen.

Starke Zahlen, skeptische Anleger

Operativ lief es zuletzt hervorragend. Im Geschäftsjahr 2025 kletterte der Umsatz um 12 Prozent auf knapp 717 Milliarden Dollar, während der Nettogewinn 77,7 Milliarden Dollar erreichte. An der Börse macht sich aktuell dennoch Zurückhaltung breit. Seit Jahresbeginn verzeichnet das Papier ein Minus von 5,52 Prozent und notiert derzeit bei 182,64 Euro. Anleger sorgen sich, dass die aggressiven Investitionen in die Cloud- und KI-Infrastruktur die Profitabilität kurzfristig belasten. Einige institutionelle Investoren befürchten eine Phase der Stagnation, bis die Milliardeninvestitionen erste Renditen abwerfen.

Ein weiterer Unsicherheitsfaktor wartet im Herbst. Für Oktober 2026 ist ein Kartellverfahren der US-Behörde FTC angesetzt, das im extremsten Fall zu einer Aufspaltung der Logistiksparte führen könnte. Die Wall Street lässt sich davon bisher nicht beirren. Eine überwältigende Mehrheit von 92 Prozent der Analysten rät weiterhin zum Kauf der Aktie und ruft ein mittleres Kursziel von 285 US-Dollar auf.

Amazon-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Amazon-Analyse vom 16. März liefert die Antwort:

Die neusten Amazon-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Amazon-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 16. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Amazon: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...