Der Tech-Gigant Amazon bewegt sich derzeit in einem extremen Spannungsfeld. Während italienische Staatsanwälte wegen angeblich nicht gezahlter Steuern in Milliardenhöhe vor Gericht ziehen, öffnet der Konzern für seine Cloud-Sparte die Kasse so weit wie nie zuvor. Ein beispielloses Investitionsprogramm soll die Vorherrschaft im Bereich der Künstlichen Intelligenz zementieren.

Licht und Schatten in Europa

In Italien fordern Ermittler einen Strafprozess gegen die europäische Amazon-Tochter und vier Manager. Es geht um den Vorwurf, zwischen 2019 und 2021 rund 1,2 Milliarden Euro an Mehrwertsteuern nicht abgeführt zu haben. Die Behörden prüfen, ob die Marktplatz-Struktur des Unternehmens es Verkäufern außerhalb der EU ermöglichte, Steuerpflichten zu umgehen. Bemerkenswert ist dieser Schritt, da der Konzern bereits zuvor 527 Millionen Euro im Rahmen eines Vergleichs an die dortigen Steuerbehörden gezahlt hatte.

Gleichzeitig verbuchte Amazon in Luxemburg einen wichtigen juristischen Sieg. Ein EU-Gericht kippte eine Rekordstrafe von 746 Millionen Euro wegen angeblicher Datenschutzverstöße. Die Richter bewerteten die Analyse der zuständigen Aufsichtsbehörde als unzureichend. Beide Fälle unterstreichen die anhaltenden Reibungspunkte zwischen dem globalen Geschäftsmodell des Unternehmens und den europäischen Regulierungsbehörden.

Rekordsummen für die Cloud

Um das aggressive Wachstum bei der Künstlichen Intelligenz zu finanzieren, hat Amazon gerade eine umfangreiche Unternehmensanleihe platziert. Die Erlöse fließen direkt in ein gewaltiges Investitionsbudget. Für das Jahr 2026 plant der Konzern Ausgaben von über 200 Milliarden US-Dollar – ein massiver Sprung gegenüber den 131 Milliarden US-Dollar aus dem Vorjahr.

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Das Geld fließt primär in neue Rechenzentren und eigene Hardware. So kooperiert die Cloud-Sparte AWS neuerdings mit Cerebras Systems. Die Integration spezieller KI-Chips soll die Rechenprozesse beschleunigen und gleichzeitig die Kosten für die Kunden senken. Damit rüstet sich Amazon für den verschärften Wettbewerb mit Microsoft und Alphabet.

Neue Einnahmequellen im Fokus

Auch im Endkundengeschäft passt das Management die Stellschrauben an, um die Margen zu stärken. Der lukrative Prime Day rückt vom traditionellen Juli in den späten Juni. Zusätzlich führt das Unternehmen in den USA einen neuen "Ultra"-Tarif für Prime Video ein. Für zwei US-Dollar mehr pro Monat können Nutzer die Inhalte werbefrei streamen. Solche Preisanpassungen helfen dabei, den durchschnittlichen Umsatz pro Nutzer zu steigern und die wachsenden Kosten für Content-Produktionen abzufedern.

An der Börse reagierten Anleger auf den extrem hohen Kapitalbedarf zunächst zurückhaltend. Das Papier ging am Freitag bei 181,72 Euro aus dem Handel und verzeichnet damit seit Jahresbeginn ein leichtes Minus von 6,00 Prozent. Der Kurs notiert aktuell knapp unter der wichtigen 50-Tage-Linie von 190,64 Euro.

Trotz der anfänglichen Sorgen über den kurzfristigen freien Cashflow liefert das operative Geschäft robuste Argumente für die teure Expansion. Die Cloud-Sparte AWS glänzte im Schlussquartal 2025 mit einer operativen Marge von 35,1 Prozent und sitzt auf einem Auftragsbestand von 244 Milliarden US-Dollar. Analysten von Wolfe Research und Evercore sehen genau hier den Hebel für das laufende Geschäftsjahr. Die wachsende KI-Infrastruktur und die erneute Beschleunigung der Cloud-Umsätze bilden ein solides Fundament für die weitere fundamentale Entwicklung des Konzerns.

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