Amazon Aktie: Analysten optimistisch
Amazon bleibt nur knapp unter dem Jahreshoch, während Analysten ihre Kursziele deutlich anheben und CEO Andy Jassy zugleich vor Belastungen durch Zölle warnt. Zwischen positiven Signalen aus dem Cloud-Geschäft und steigenden Importkosten entsteht ein Spannungsfeld, das die Erwartungen an die kommenden Quartalszahlen prägt.
- Kurs leicht im Plus, nahe 52‑Wochen-Hoch
- Mehrere Häuser mit klaren Kaufempfehlungen und Kurszielen bis 335 Dollar
- CEO Jassy warnt vor zunehmenden Effekten der US-Zölle auf Verbraucherpreise
- AWS beschleunigt Wachstum, stützt die Investmentstory
Analystenstimmen und neue Projekte
Am 21. Januar erhielt die Aktie Rückenwind von mehreren größeren Adressen. Evercore ISI bestätigte seine Einstufung „Outperform“ und setzte das Kursziel auf 335 US‑Dollar. Ausgehend vom aktuellen Kursniveau entspricht das einem Aufwärtspotenzial von rund 45 %. Begründet wird dies unter anderem mit Amazons „Regionalization-by-design“-Ansatz: Das Logistiknetzwerk wird stärker regional ausgerichtet, was die Kosten senken und die Durchsatzleistung erhöhen soll. Evercore erwartet bis ins dritte Quartal 2025 hinein eine weitere Verbesserung der Stückkosten.
Arete Research erhöhte sein Kursziel von 264 auf 283 US‑Dollar und blieb bei „Buy“. Auch Bernstein-Analyst Mark Shmulik bekräftigte seine Kaufempfehlung mit einem Ziel von 300 US‑Dollar. Insgesamt sehen die Analysten die Bewertung – mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 32 – im Vergleich zur eigenen Historie und zur erwarteten Dynamik im Cloud-Geschäft (AWS) weiterhin als attraktiv an.
Daneben meldete Amazon am 21. Januar strategische Erweiterungen. So wird ein agentenbasierter KI-Gesundheitsassistent in die One‑Medical‑App integriert, was die Präsenz im Gesundheitssektor ausbaut. Zudem plant das Unternehmen einen rund 230.000 Quadratfuß großen Megastore im US‑Bundesstaat Illinois, dessen Eröffnung für 2027 avisiert ist.
Zölle, Margen und die Bilanz von 2025
Parallel zu den positiven Analystenstimmen zeichnete CEO Andy Jassy auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos ein deutlich vorsichtigeres Bild der makroökonomischen Lage. In einem Interview erklärte er, dass die von der US-Regierung eingeführten umfangreichen Zölle nun spürbar bei den Endkunden ankommen.
Amazon und viele Drittanbieter hätten einen Großteil des Jahres 2025 versucht, die Mehrkosten abzufedern, indem sie Lagerbestände nutzten, die noch vor Einführung der Zölle aufgebaut worden waren. Diese Vorräte seien im Herbst 2025 jedoch weitgehend aufgebraucht worden. Seitdem schlagen höhere Importkosten stärker auf die Verkaufspreise durch. Angesichts von Einzelhandelsmargen im Bereich „mittlerer einstelliger Prozentwerte“ sei der Spielraum, zusätzliche Steuer- oder Zollbelastungen intern zu schlucken, begrenzt.
Diese Einschätzungen stehen vor dem Hintergrund eines vergleichsweise schwachen Börsenjahres 2025. Die Amazon-Aktie legte im Jahresverlauf nur etwa 5 % zu und blieb damit deutlich hinter den „Magnificent Seven“ sowie dem breiten S&P 500 zurück. Die Hoffnung vieler Anleger richtet sich nun klar auf Amazon Web Services: Laut jüngsten Zahlen verzeichnete AWS im Quartal bis Oktober das schnellste Wachstum seit Jahren, unterstützt durch einen Compute-Deal mit OpenAI im Volumen von 38 Milliarden US‑Dollar.
Ausblick und technische Lage
Der Blick der Börse richtet sich auf den anstehenden Q4-Bericht, der Ende Januar oder Anfang Februar erwartet wird. Im Konsens wird für das Geschäftsjahr 2025 ein Gewinn je Aktie von rund 7,15 US‑Dollar prognostiziert. Diese Erwartung bildet die Basis für die optimistischen Kursziele oberhalb von 300 US‑Dollar.
Aus technischer Sicht notiert die Aktie oberhalb der 200‑Tage-Linie und bleibt in Reichweite des 52‑Wochen-Hochs von etwa 258 US‑Dollar. Nachbörslich legte der Kurs am 21. Januar nochmals um 0,69 US‑Dollar zu. Mit einer Marktkapitalisierung von 2,47 Billionen US‑Dollar zählt Amazon weiterhin zu den wichtigsten Indexschwergewichten. In den kommenden Wochen dürfte vor allem das Zusammenspiel aus hohen Kurszielen der Analysten und dem Druck durch Zölle eine zentrale Rolle für die Schwankungsbreite der Aktie um die Quartalszahlen herum spielen.
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