Alphabet Aktie: Autonomie im Fokus
Alphabet startet mit einer Mischung aus Fortschritt und Gegenwind ins neue Jahr. Während die Robotertaxis von Waymo in Miami offiziell an den Start gehen, rückt eine neue US-Untersuchung das Sicherheitskonzept der Fahrzeuge in den Mittelpunkt. Parallel justiert Google seine Lieferkette für zentrale KI-Hardware nach – mit Folgen für langjährige Partner.
Waymo zwischen Expansion und Kontrolle
Waymo hat am Donnerstag, 22. Januar, sein Robotaxi-Angebot in Miami ausgerollt. Der Dienst deckt zunächst ein Gebiet von rund 60 Quadratmeilen ab, darunter bekannte Viertel wie Design District, Wynwood, Brickell und Coral Gables. Eine Warteliste von bereits über 10.000 Interessenten zeigt, dass die Nachfrage vorhanden ist – und macht Miami zum ersten neuen Waymo-Markt des Jahres 2026.
Doch der Ausbau fällt in eine Phase wachsender regulatorischer Aufmerksamkeit. Am Freitag, 23. Januar, hat das National Transportation Safety Board (NTSB) eine Untersuchung gegen Waymo eingeleitet. Hintergrund sind Berichte aus Austin (Texas), wonach autonome Fahrzeuge mehrfach gestoppte Schulbusse mit eingeschalteten Warnlichtern und ausgeklapptem Stoppschild passiert haben sollen.
Im Raum stehen laut NTSB mindestens 19 Vorfälle, in denen die Fahrzeuge diese Sicherheitsregeln nicht korrekt beachtet haben sollen. Waymo verweist darauf, die Software bereits im Dezember angepasst zu haben, um genau solche Situationen besser zu erkennen und zu behandeln. Mit der formellen NTSB-Prüfung steigt der Druck auf die Sicherheitsalgorithmen – ausgerechnet zu dem Zeitpunkt, an dem das Unternehmen sein Geschäftsvolumen in Florida deutlich ausweitet.
Für den Markt ist diese „Doppelspur“ aus Expansion und Kontrolle typisch für eine Branche, die aus der Experimentierphase herauswächst. Anders als Wettbewerber, die zeitweise Betriebspausen oder Einschränkungen hinnehmen mussten, kann Waymo sein Angebot in Miami trotz der laufenden Untersuchung hochfahren. Das deutet zumindest darauf hin, dass die Aufseher den Betrieb nicht grundsätzlich infrage stellen, aber sehr genau hinschauen wollen.
KI-Chips: Alphabet streut das Risiko
Auch auf der Hardware-Seite arbeitet Alphabet an der Absicherung seiner Wachstumspläne. Branchenberichte vom Wochenende deuten darauf hin, dass Google die Lieferkette für seine Tensor Processing Units (TPUs) breiter aufstellt. Diese Spezialchips bilden das Rückgrat der internen KI-Infrastruktur und vieler Cloud-Dienste.
Demnach sollen Teile der Server-Montage für die jüngeren TPU-Generationen L10 und L11 von der langjährigen Partnerfirma Celestica zu anderen Auftragsfertigern wie Inventec verlagert werden. Nach aktuellem Informationsstand handelt es sich dabei um eine Diversifizierung, nicht um eine Strafaktion gegen Celestica.
Die strategische Logik dahinter:
- Risikostreuung: Dual-Sourcing senkt die Abhängigkeit von einem einzelnen Fertiger.
- Kapazitätssicherung: Zusätzliche Lieferanten sollen sicherstellen, dass der geplante Ausbau der Rechenzentren 2026 nicht an Engpässen scheitert.
- Skalierung der KI-Lasten: Alphabet bereitet sich auf deutlich wachsende KI-Arbeitslasten vor, bei denen TPUs eine zentrale Rolle spielen.
Für Celestica hatte die Meldung zum Wochenausklang einen spürbaren Kursrückgang zur Folge. Für Alphabet selbst unterstreicht der Schritt vor allem den Anspruch, bei KI-Infrastruktur und Cloud-Kapazitäten weiter einen Gang höher zu schalten – und sich im Wettbewerb mit Microsoft und Amazon nicht von Lieferkettenrisiken ausbremsen zu lassen.
Marktbild und Einordnung
Die Alphabet-Aktie beendete den Handel am Freitag bei 329,90 US‑Dollar und liegt damit nur knapp unter dem 52‑Wochen-Hoch von 335,97 US‑Dollar von Mitte Januar. Auf Sicht von zwölf Monaten ergibt sich ein Kursplus von rund 74 Prozent – ein deutlicher Hinweis darauf, dass der Markt die KI- und Cloud-Story des Konzerns bisher klar honoriert.
Die jüngsten Meldungen fügen sich in ein übergeordnetes Bild ein:
- Waymo steht exemplarisch für den Reifeprozess autonomer Mobilität. Wachstum in neuen Metropolen geht zunehmend Hand in Hand mit strengerer Aufsicht und detaillierten Sicherheitsanforderungen.
- TPU-Lieferkette und Rechenzentrumsinvestitionen zeigen, wie stark Alphabet seine Kapazitäten für generative KI und Cloud-Dienste ausbauen will – ein zentrales Unterscheidungsmerkmal im Vergleich zu anderen Tech-Schwergewichten.
Die Aktie notiert deutlich über ihren wichtigen gleitenden Durchschnitten der vergangenen 50 und 200 Tage und bestätigt damit einen intakten Aufwärtstrend. Mit einem 14-Tage-RSI von 59,8 ist der Titel zwar gut gelaufen, aus technischer Sicht aber noch nicht in einem klar überkauften Bereich.
Blick auf die Q4-Zahlen
Der nächste größere Prüfstein steht bereits fest: Am 4. Februar 2026 will Alphabet die Zahlen für das vierte Quartal vorlegen. Im Fokus stehen dabei vor allem drei Themenblöcke:
- Waymo und Profitabilität: Konkretere Aussagen zur Umsatzentwicklung in neuen Märkten wie Miami und Los Angeles sowie zur langfristigen Ergebnisperspektive.
- KI-Investitionen und CapEx: Detaillierte Angaben zu den Investitionsplänen in Rechenzentren und den finanziellen Effekten der breiter aufgestellten TPU-Lieferkette.
- Cloud-Dynamik: Die Entwicklung von Google Cloud als wichtigem Wachstumstreiber und Begründung für die starke Kursperformance der vergangenen Monate.
Diese Zahlen werden zeigen, wie sehr sich regulatorische Risiken bei Waymo und steigende Investitionsausgaben mit dem übergeordneten Wachstumspfad in KI und Cloud vereinbaren lassen – und ob die aktuelle Bewertung der Alphabet-Aktie durch die Fundamentaldaten untermauert wird.
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