Zu Wochenbeginn steht Alphabet zwischen einem aggressiven Analysten-Upgrade und zunehmenden juristischen Risiken. Während eine große Investmentbank erhebliches Kurspotenzial durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz sieht, sorgen laufende Wettbewerbs- und Haftungsverfahren für Gegenwind. Für Anleger entsteht damit ein Spannungsfeld vor den anstehenden Quartalszahlen.

Neues Top-Kursziel von Raymond James

Für die aktuelle Stimmung sorgt vor allem eine neue Einschätzung von Raymond James. Analyst Josh Beck stufte die Aktie von „Outperform“ auf „Strong Buy“ hoch und erhöhte das Kursziel deutlich von 315 auf 400 US-Dollar. Ausgehend vom Nasdaq-Schlusskurs vom Freitag (328,43 US-Dollar) entspricht das einem theoretischen Aufwärtspotenzial von rund 21 %.

Beck begründet seine Einschätzung mit einer „stärkeren AI-Stack-Story“ und Wachstumsprognosen deutlich über dem Marktkonsens. Konkret rechnet er für Google Cloud (GCP) im Jahr 2026 mit einem Wachstum von 44 %. Derzeit unterstellen die Konsensschätzungen niedrigere Zuwachsraten. Für das Kerngeschäft Suche erwartet der Analyst für 2026/27 jeweils rund 13 % Wachstum.

Gemini: Tiefer in Googles Produkte

Parallel zur Neubewertung durch Analysten treibt Alphabet die Integration seiner KI-Technologie im Produktportfolio voran. Das Gemini-Modell wird schrittweise in zentrale Dienste eingebettet, unter anderem in Gmail zur Unterstützung von Arbeitsabläufen. Funktionen wie automatisierte Terminplanung wurden bereits eingeführt und werden weiter ausgebaut.

Wichtige Eckpunkte der KI-Strategie:

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Alphabet?

  • Breite Nutzung: Gemini wird über verschiedene Plattformen hinweg integriert – von Android bis zur Google-Workspace-Suite.
  • Erweiterte Fähigkeiten: Die Modelle sind auf multimodale Aufgaben ausgelegt und verarbeiten Text, Bilder und andere Datentypen gleichzeitig, um kontextbezogenere Ergebnisse zu liefern.
  • Monetarisierung: Durch intelligentere und effizientere Dienste will Alphabet zusätzliche Erlösquellen erschließen und seine Marktposition absichern.

Diese Ausrichtung unterstreicht das Ziel, KI als durchgängige Infrastrukturschicht im gesamten Software-Ökosystem zu verankern.

Quartalszahlen und Apple-Deal im Fokus

Der Markt richtet den Blick nun auf die kommenden Geschäftszahlen. Alphabet legt die Ergebnisse für das vierte Quartal 2025 am 4. Februar 2026 vor. Der Konsens erwartet Umsätze von rund 111,43 Milliarden US-Dollar und damit ein deutliches Plus gegenüber dem Vorjahr. Besonders die Entwicklung der Cloud-Sparte steht im Mittelpunkt, da sie die optimistischen Wachstumsannahmen von Analysten bestätigen oder relativieren muss.

Zusätzliche Unterstützung kommt von der Vereinbarung mit Apple: Künftig sollen Googles Gemini-Modelle für Siri-Funktionen lizenziert werden. Damit etabliert sich Alphabet weiter als zentrale Infrastruktur für Künstliche Intelligenz – auch auf Konkurrenzplattformen.

Zunehmender juristischer Druck

Trotz der positiven Impulse aus Analystenhaus und Produktseite bleiben die rechtlichen Risiken klar sichtbar. In Los Angeles startet in dieser Woche ein bedeutendes Verfahren, in dem YouTube und andere Plattformen wie Meta und ByteDance beschuldigt werden, bewusst suchterzeugende Algorithmen für Minderjährige eingesetzt zu haben.

Dieses „Bellwether“-Verfahren könnte als Musterprozess für Hunderte ähnlicher Klagen dienen. Im Kern geht es um die Geschäftsmodelle und algorithmischen Strukturen der Plattformen; die Kläger versuchen, die Haftungsprivilegien nach „Section 230“ zu umgehen. Unabhängig davon steht in Virginia ein weiteres großes Kartellverfahren zu Googles Werbetechnologie-Geschäft an.

Fazit: Zwischen Kursfantasie und Rechtssorgen

Alphabet bewegt sich derzeit in einem Umfeld aus hohen Erwartungen an das KI-Geschäft und spürbaren rechtlichen Unsicherheiten. Der Abstand zwischen dem jüngsten Kursniveau um 328 US-Dollar und dem neuen Top-Kursziel von 400 US-Dollar von Raymond James zeigt, dass Teile der Analystenwelt das KI-Potenzial noch nicht vollständig eingepreist sehen. Die Quartalszahlen am 4. Februar werden zum nächsten Prüfstein, ob insbesondere die Cloud-Sparte die optimistischen Wachstumsszenarien untermauern kann.

Alphabet-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Alphabet-Analyse vom 26. Januar liefert die Antwort:

Die neusten Alphabet-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Alphabet-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 26. Januar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Alphabet: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...