Alphabet rückt mit einem Schlag noch stärker ins Zentrum der globalen KI-Landschaft. Nach einem ohnehin starken Lauf an der Börse sorgt nun vor allem die festgezurrte Kooperation mit Apple für neue Phantasie. Entscheidend ist dabei weniger der Prestige-Effekt – sondern die Frage, wie tief Google seine KI künftig in den Alltag von iPhone-Nutzern einbetten kann.

Gemini zieht ins iPhone ein

Der wichtigste Treiber der aktuellen Euphorie: Apple hat offiziell bestätigt, Googles Gemini-Modelle für eine aufgewertete Version von Siri zu nutzen. Der mehrjährige Vertrag gilt als strategischer Erfolg für Alphabet und unterstreicht die Stärke der eigenen KI-Infrastruktur.

Wichtig: Die Vereinbarung ist nicht exklusiv, Apple könnte also theoretisch auch andere Anbieter einbinden. Dennoch erhält Gemini Zugang zu einer enormen Nutzerbasis im Premium-Smartphone-Segment. Komplexe und personalisierte Anfragen sollen künftig direkt auf Millionen iPhones laufen – und damit weit über das Android-Ökosystem hinausreichen. Der Start der Integration ist für das Frühjahr 2026 geplant.

Datenvorsprung in der KI-Rally

Parallel dazu werden neue Zahlen bekannt, die Alphabets Wettbewerbsvorteil im KI-Wettrennen untermauern – insbesondere gegenüber OpenAI und Microsoft. Kernpunkt ist der Zugang zu Trainingsdaten, auf denen moderne KI-Modelle beruhen.

  • Googles Webcrawler erfassen rund das 3,2‑Fache der Webseiten von OpenAI
  • Im Vergleich zu Microsoft liegt der Faktor sogar bei etwa 4,8

Diese Reichweite umfasst auch Inhalte hinter Paywalls und komplexe Webstrukturen. Modelle wie Gemini 3 können dadurch vor allem bei anspruchsvollen Aufgaben wie logischem Schlussfolgern und Programmieren punkten. Das spiegelt sich im Nutzungsverhalten: Der Traffic von Gemini legte im Dezember 2025 im Monatsvergleich um 28 % zu, während ChatGPT im gleichen Zeitraum einen Rückgang der Besucherzahlen um 22 % verzeichnete.

Für die Aktie spielt dieser Unterschied eine zentrale Rolle: Er liefert eine Begründung dafür, warum der Markt Alphabet derzeit als einen der klaren Technologieführer im KI-Bereich einpreist.

Starke Zahlen, solide Basis

Operativ geht Alphabet mit viel Rückenwind in den nächsten Quartalsbericht am 4. Februar 2026. Im dritten Quartal stieg der Umsatz auf 102,35 Milliarden US‑Dollar, ein Plus von 15 % gegenüber dem Vorjahr. Der Nettogewinn sprang um 33 % auf knapp 35 Milliarden US‑Dollar.

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Besonders hervorzuheben:

  • Google Cloud weist eine operative Marge von 24 % aus – ein deutlich profitables Wachstumsgeschäft
  • YouTube kommt in den USA inzwischen auf 12,9 % Marktanteil am gesamten TV‑Konsum

An der Börse spiegelt sich diese Entwicklung bereits in einem klaren Aufwärtstrend wider: Die Aktie notiert nur rund 2 % unter ihrem 52‑Wochen-Hoch und liegt etwa 58 % über dem 200‑Tage-Durchschnitt. Nach dem starken Plus von gut 30 % in den vergangenen 30 Tagen ist der Titel allerdings auch kein Geheimtipp mehr.

Insiderverkäufe im Kontext

Für Unruhe sorgten zuletzt Meldungen über Aktienverkäufe von CEO Sundar Pichai Ende 2025 und Anfang 2026. Ohne Einordnung wirken solche Nachrichten schnell alarmierend, doch in diesem Fall ist der Hintergrund klar: Die Transaktionen liefen über einen bereits am 2. Dezember 2024 eingerichteten Rule‑10b5‑1‑Plan.

Solche vorab festgelegten Verkaufsprogramme sind bei US‑Konzernen Standard. Sie sollen sicherstellen, dass Manager ihre privaten Finanzplanungen umsetzen können, ohne Insiderinformationen auszunutzen. In diesem Rahmen durchgeführte Verkäufe gelten daher nicht automatisch als Signal für mangelndes Vertrauen in die eigene Firma, sondern sind in erster Linie ein technischer Vorgang.

Regulatorische Risiken bleiben

Neben dem operativen Erfolg bleibt der regulatorische Druck ein zentraler Risikofaktor. Alphabet hat am 16. Januar 2026 Berufung gegen ein Kartellurteil von August 2024 eingelegt. Richter Amit Mehta hatte Google damals als Monopolist im Suchmarkt eingestuft.

Brisant für Anleger: Das US-Justizministerium prüft Maßnahmen, die tief in das Geschäftsmodell eingreifen könnten. Im Raum stehen etwa Vorgaben zur Datenteilung oder Beschränkungen jener Exklusivverträge, die maßgeblich zum Wachstum beitragen – also genau jene Art von Vereinbarungen, zu denen auch der frisch bestätigte Apple-Deal zählt. Der Ausgang des Verfahrens dürfte entscheidend dafür sein, wie nachhaltig der aktuelle Bewertungsaufschlag der Aktie ist.

Fazit und Ausblick

Alphabet kombiniert derzeit mehrere starke Treiber: eine wachsende Rolle von Gemini im KI-Ökosystem, einen klaren Datenvorsprung gegenüber wichtigen Rivalen und hochprofitable Wachstumssegmente wie Cloud und YouTube. Gleichzeitig ist das Papier nach dem Sprung über die Marke von 4 Billionen US‑Dollar Marktkapitalisierung und dem Anstieg nahe ans Jahreshoch anspruchsvoll bewertet.

In den kommenden Wochen richten sich die Blicke vor allem auf zwei Termine: den Start der Gemini-Integration auf dem iPhone im Frühjahr 2026 und den Zahlenbericht am 4. Februar. Dort wird sich zeigen, ob Alphabet das aktuell eingepreiste Wachstumstempo bestätigen und damit die Grundlage für den nächsten Schritt nach dem Rekordlauf legen kann.

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