Alphabet gibt Vollgas — und zahlt trotzdem Dividende. Während die EU-Kommission kurz davor steht, ein formelles Verfahren gegen Google wegen Verstößen gegen den Digital Markets Act abzuschließen, verdoppelt der Konzern intern sein Investitionsbudget auf ein historisches Niveau. Beides zusammen zeichnet das Bild eines Unternehmens, das an mehreren Fronten gleichzeitig agiert.

Regulierungsdruck aus Brüssel nimmt Fahrt auf

Europäische Verlage, Tech-Firmen und Startups haben die EU-Kommission in einem offenen Brief aufgefordert, die seit März 2024 laufende DMA-Untersuchung zu Googles Suchpraktiken noch diese Woche abzuschließen. Zu den Unterzeichnern zählen der European Publishers Council — mit Mitgliedern wie Axel Springer, News Corp und Condé Nast — sowie die European Tech Alliance und EU Travel Tech. Gefordert werden eine formelle Nicht-Compliance-Entscheidung, eine Unterlassungsanordnung und eine abschreckende Geldstrafe.

Es ist nicht die erste Auseinandersetzung dieser Art. 2025 verhängte die EU bereits eine Strafe von 2,95 Milliarden Euro gegen Google wegen Missbrauchs im Anzeigengeschäft. Parallel läuft eine weitere Untersuchung zur Google-Spam-Richtlinie, die Verlagen nach eigenen Angaben Traffic und Werbeeinnahmen kostet. Bei einem Verstoß gegen den DMA drohen Bußgelder von bis zu zehn Prozent des weltweiten Jahresumsatzes.

Kapitalausgaben fast doppelt so hoch wie erwartet

Ungeachtet des regulatorischen Gegenwinds hat Alphabet diese Woche seine Quartalsdividende von 0,21 US-Dollar je Aktie ausgezahlt — und gleichzeitig ein Investitionsbudget für 2026 bekanntgegeben, das Analysten überraschte. Geplant sind Kapitalausgaben zwischen 175 und 185 Milliarden Dollar, nach 91 Milliarden im Vorjahr. Der Konsens der Wall Street hatte bei rund 119,5 Milliarden Dollar gelegen.

CFO Anat Ashkenazi erläuterte die Verteilung: Rund 60 Prozent fließen in Server, 40 Prozent in Rechenzentren und Netzwerkinfrastruktur. Alphabet selbst räumt ein, dass die gestiegenen Investitionen durch höhere Abschreibungen und Betriebskosten — insbesondere Energie — Druck auf die Gewinn- und Verlustrechnung ausüben werden.

Starke operative Basis, wachsende Verluste bei Waymo

Die Investitionsbereitschaft ist durch solide Zahlen untermauert. Im vierten Quartal 2025 wuchs der Konzernumsatz um 18 Prozent auf 113,8 Milliarden Dollar. Google Cloud legte dabei besonders stark zu: plus 48 Prozent auf 17,7 Milliarden Dollar, mit einem Auftragsbestand von 240 Milliarden Dollar — ein Anstieg von 55 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Für das Gesamtjahr 2025 erzielte Alphabet einen Umsatz von 402,8 Milliarden Dollar, der Gewinn stieg um 32 Prozent auf 132,2 Milliarden Dollar.

Einen anderen Ton schlägt die Sparte Other Bets an. Das operative Verlust von Waymo und Co. belief sich im vierten Quartal auf 3,61 Milliarden Dollar — ein Anstieg von mehr als 200 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Allein Waymo erhielt Anfang 2026 eine Finanzierungsrunde von 16 Milliarden Dollar, überwiegend von Alphabet selbst. Die selbstfahrende Einheit ist mittlerweile in sechs US-Märkten aktiv und hat Ende 2025 insgesamt 15 Millionen Fahrten absolviert.

Ausblick: April als nächster Prüfstein

Die Quartalszahlen für Q1 2026 veröffentlicht Alphabet am 28. April. Bis dahin bleibt die EU-Front das zentrale Thema: Sollte die Kommission tatsächlich noch diese Woche eine Entscheidung im DMA-Verfahren treffen, könnte das kurzfristig für Bewegung bei der Aktie sorgen — zumal führende Fonds laut Quelltext zuletzt ihre Positionen in Alphabet reduziert haben.

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