Im Oktober feierten Google Cloud und die Design-Plattform Figma noch eine erweiterte KI-Partnerschaft. Nur wenige Monate später bringt Alphabet ein kostenloses Konkurrenzprodukt auf den Markt, das die Aktien der bisherigen Verbündeten auf Talfahrt schickt. Während der Tech-Gigant seine Fühler in immer neue Branchen ausstreckt, rücken gleichzeitig die enormen Investitionskosten in den Fokus der Anleger.

Kostenloses KI-Tool setzt Branche unter Druck

Mit dem umfassenden Update für die Design-Plattform Stitch positioniert Google Labs das Tool als KI-native Lösung für die Software-Entwicklung. Nutzer können nun Benutzeroberflächen direkt über Spracheingaben oder Textbefehle generieren und traditionelle Design-Schritte überspringen. Der entscheidende Wettbewerbsvorteil liegt jedoch beim Preismodell: Google bietet Stitch kostenlos an. Diese Strategie zielt direkt auf das lukrative Abo-Modell etablierter Anbieter ab.

Die Reaktion an der Börse ließ nicht lange auf sich warten. Die Papiere von Figma gaben am Mittwoch und Donnerstag in der Summe zweistellig nach, und auch Adobe verzeichnete Kursverluste. Alphabet wildert damit im Revier eines Unternehmens, mit dem Google Cloud erst im vergangenen Herbst eine tiefgreifende Integration der eigenen generativen KI-Technologie vereinbart hatte.

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Neben dem Design-Sektor treibt Alphabet auch die Expansion in regulierte Märkte voran. Eine neue strategische Partnerschaft mit CVS Health soll Google Cloud tiefer im Gesundheitswesen verankern. Dort tritt das Unternehmen mit seinen Gemini-Modellen und Datenanalyse-Werkzeugen in direkte Konkurrenz zu Microsoft Azure und Amazon Web Services.

Hohe Ausgaben und routinierte Insider-Verkäufe

Die aggressive Expansion in neue Märkte hat ihren Preis. Alphabet rechnet für das Jahr 2026 mit Investitionsausgaben (CapEx) zwischen 175 und 185 Milliarden US-Dollar. Entsprechend stark steigen auch die Abschreibungen, was die Margen belasten könnte. Bislang fängt das operative Geschäft diese Kosten gut ab: Im vierten Quartal kletterte der Umsatz der Cloud-Sparte dank der hohen Nachfrage nach KI-Modellen um 48 Prozent nach oben.

Die Alphabet-Aktie selbst ging am Freitag bei 260,35 Euro aus dem Handel und verzeichnete damit einen leichten Tagesverlust von 1,79 Prozent. Für mediales Aufsehen sorgten in diesem Umfeld Aktienverkäufe von CEO Sundar Pichai im Wert von rund 10 Millionen US-Dollar am vergangenen Mittwoch. Ein Blick auf die SEC-Unterlagen zeigt allerdings, dass es sich um einen bereits im Dezember 2024 festgelegten Handelsplan nach Regel 10b5-1 handelt. Solche automatisierten Verkäufe sind bei Führungskräften reine Routine und lassen keine Rückschlüsse auf die operative Entwicklung zu.

Am 23. April 2026 wird das Management die Bücher für das erste Quartal öffnen. Dann müssen die Führungskräfte belegen, dass die KI-Offensive über verschiedene Sektoren hinweg ausreichend neues Umsatzwachstum generiert, um die historisch hohen Kapitalausgaben zu rechtfertigen.

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