Nach einer beeindruckenden Rallye stellen sich Anleger die Frage: Wie viel Luft ist bei der Allianz noch nach oben? Die Analysten von RBC Capital Markets bremsen die Euphorie und sehen den Versicherungsriesen an einem entscheidenden Wendepunkt. Statt weiterer Beschleunigung droht nun eine Normalisierung des Wachstums, da wichtige Rückenwinde an Kraft verlieren.

  • Neue Einschätzung: RBC Capital Markets startet Coverage mit „Sector Perform“.
  • Kursziel: 405 Euro bieten nur noch begrenztes Aufwärtspotenzial.
  • Strukturelle Bremse: Zins- und Preiseffekte lassen nach.
  • Termin: Geschäftszahlen für 2025 folgen am 26. Februar.

Faire Bewertung, begrenztes Potenzial

RBC Capital Markets hat die Beobachtung der Allianz mit einer neutralen Haltung aufgenommen. Analyst Ben Cohen setzt das Kursziel auf 405 Euro. Zwar impliziert dies vom aktuellen Kursniveau bei 373,20 Euro noch ein moderates Aufwärtspotenzial von knapp 9 Prozent – zuzüglich einer erwarteten Dividendenrendite von 4,7 Prozent –, doch die großen Sprünge scheinen vorerst vorbei.

Die Bewertung wird als „angemessen“ eingestuft. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von etwa 11,8 handelt die Aktie bereits mit einem Aufschlag von rund 5 Prozent gegenüber der Konkurrenz. Dieser Premium-Aufschlag sei durch die Historie gerechtfertigt, lasse aber kaum noch Spielraum für eine weitere Ausweitung der Bewertungsmultiplikatoren.

Rückenwind flaut ab

Die Analyse zeichnet das Bild eines Konzerns, der den Übergang von einer aggressiven Beschleunigungsphase in eine Phase der Gewinnmaximierung vollzieht. Die massiven Treiber der Jahre 2022 bis 2024 – steigende Anleiherenditen und eine starke Preissetzungsmacht – verlieren an Dynamik.

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Konkret stabilisieren sich die Renditen am Anleihemarkt, während der Spielraum für Preiserhöhungen im Schaden- und Unfallgeschäft enger wird. Besonders in Großbritannien und im deutschen Kfz-Sektor entspannt sich die Lage. Gleichzeitig wächst der Wettbewerbsdruck: Im wichtigen US-Geschäft mit festverzinslichen Rentenversicherungen (Fixed-Index-Annuities) hat die Allianz laut RBC Marktanteile an aggressive Konkurrenten wie Athene (Apollo) und Global Atlantic (KKR) verloren.

Gewinnprognose unter der Lupe

Diese strukturellen Veränderungen schlagen sich in den Wachstumsprognosen nieder. Während der Gewinn pro Aktie in den vergangenen drei Jahren noch um beachtliche 17 Prozent jährlich zulegte, rechnet der Marktkonsens bis 2027 nur noch mit einer Wachstumsrate von 9 Prozent per annum.

Für das Jahr 2025 kalkuliert RBC mit einem operativen Ergebnis von 17,3 Milliarden Euro. Dies liegt leicht unter den Erwartungen anderer Marktbeobachter (Visible Alpha Konsens: 17,4 Mrd. Euro). Die Dividende soll dennoch solide steigen: von geschätzten 17,40 Euro für 2025 auf 18,75 Euro im Folgejahr.

Der Fokus der Anleger richtet sich nun auf die Bilanzvorlage am 26. Februar. Sollte das Management die soliden Gewinnschätzungen und die geplante Ausschüttungsquote von über 75 Prozent bestätigen, bleibt die Aktie vor allem für Dividendenjäger attraktiv. Für eine dynamische Fortsetzung der Kursrallye fehlen jedoch aktuell frische Impulse abseits der bekannten Kapitalrückführungen.

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