Der Anlagenbauer aus Herzogenrath hat gestern ein ungewöhnliches Kunststück vollbracht: Trotz schrumpfender Umsätze und einer weiteren Prognosesenkung schoss die Aktie auf ein Zweijahreshoch. Was auf den ersten Blick paradox wirkt, hat einen klaren Grund – und rückt ein Zukunftsthema in den Fokus, das Anleger elektrisiert.

Starke Cashflows statt Wachstum

Aixtron verbuchte 2025 einen Umsatzrückgang von zwölf Prozent auf 556,6 Millionen Euro. Die eigentliche Überraschung steckte jedoch in den Bilanzkennzahlen: Der operative Cashflow erreichte 208,4 Millionen Euro, der freie Cashflow legte um mehr als 250 Millionen Euro zu. Die liquiden Mittel kletterten zum Jahresende auf 224,6 Millionen Euro – bei null Bankverbindlichkeiten und einer Eigenkapitalquote von 85 Prozent.

Diese finanzielle Robustheit überzeugte Investoren mehr als die Umsatzzahlen. Jefferies und JPMorgan reagierten prompt: Jefferies hob das Kursziel von 27 auf 30,30 Euro an, JPMorgan von 25,20 auf 31 Euro. Die Aktie sprang am Freitag um über sieben Prozent und erreichte rund 27,50 Euro.

KI-Infrastruktur als neuer Treiber

Während das Geschäft mit Siliziumkarbid-Anlagen (SiC) für Elektromobilität unter Überkapazitäten leidet, gewinnt die Optoelektronik-Sparte an Schwung. Aixtron profitiert hier von der Nachfrage nach Laser- und Photoniklösungen, die in KI-Rechenzentren und Hochgeschwindigkeitsdatenübertragung zum Einsatz kommen.

DZ-Bank-Analyst Armin Kremser erwartet bereits für die zweite Jahreshälfte 2026 steigende Bestellungen im Zusammenhang mit Nvidias geplantem Hochlauf der 800-Volt-Architektur in KI-Rechenzentren. Das würde einen Wachstumssprung für 2027 vorbereiten.

Anzeige

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Aixtron?

Durststrecke für 2026 eingeplant

Für das laufende Jahr kalkuliert Aixtron mit einem Umsatz zwischen 490 und 550 Millionen Euro – erneut niedriger als 2025. Die EBIT-Marge soll zwischen 16 und 19 Prozent liegen, das erste Quartal wird mit rund 65 Millionen Euro Umsatz eingepreist. Die Dividende sinkt von 0,40 auf 0,15 Euro je Aktie.

Das Unternehmen reagiert mit einem Kostenreduktionsprogramm, das Stellenabbau am Stammsitz vorsieht. Die SiC-Schwäche soll durch moderates Wachstum in der GaN-Leistungselektronik und starkes Wachstum in der Optoelektronik teilweise kompensiert werden.

Ausblick auf 2027 treibt Bewertung

Seit dem 30. Oktober 2025 hat die Aktie 91 Prozent zugelegt. Der Markt bewertet offenbar nicht die nächsten Quartale, sondern das Potenzial ab 2027. Die erwartete Erholung in der Elektromobilität durch 800-Volt-Systeme und die KI-getriebene Nachfrage nach effizienten Chips könnten dann zusammentreffen. In sechs Monaten verdoppelte sich der Kurs – und liegt nun 65 Prozent über dem 200-Tage-Durchschnitt.

Anzeige

Aixtron-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Aixtron-Analyse vom 28. Februar liefert die Antwort:

Die neusten Aixtron-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Aixtron-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 28. Februar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Aixtron: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...