Der Streit zwischen Airbus und Triebwerkshersteller Pratt & Whitney hat eine neue Stufe erreicht. Der europäische Flugzeugbauer fordert nun Schadensersatz — und macht damit öffentlich, was hinter den Kulissen schon länger schwelt.

Triebwerksmangel blockiert Auslieferungen

Im Kern geht es um das PW1100G-Triebwerk, das mindestens 40 Prozent der meistverkauften A320neo-Familie antreibt. Nach Fertigungsdefekten mussten Hunderte Maschinen weltweit inspiziert und repariert werden. Das Ergebnis: Pratt & Whitney leitet verfügbare Triebwerke bevorzugt in Wartungsbetriebe um — dort, wo die Margen höher sind — statt sie für neue Flugzeuge zu liefern.

Airbus-Chef Guillaume Faury sprach bei der Präsentation der Jahreszahlen 2025 von „erheblichen Triebwerksengpässen" und warf Pratt & Whitney vor, mehr Lieferungen zugesagt zu haben, als tatsächlich ankamen. Die Folge: Das Jahresziel von 870 Auslieferungen ist ernsthaft gefährdet. Bis zum 18. März hatte Airbus lediglich 6,2 Prozent davon erreicht.

Bemerkenswert dabei: Nicht nur Pratt & Whitney stockt. Von 55 produzierten Maschinen mit LEAP-Triebwerken von CFM International wurden bis Mitte März nur 22 ausgeliefert — auch dieser Lieferant hängt hinterher.

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Drei Parteien, ein Engpass

Der Konflikt stellt Airbus in eine schwierige Position. Pratt & Whitney argumentiert, es müsse eine Balance zwischen Neubauversorgung und der Betreuung bereits fliegender Flotten finden. Lufthansa-Chef Carsten Spohr stellte sich öffentlich auf die Seite des Triebwerksherstellers: Airlines mit am Boden stehenden Flugzeugen sollten Vorrang haben.

Der Schadensersatzanspruch dürfte in einem Schiedsverfahren verhandelt werden — grenzüberschreitende Streitigkeiten in der Luftfahrtbranche laufen fast immer hinter verschlossenen Türen ab. Airbus selbst hat die Produktionsrampung für die A320-Familie bereits nach hinten verschoben: Eine Rate von 70 bis 75 Maschinen pro Monat wird nun erst Ende 2027 erwartet, statt wie ursprünglich geplant früher.

Hauptversammlung im April

Trotz der Lieferprobleme steht für Aktionäre ein konkreter Termin an: Am 14. April 2026 findet in Amsterdam die Hauptversammlung statt. Auf der Tagesordnung steht unter anderem die Ausschüttung einer Dividende von 3,20 Euro brutto je Aktie für das Geschäftsjahr 2025. Zudem soll Henriette Hallberg Thygesen, seit 2024 CEO des dänischen Rüstungs- und Raumfahrtunternehmens Terma A/S, als neues nicht-geschäftsführendes Boardmitglied für drei Jahre gewählt werden.

Barclays-Analysten sehen die aktuellen Produktionsprobleme als vorübergehend und halten die langfristige Wachstumsstrategie für intakt. Angesichts eines Auftragsbestands von rund 8.800 Flugzeugen mangelt es nicht an Nachfrage — sondern an Triebwerken.

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