Airbus Aktie: Zwischen Wachstum und Lieferrückstand
Das Jahr 2026 stellt Airbus vor eine doppelte Herausforderung: Während ein neues Flugzeugprojekt zunehmend Rückenwind aus der Airline-Branche erhält, hinkt der Konzern beim Ausliefern bereits verkaufter Maschinen dem eigenen Zeitplan hinterher. Beides zusammen zeichnet ein Bild, das Investoren genau im Blick behalten sollten.
A220-500: Breite Unterstützung, aber kein grünes Licht
Airbus prüft eine gestreckte Version seines A220-Regionaljets. Die geplante A220-500 würde durch eine verlängerte Rumpfsektion rund 180 Passagiere fassen — deutlich mehr als das aktuelle Modell A220-300, aber weniger als der A320neo. Triebwerke und Tragflächen blieben dabei weitgehend unverändert, was Entwicklungskosten und -zeit begrenzen würde.
Die Nachfrage aus der Branche ist real. Air Canada und der Leasinganbieter Azorra haben das Konzept öffentlich befürwortet. Air France, Delta Air Lines und Lufthansa sollen Airbus ebenfalls zur Entwicklung ermutigt haben. Solche Streckenvarianten gelten als wirtschaftlich attraktiv, weil die Betriebskosten langsamer steigen als die Sitzkapazität.
Ein formaler Programmstart könnte bereits auf der Farnborough Airshow im Juli erfolgen — vorausgesetzt, der Vorstand gibt grünes Licht und es liegen ausreichend verbindliche Bestellungen vor. CEO Guillaume Faury hat allerdings eine Bedingung formuliert: Airbus will zunächst zeigen, dass das A220-Programm die Gewinnschwelle erreicht, bevor eine neue Variante lanciert wird. Das Programm schreibt derzeit noch Verluste.
Lieferrückstand als zentrales Risiko
Unabhängig vom strategischen Ausblick steht Airbus kurzfristig unter Druck. Laut Schätzungen von Barclays hat der Konzern im bisherigen ersten Quartal 2026 erst 75 Maschinen ausgeliefert — das entspricht lediglich 6,2 Prozent des Jahresziels von 870 Flugzeugen. Zum gleichen Zeitpunkt 2025 lag dieser Anteil bei 7,9 Prozent, und selbst damals wurde das Jahresziel später nach unten korrigiert.
Der Hauptgrund für den schleppenden Start ist bekannt: Triebwerksengpässe beim Zulieferer Pratt & Whitney bremsen die Produktion der A320neo-Familie. Airbus hat seine Hochlaufpläne bereits gedämpft und laut Reuters angedeutet, vertragliche Rechte gegenüber Pratt & Whitney durchzusetzen, sollten sich die Lieferungen nicht verbessern.
Um das Jahresziel von 870 Auslieferungen noch zu erreichen, müsste Airbus in der zweiten Jahreshälfte ein noch höheres Tempo vorlegen als 2025 — ein Jahr, das selbst als anspruchsvoll galt.
Starkes Orderbuch, schwache Kursentwicklung
Finanziell ist die Ausgangslage solide: Airbus peilt für 2026 ein bereinigtes EBIT von rund 7,5 Milliarden Euro und einen freien Cashflow von etwa 4,5 Milliarden Euro an. Das Auftragspolster umfasst rund 8.800 Flugzeuge mit einem Buchwert von 619 Milliarden Euro.
Die Aktie spiegelt die Unsicherheiten des laufenden Jahres wider: Mit einem Minus von rund 16 Prozent seit Jahresbeginn notiert sie deutlich unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 54,50 Euro. Auf der Hauptversammlung am 14. April in Amsterdam wird zudem über eine Dividende von 3,20 Euro je Aktie für das Geschäftsjahr 2025 abgestimmt.
Airbus hat keine Absatzprobleme — der Auftragsbestand sichert die Produktion auf Jahre hinaus. Die entscheidende Variable für 2026 ist die Fähigkeit, die bereits verkauften Maschinen tatsächlich zu liefern.
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