AeroVironment Aktie: Milliarden-Auftrag storniert
Der Drohnenhersteller AeroVironment hat die Erwartungen der Wall Street im dritten Quartal deutlich verfehlt. Neben schwachen Gewinnen und einer gesenkten Jahresprognose wiegt vor allem der Verlust eines gigantischen Regierungsprojekts schwer. Während das Management weiterhin an die eigene Technologie glaubt, müssen Investoren nun eine völlig neue Ausgangslage bewerten.
Der 1,5-Milliarden-Dollar-Rückschlag
Im Zentrum der Enttäuschung steht das SCAR-Programm der US Space Force. Die US-Regierung plant, die dazugehörige BADGER-Vereinbarung zu beenden. Damit verschwinden auf einen Schlag Optionen im Wert von knapp 1,5 Milliarden US-Dollar aus dem unfinanzierten Auftragsbestand. CEO Wahid Nawabi begründete den Schritt mit der Unfähigkeit, eine für beide Seiten akzeptable Lösung zu finden. AeroVironment will das System nun auf eigene Faust als kommerzielles Produkt weiterentwickeln.
Auch abseits dieses Projekts enttäuschte das dritte Geschäftsquartal. Zwar stieg der Umsatz im Jahresvergleich stark an, verfehlte mit 408 Millionen US-Dollar aber die Analystenschätzungen. Daraufhin senkte das Management die Umsatzprognose für das Gesamtjahr auf 1,9 Milliarden US-Dollar und korrigierte die Gewinnerwartungen spürbar nach unten.
Margendruck und Abschreibungen
Ein tieferer Blick in die Bücher offenbart weitere Baustellen. Eine Firmenwertabschreibung in Höhe von 151,3 Millionen US-Dollar, die mit einer früheren Übernahme zusammenhängt, drückte das Unternehmen tief in die roten Zahlen. Unter dem Strich stand ein Nettoverlust von 156,6 Millionen US-Dollar.
Gleichzeitig schrumpfte die Bruttomarge von 38 auf 24 Prozent. Verantwortlich dafür ist in erster Linie die Integration des übernommenen Unternehmens BlueHalo. Der gestiegene Anteil an Dienstleistungsumsätzen sowie höhere Abschreibungen belasten derzeit die Profitabilität. AeroVironment durchläuft aktuell eine schwierige Übergangsphase vom hochmargigen Nischenanbieter zum großen Rüstungskonzern. Erschwerend kommt hinzu, dass Finanzchef Kevin McDonnell im Juli 2026 in den Ruhestand geht, was die Suche nach einem neuen Finanzlenker in dieser Umbruchphase notwendig macht.
Lichtblicke im operativen Geschäft
Trotz der negativen Schlagzeilen zeigt das operative Geschäft weiterhin eine hohe Grundnachfrage. Der finanzierte Auftragsbestand wuchs auf 1,1 Milliarden US-Dollar an. Um die Produktion hochzufahren, investiert das Unternehmen massiv in neue Standorte in Utah und New Mexico.
Jüngste Vertragsabschlüsse unterstreichen den konkreten Bedarf an den Systemen des Unternehmens:
* 186 Millionen US-Dollar für Switchblade-Drohnen der US-Armee
* 97,4 Millionen US-Dollar für das GENESIS-Raketenabwehr-Testumfeld
* 4,6 Milliarden US-Dollar an bisherigen Gesamtaufträgen im laufenden Jahr
Die Börse reagierte prompt auf die verfehlten Ziele und die Prognosesenkung. Nach dem jüngsten Kursrutsch notiert der Titel bei 184,30 Euro und hat damit seit Jahresbeginn fast 16 Prozent an Wert verloren.
CEO Nawabi rechnet trotz der aktuellen Rückschläge mit einem Rekordumsatz im vierten Quartal, gestützt durch den soliden Auftragsbestand. Neue Details zur Margenerholung und zur Strategie nach dem Wegfall der SCAR-Umsätze wird das Management bereits am 18. März auf der J.P. Morgan Industrials Conference präsentieren.
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