Nach Monaten deutlicher Kursverluste zeigt die Adobe Aktie erste Anzeichen einer Beruhigung. Nach dem Rutsch auf Mehrjahrestiefs im Januar hat sich der Kurs zuletzt etwas gefangen, doch der Abstand zu früheren Höchstständen bleibt groß. Entscheidend ist nun, ob das Vertrauen in das Geschäftsmodell im Vorfeld der anstehenden Quartalszahlen zurückkehrt.

Vom Abwärtstrend zur Zwischenpause

Der Kursverfall spitzte sich Mitte Januar zu, als die Aktie auf ein Tief im Bereich knapp unter 290 US-Dollar fiel – den niedrigsten Stand seit Jahren. Inzwischen hat sich der Titel etwas erholt und schloss am Freitag bei 301,37 US-Dollar, liegt damit aber weiterhin deutlich unter dem Niveau des vergangenen Jahres.

Über die vergangenen zwölf Monate summiert sich das Minus auf rund 28 %. Besonders augenfällig: Vom 52‑Wochen-Hoch bei 445,25 US-Dollar ist die Aktie aktuell mehr als 32 % entfernt. Die jüngste Stabilisierung wirkt damit eher wie eine Verschnaufpause in einem übergeordnet schwachen Trend als eine klare Trendwende.

Bewertung gedrückt, Geschäft stark

Interessant ist der Kontrast zwischen Kursentwicklung und operativer Lage. Die vorangegangene Verkaufswelle hat die Bewertung deutlich zusammengeschoben. Im englischen Ausgangstext wird hervorgehoben, dass das Kurs-Gewinn-Verhältnis auf Niveaus gefallen ist, die Adobe zuletzt vor fast zwei Jahrzehnten gesehen hat – und das in einer Branche, in der viele Wettbewerber weiterhin deutlich höher bewertet sind.

Gleichzeitig liefert das Unternehmen operativ starke Kennzahlen. Im Geschäftsjahr 2025 erzielte Adobe im vierten Quartal einen Rekordumsatz von 6,19 Milliarden US-Dollar. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 5,50 US-Dollar und damit leicht über den Konsensschätzungen. Auch Margen und Renditen bewegen sich auf hohem Niveau:

  • Bruttomarge: 88,6 % (Rekordniveau)
  • Nettomarge: 30 %
  • Eigenkapitalrendite (ROE): über 60 %

Diese Kombination aus Margenstärke und Gewinnwachstum steht im deutlichen Gegensatz zur gedrückten Bewertung – ein Setup, das viele Investoren aufmerksam macht, aber die Skepsis an der Börse bislang nicht auflösen konnte.

KI-Druck auf das Geschäftsmodell

Der Hauptgrund für die anhaltende Schwäche liegt weniger in den Zahlen, sondern in der Unsicherheit rund um Künstliche Intelligenz. Kostenlose oder sehr günstige KI-Tools von Wettbewerbern stellen etablierte Abo-Modelle infrage. Marktteilnehmer zweifeln, ob Adobe seine hohe Preissetzungsmacht auf Dauer verteidigen kann, wenn Basisfunktionen zunehmend über KI-Plattformen verfügbar sind.

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Adobe versucht, diese Sorge aktiv zu adressieren. Im Fokus steht dabei die KI-Plattform Firefly Foundry, die mit „IP-sicheren“ generativen KI-Modellen wirbt. Laut dem Ursprungstext hat das Angebot bereits Zuspruch von Talentagenturen, VFX-Studios und professionellen Filmemachern gefunden – also genau den Kundengruppen, die auf rechtssichere Inhalte angewiesen sind.

Parallel baut Adobe KI-Funktionen in bestehende Kernprodukte ein. Bei Acrobat und Express wurden umfangreiche KI‑Upgrades ausgerollt, darunter:

  • Chatbasierte Bearbeitung und Auswertung von PDFs
  • Automatisierte Inhaltsgenerierung für Marketing- und Kreativprojekte

Die strategische Linie ist damit klar: KI soll nicht nur Konkurrenz, sondern integraler Bestandteil des eigenen Ökosystems sein – mit Zusatzfunktionen, für die Unternehmen bereit sind zu zahlen.

Analysten uneins

Die widersprüchliche Gemengelage aus starkem operativem Geschäft und strategischer Unsicherheit spiegelt sich deutlich in den Einschätzungen der Analysten wider. Im englischen Ausgangsartikel wird ein breites Meinungsspektrum an der Wall Street beschrieben:

  • Goldman Sachs startete die Beobachtung mit einem „Sell“-Rating und Kursziel von 290 US-Dollar.
  • Die Royal Bank of Canada sieht die Aktie dagegen mit „Outperform“ und einem Ziel von 430 US-Dollar deutlich positiver.
  • BMO Capital Markets stufte auf „Market Perform“ ab, Kursziel 375 US-Dollar.
  • Oppenheimer senkte ebenfalls auf „Market Perform“.
  • Jefferies reduzierte die Einstufung von „Buy“ auf „Hold“ und kappte das Kursziel auf 400 US-Dollar.

Im Mittel ergibt sich daraus ein Konsenskursziel von 402,85 US-Dollar, was vom aktuellen Niveau aus rechnerisch einen Aufschlag von gut einem Drittel impliziert. Unter den 27 beobachtenden Analysten entfallen 12 Empfehlungen auf Kauf, 11 auf Halten und 4 auf Verkauf – ein ausgesprochen gemischtes Bild ohne klaren Favoritentrend.

Q1-Zahlen als nächster Prüfstein

Die nächste klare Wegmarke ist der 12. März, wenn Adobe die Zahlen für das erste Quartal 2026 vorlegt. Das Management hat für das Gesamtjahr 2026 folgende Ziele ausgegeben:

  • Umsatz: 25,9 bis 26,1 Milliarden US-Dollar
  • Gewinn je Aktie (EPS): 23,30 bis 23,50 US-Dollar
  • Wachstum der wiederkehrenden Umsätze (ARR): über 10 %

Für das laufende erste Quartal erwarten Analysten im Schnitt einen Gewinn je Aktie von 4,85 US-Dollar, was einem Plus von 13,3 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Adobe hat in den vergangenen vier Quartalen die Markterwartungen jeweils übertroffen – die Messlatte für März liegt also entsprechend hoch.

Charttechnisch bleibt das Bild trotz der letzten Erholung anfällig. Die Aktie notiert im Bereich ihrer mittelfristigen gleitenden Durchschnitte, aber der übergeordnete Abwärtstrend ist noch intakt. Ob aus der aktuellen Stabilisierung eine echte Trendwende wird, dürfte maßgeblich davon abhängen, ob das Unternehmen am 12. März sowohl bei den Zahlen als auch beim Thema KI‑Monetarisierung überzeugende Fortschritte präsentiert.

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