Bei Adobe kommt gerade viel zusammen: Analysten werden vorsichtiger, der Software-Sektor ist nervös – und eine umstrittene Produktentscheidung hat zusätzlich Unruhe gebracht. Gleichzeitig gibt es aber auch einen strategischen Lichtblick rund um eine wichtige Übernahme. Was wiegt für Anleger kurzfristig schwerer?

Viele Baustellen auf einmal

Am Markt treffen derzeit mehrere Belastungsfaktoren aufeinander. Zum einen sorgten in den letzten Tagen mehrere Analystenstimmen für Gegenwind: BMO Capital stufte die Aktie auf „Market Perform“ herab, UBS senkte das Kursziel auf 340 US-Dollar (Rating: „Neutral“), und Robert W. Baird nannte 350 US-Dollar als Zielmarke. Das ist kein einheitliches Urteil – aber es verschiebt den Fokus klar auf Risiken und Wettbewerb.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Adobe?

Dazu kommt die schwache Stimmung im breiteren Software-Sektor. Hintergrund sind Sorgen, dass neue KI-Tools etablierte Produkte unter Druck setzen könnten. Berichte über neue Kreativ-Tools von Apple verstärkten diese Diskussion, auch wenn Analysten laut Quelltext betonen, dass daraus bislang keine direkte, akute Bedrohung entsteht.

Ein zentraler Punkt für die Verunsicherung war außerdem Adobe Animate: Erst kündigte das Unternehmen an, die Software zum 1. März 2026 einzustellen – und kassierte das nach heftiger Kritik aus der Kreativszene schnell wieder ein. Laut aktualisierter FAQ (heute) soll Animate nun in einen „Maintenance Mode“ wechseln: Sicherheits- und Bugfixes ja, neue Funktionen nein.

Semrush-Deal: Strategischer Fortschritt

Trotz des Kursdrucks gab es diese Woche auch positive Nachrichten: Gestern haben die Aktionäre von Semrush Holdings der Fusionsvereinbarung mit Adobe deutlich zugestimmt, wie aus einer SEC-Meldung hervorgeht. Geplant ist eine 1,9-Milliarden-Dollar-Übernahme in bar zu 12 US-Dollar je Semrush-Aktie, angekündigt im November 2025.

Strategisch soll Semrush die „Experience Cloud“ stärken – konkret durch Funktionen wie Wettbewerbsanalyse und Tracking der Online-Sichtbarkeit. Der Abschluss hängt noch an regulatorischen Freigaben und wird für die erste Jahreshälfte 2026 erwartet.

Wichtige Punkte im Überblick:
- Analysten: mehrere Kurszielsenkungen/Herabstufungen (u.a. BMO, UBS, Baird)
- Produktpolitik: Animate bleibt, aber nur noch mit Wartung statt Weiterentwicklung
- M&A: Semrush-Aktionäre stimmen Deal zu, Closing voraussichtlich H1 2026 (vorbehaltlich Behörden)

Fundamentaldaten stabil – Aktie dennoch schwach

Operativ wirkt das Bild im Quelltext weniger problematisch als die Börsenstimmung: Adobe meldete für Q4 GJ 2025 einen Gewinn je Aktie von 5,50 US-Dollar bei 6,19 Mrd. US-Dollar Umsatz und lag damit über den Erwartungen. Zudem bestätigte das Unternehmen seine Prognosen: für Q1 GJ 2026 ein EPS von 5,85 bis 5,90 US-Dollar, für das Gesamtjahr 23,30 bis 23,50 US-Dollar.

Am Kurs hat das kurzfristig wenig geändert. Mit 271,75 US-Dollar liegt die Aktie heute nahe ihrem 52‑Wochentief – und in den letzten 30 Tagen steht ein Minus von rund 18% zu Buche. Der nächste harte Prüfstein ist der 12. März 2026: Dann legt Adobe die nächsten Zahlen vor und muss zeigen, ob Prognose und strategische Schritte die aktuellen Zweifel wieder einfangen können.

Adobe-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Adobe-Analyse vom 04. Februar liefert die Antwort:

Die neusten Adobe-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Adobe-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 04. Februar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Adobe: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...