Die lukrativen Abo-Modelle von Adobe geraten zunehmend ins Fadenkreuz der Wettbewerbshüter. Nach einem teuren Vergleich in den USA knöpft sich nun auch die britische Aufsichtsbehörde die Stornierungsbedingungen des Softwarekonzerns vor. Für Investoren kommt dieser juristische Gegenwind zur Unzeit, da ohnehin Sorgen um die zukünftige KI-Strategie und die ungelöste Nachfolge an der Unternehmensspitze belasten.

Teure Stornierungsbedingungen

Stein des Anstoßes sind die Gebühren bei vorzeitiger Vertragskündigung. Die britische Wettbewerbsbehörde CMA untersucht aktuell, ob Kunden beim Abschluss von Jahresabonnements mit monatlicher Zahlung ausreichend über die Kosten informiert werden. Wer hier nach 14 Tagen kündigt, muss die Hälfte der verbleibenden Jahresgebühr entrichten. Sollte die CMA einen Verstoß gegen Verbraucherschutzgesetze feststellen, drohen Strafen von bis zu zehn Prozent des weltweiten Umsatzes.

Diese Untersuchung folgt unmittelbar auf einen ähnlichen Fall in den USA. Dort legte Adobe erst kürzlich einen Rechtsstreit mit dem Justizministerium für 150 Millionen US-Dollar bei und muss zusätzlich kostenlose Dienstleistungen im Wert von 75 Millionen US-Dollar bereitstellen. Das Unternehmen bestritt zwar ein Fehlverhalten, betonte aber, die Kündigungsprozesse in den letzten Jahren transparenter gestaltet zu haben.

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Historisch günstige Bewertung

Die juristischen Auseinandersetzungen hinterlassen tiefe Spuren im Chart. Mit einem aktuellen Kurs von 205,50 Euro notiert das Papier nur hauchdünn über dem erst diese Woche markierten 52-Wochen-Tief. Seit Jahresbeginn summiert sich der Verlust damit auf fast 28 Prozent.

Fundamental betrachtet wird das Unternehmen durch den Kursrutsch mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 13,4 gehandelt – ein deutlicher Abschlag gegenüber dem Branchendurchschnitt von 27,8. Analysten reagieren dennoch zurückhaltend. Die US-Bank Citi beließ ihre Einstufung kürzlich auf "Neutral" und senkte das Kursziel auf 278 US-Dollar. Als Hauptgrund nannten die Experten die Unsicherheiten rund um die CEO-Nachfolge in einer für die KI-Strategie kritischen Phase.

Blick auf den April

Operativ gibt es abseits der Regulierungsthemen durchaus Lichtblicke. Die Neukundengewinnung für das KI-Tool "Firefly for Enterprise" wuchs im ersten Quartal im Jahresvergleich um 50 Prozent. Zudem steht in der ersten Jahreshälfte 2026 der Abschluss der 1,9 Milliarden US-Dollar schweren Übernahme des Softwareanbieters Semrush an.

Neue Impulse liefert voraussichtlich der anstehende "Adobe Summit" vom 20. bis 22. April in Las Vegas. Dort wird das Management seine neuesten KI-Innovationen präsentieren und muss die Investoren davon überzeugen, dass das Kerngeschäft trotz des regulatorischen Drucks auf beiden Seiten des Atlantiks robust wächst.

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