Adidas Aktie: RBC bremst
Eine deutliche Abstufung durch die Royal Bank of Canada hat die Adidas-Aktie zum Wochenschluss spürbar belastet. Die skeptischere Sicht der Kanadier trifft auf bislang überwiegend optimistische Analystenstimmen – und verschärft einen bereits laufenden Abwärtstrend. Wie stark wiegt dieser Gegenwind kurz vor wichtigen Zahlen?
Die Fakten im Überblick
- RBC senkt Einstufung von „Outperform“ auf „Sector Perform“
- Begründung: schwieriges Marktumfeld, zu hohe Gewinnerwartungen für 2026
- Kurs am Freitag: 143,75 Euro, ein Minus von 5,71 %
- Auf Wochensicht rund 10 % Verlust, 52-Wochen-Tief markiert
- Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 261 Euro: knapp 45 %
RBC-Abstufung als Trendbeschleuniger
Am Freitagvormittag kassierte die Royal Bank of Canada ihre zuvor positive Einschätzung für Adidas. Analyst Piral Dadhania stufte die Aktie von „Outperform“ auf „Sector Perform“ ab. Inhaltlich ist das keine Fundamentalkritik am Unternehmen, im Gegenteil: Operativ sehen die Kanadier Adidas weiterhin besser aufgestellt als viele Wettbewerber.
Der Knackpunkt liegt an anderer Stelle. Aus Sicht von RBC sind die Konsensschätzungen für das Jahr 2026 zu optimistisch. Gleichzeitig wird das globale Marktumfeld als herausfordernd eingeschätzt, was aus Analystensicht die Chancen auf positive Überraschungen begrenzt. Zudem verweist RBC auf attraktivere Alternativen im Sektor und favorisiert derzeit vor allem US-Rivale Nike.
Die Reaktion an der Börse fiel prompt aus. Die Aktie setzte ihre bereits laufende Talfahrt fort und rutschte bis Handelsschluss auf 143,75 Euro ab. Damit wurde zugleich das 52-Wochen-Tief erreicht. Mit einem Rückgang von rund 25 % auf 30-Tage-Sicht und einem Abstand von gut 21 % zum 200-Tage-Durchschnitt ist der Titel charttechnisch klar in einer Korrekturphase.
Geteiltes Analystenbild
Die RBC-Einschätzung steht nicht isoliert, aber sie bricht mit dem bisher eher freundlichen Ton vieler Research-Häuser. Am selben Tag bestätigte etwa Bernstein Research sein „Outperform“-Rating inklusive eines hohen Kursziels. Die Analysten argumentieren, dass Sportartikelhersteller wie Adidas von demografischen Trends weniger negativ betroffen sein sollten als klassische Textilkonzerne.
Damit prallen zwei Perspektiven aufeinander: Auf der einen Seite die Sorge vor zu hohen Erwartungen und einem raueren Umfeld, auf der anderen Seite strukturelle Argumente zugunsten des Segments. Die Folge ist ein gemischtes Bild, das sich nun zunehmend auch im Kurs widerspiegelt. Der relative Abstieg unter wichtige gleitende Durchschnitte (50, 100 und 200 Tage) signalisiert, dass der Markt kurzfristig eher die Risiken gewichtet.
Blick nach vorn: Zahlen als nächster Prüfstein
Die nächste größere Bewährungsprobe steht bereits fest im Kalender. Am 11. März 2026 will Adidas die finalen Geschäftszahlen für 2025 vorlegen. Im Fokus dürfte dabei vor allem der Ausblick des Managements für 2026 stehen – genau jenes Jahr, für das RBC die Markterwartungen als zu hoch einstuft.
RBC rechnet mit einer eher vorsichtigen Prognose, die unter den aktuellen Konsensschätzungen liegen könnte. Kommt es tatsächlich dazu, würde dies die skeptische Einstufung der Kanadier untermauern und könnte den Druck auf die Aktie verlängern. Fällt der Ausblick dagegen robuster aus als befürchtet, hätte der Markt Ansatzpunkte für eine Gegenbewegung.
Zusätzlich folgt am 1. Mai 2026 die nächste planmäßige Quartalsveröffentlichung. Spätestens dann sollte klarer werden, ob die aktuelle Schwächephase vor allem ein Bewertungs- und Erwartungsthema ist – oder ob sich auch operativ eine Abkühlung abzeichnet.
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