Bank of America setzt zum Jahresstart 2026 ein deutliches Signal: Die Adidas Aktie bekommt ein seltenes Doppel-Downgrade, das Kursziel wird spürbar gekappt. Nach einem schwachen Börsenjahr 2025 trifft diese Einstufung einen bereits angeschlagenen Titel. Wie begründen die Analysten den Schritt – und was bedeutet das für die Perspektiven des Sportartikelkonzerns?

Bank of America dreht den Daumen

Analyst Thierry Cota stuft die Aktie gleich um zwei Stufen herab – von „Buy“ auf „Underperform“. Das neue Kursziel liegt nun bei 160 Euro und markiert laut Bloomberg das unterste Ende der aktuellen Analystenspanne. Zuvor hatte Bank of America Adidas noch mit 213 Euro bewertet, die Reduktion entspricht rund 25 Prozent.

Die Adidas Aktie bewegt sich mit rund 161 Euro heute nur knapp über diesem neuen Kursziel. Im Vergleich zum 52‑Wochen-Hoch bei 261 Euro ergibt sich damit ein Abstand von gut 38 Prozent. Gleichzeitig liegt der Kurs nur rund 7,5 Prozent über dem Jahrestief bei knapp 150 Euro – der Abstand nach unten ist also nicht groß.

Die wichtigsten Punkte der neuen BofA-These:

  • Wachstum soll 2026 auf einstellige Raten zurückfallen
  • Der langjährige „Casualization“-Trend flacht ab
  • Der Wettbewerbsdruck durch Nike sowie Marken wie On, Asics und Puma nimmt zu
  • Die Branchendynamik gilt insgesamt als nachlassend

Damit rückt Bank of America nicht nur Adidas, sondern die gesamte Sportartikelbranche kritischer in den Blick.

Auslaufender Trend als Kernproblem

Besonders ins Gewicht fällt aus Sicht der Analysten das Ende eines zentralen Wachstumstreibers. Die starke Hinwendung zu lässiger Freizeitkleidung – vor allem während und nach der Pandemie – hatte Adidas mit Retro-Modellen wie Samba und Gazelle Rückenwind verschafft. Nun sieht BofA diesen „Casualization“-Boom weitgehend ausgereizt.

Die Einschätzung ist klar: Wenn ein struktureller Trend ausläuft, wird es schwieriger, Umsatz und Margen gleichzeitig zu steigern. Bank of America warnt vor einem „verlängerten Branchenabschwung“, der sowohl das Wachstum als auch die Profitabilität der großen Anbieter dämpfen könnte.

WM 2026: Impuls mit Verfallsdatum

Ganz ohne positive Aspekte bleibt der Ausblick nicht. Die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in Nordamerika dürfte Adidas kurzfristig stützen – etwa über Trikots, Fanartikel und speziell beworbene Kollektionen. Bank of America erwartet hier durchaus einen temporären Schub.

Langfristig halten die Analysten diesen Effekt jedoch für begrenzt. Nach dem Turnier sehen sie vor allem Marken mit strukturell höherem Wachstumspotenzial im Vorteil. Genannt werden insbesondere On und Asics, die aus Investorensicht zunehmend in den Vordergrund rücken könnten.

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Schwaches Vorjahr, angespanntes Umfeld

Der Downgrade trifft Adidas in einer Phase, in der die Aktie bereits ein schwieriges Jahr hinter sich hat. 2025 verlor der Titel rund 30 Prozent, vor allem durch negative Währungseffekte auf die Erträge. Auch 2026 startet der Wert holprig: Auf Sicht von zwölf Monaten steht ein Rückgang von gut 34 Prozent, seit Jahresbeginn ein Minus von knapp 4 Prozent.

Einige Kennzahlen unterstreichen das gemischte Bild:

  • Marktkapitalisierung: rund 29 Milliarden Euro
  • Umsatz: 24,7 Milliarden Euro
  • Kurs-Gewinn-Verhältnis: etwa 24–25
  • Nächster Quartalsbericht: 11. März 2026

Trotz der jüngsten Schwäche bleibt ein Großteil der Analysten bisher optimistisch: Rund 84 Prozent der von Bloomberg erfassten Experten empfehlen die Aktie weiterhin mit „Buy“ oder ähnlichen Ratings. Bank of America positioniert sich damit deutlich am unteren Ende der Meinungsspanne.

Nordamerika als Problemzone

Zusätzlichen Druck sieht die Bank im wichtigen US-Geschäft. Bereits im Oktober 2025 hatte CEO Bjørn Gulden auf „nervöse“ amerikanische Einzelhändler hingewiesen. Hintergrund sind Zollunsicherheiten unter der Trump-Regierung, die dazu führen, dass Händler vorsichtiger ordern.

Die Folgen:

  • Geringere Bestellungen im Handel
  • Zunehmende Rabattaktionen, um Ware abzubauen
  • Spürbare Belastung des operativen Ergebnisses

Allein die US-Zölle schlagen 2025 mit rund 120 Millionen Euro auf den operativen Gewinn durch. Das erschwert es, trotz eines insgesamt angespannten Marktumfelds stabile Margen zu halten.

Chartbild und technische Lage

Auch technisch wirkt der Titel angeschlagen. Mit 161,05 Euro notiert die Aktie knapp 1,5 Prozent unter dem 50‑Tage-Durchschnitt und deutlich unter den längerfristigen Linien: Der Abstand zur 200‑Tage-Linie bei 185,33 Euro liegt bei über 13 Prozent. Auf 30‑Tage-Sicht hat sich der Kurs zwar leicht erholt, bleibt aber hoch volatil – die annualisierte 30‑Tage-Volatilität liegt bei gut 71 Prozent.

Der RSI (14 Tage) von 41 signalisiert dabei weder klare Überkauft- noch Überverkauft-Situationen. Das Bild passt zu einem Wert, der nach einem starken Rückgang nach Orientierung sucht, ohne bislang eine neue Trendrichtung auszubilden.

Fazit: Kritischer Start in ein Schlüsseljahr

Die Adidas Aktie startet mit Gegenwind ins Jahr 2026. Das Doppel-Downgrade der Bank of America kombiniert einen klar reduzierten Wachstumsausblick mit strukturellen Sorgen um die Branche und zusätzlichen Belastungen im Nordamerika-Geschäft. Nach dem deutlichen Kursrückgang 2025 und dem großen Abstand zum 52‑Wochen-Hoch bleibt der Titel angeschlagen.

Kurzfristig könnte die Fußball-WM 2026 zwar für Entlastung sorgen, doch Bank of America sieht diesen Effekt klar begrenzt und verweist auf wachstumsstärkere Wettbewerber. Entscheidend wird nun, welche Signale Adidas im nächsten Quartalsbericht am 11. März 2026 zu Nachfrage, Margen und insbesondere zum US-Geschäft senden kann.

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