Ein seltenes Doppel-Downgrade erschüttert die Adidas-Aktie: Bank of America stuft von "Buy" direkt auf "Underperform" ab und senkt das Kursziel drastisch von 213 auf 160 Euro – das niedrigste aller von Bloomberg erfassten Analysten. Die Begründung sitzt: Die erfolgreiche Comeback-Story sei vorbei, nun beginne die Phase des Stillstands.

Die wichtigsten Fakten:
- Bank of America überspringt "Neutral" und geht direkt auf "Underperform"
- Kursziel von 213 auf 160 Euro gekappt – niedrigstes am Markt
- Aktie verlor zwischenzeitlich 7,6%, handelt aktuell bei rund 160 Euro
- 84% der Analysten bleiben trotzdem optimistisch mit "Buy"-Rating
- Konsens-Kursziel liegt bei 227 Euro

Das Ende der Wachstumsphase

"Die Equity-Story des Aufschwungs ist bekannt und führt seit mehreren Quartalen nicht mehr zu EPS-Upgrades", schreiben die Analysten um Thierry Cota. Die Bank erwartet künftig nur noch einstelliges organisches Umsatzwachstum. Für 2027 rechnet BofA mit rund 5% – zuvor waren es 7-8%. Die Gewinnprognose für 2027 wurde um 7% gesenkt, für die Folgejahre noch deutlicher.

Der Druck kommt von mehreren Seiten: Ein mögliches Nike-Comeback stelle eine wachsende Bedrohung dar. Zudem rücken Marken wie On, Asics und Puma verstärkt in den Fokus der Investoren. Der jahrzehntelange "Casualization"-Trend in der Bekleidungsbranche, der den Sektor lange gestützt hat, sei weitgehend ausgelaufen.

WM 2026 nur ein Strohfeuer?

Die FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2026 wird Adidas zwar kurzfristig Rückenwind verleihen. Doch BofA stellt die entscheidende Frage: Was kommt danach? Das Wachstum im vierten Quartal 2025 liege zwar noch über dem Sektordurchschnitt, sei aber teilweise dem temporären WM-Effekt geschuldet.

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Die Bank prognostiziert zudem Marginendruck: Sobald positive Effekte wie der schwache Dollar, niedrige Frachtkosten und begrenzte Rabattaktionen nachlassen, normalisieren sich die Bruttomargen. BofA führt einen 10%-Bewertungsabschlag gegenüber Wettbewerbern wieder ein – konsistent mit der langfristigen Handelshistorie der Aktie.

Gegenstimmen aus der Branche

Das Downgrade steht im klaren Kontrast zur breiten Analystenmeinung. Trotz eines Kursverlusts von fast 30% im Jahr 2025 bewerten 84% der Analysten die Aktie weiterhin mit "Buy" oder gleichwertig. Der durchschnittliche Konsens liegt bei 227 Euro.

Branchenexperte Matt Powell von BCE Consulting widerspricht der BofA-These deutlich: "Es gibt null Anzeichen, dass Casual Footwear nachlässt. Sport Lifestyle macht die Hälfte des Sneaker-Geschäfts in den USA aus." Er räumt zwar ein, dass der Samba-Trend ausgelaufen sei und kein Nachfolgemodell bereitstehe, betont aber: "Während das Adidas-Geschäft nicht mehr so gut läuft wie zuvor, ist es nicht vorbei."

Die Aktie bewegt sich aktuell nahe ihrem 52-Wochen-Tief von 150 Euro. Am 4. März 2026 folgen die Quartalszahlen – sie dürften zeigen, ob BofAs düstere Prognose oder die optimistische Mehrheitsmeinung recht behält. Für 2026 rechnet der Konsens mit einem Gewinn je Aktie von 10,78 Euro – ein Plus von 43% gegenüber dem Vorjahr.

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