Morgen steht für ABO Energy ein Termin an, der den finanziellen Spielraum der nächsten Monate prägen dürfte. Die Anleihegläubiger stimmen in Wiesbaden erneut über eine Anpassung zentraler Anleihebedingungen ab – nachdem ein erster Anlauf trotz Mehrheit am Quorum scheiterte. Entscheidend wird diesmal vor allem die Beteiligung. Kann die Restrukturierung mit der gesenkten Hürde jetzt durchgehen?

Zweite Abstimmung mit niedrigerem Quorum

Bei der ersten Abstimmung unterstützte zwar die Mehrheit der teilnehmenden Gläubiger die Vorschläge. Dennoch platzte der Beschluss, weil mit rund 38% Teilnahme die notwendige Schwelle von 50% verfehlt wurde.

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Morgen findet deshalb eine physische Gläubigerversammlung in der IHK Wiesbaden statt (ab 14:00 Uhr). Für diesen zweiten Durchgang gilt ein reduziertes Beschlussquorum von 25%. Damit sinkt die formale Hürde deutlich – die Abstimmung wird dadurch aber nicht weniger richtungsweisend.

Diese Punkte sollen die Bedingungen ändern

Im Kern sollen mehrere Anleihebedingungen so angepasst werden, dass die Finanzierung wieder beweglicher wird:

  • Aufhebung der Negativverpflichtung: Sie erschwert laut Unternehmen derzeit neue Kredite und Bürgschaften.
  • Streichung eines Kündigungsrechts: Dieses greift bei der Aufnahme von Umschuldungsverhandlungen und steht damit einer Restrukturierung im Weg.
  • Befristete Aussetzung weiterer Kündigungsrechte bis Ende Mai: Das soll Zeit schaffen, um ein Sanierungskonzept umzusetzen.
  • Bestellung eines gemeinsamen Vertreters: Er soll die Interessen der Anleihegläubiger bündeln und sie im Prozess handlungsfähig vertreten.

Krise als Hintergrund – und erste operative Signale

Auslöser der Restrukturierung ist die Geschäftskrise: Für 2025 erwartet die Geschäftsführung einen Jahresfehlbetrag von rund 170 Mio. Euro – der erste Verlust in der fast 30-jährigen Firmengeschichte. Als Hauptgrund nennt das Unternehmen überzeichnete Wind-an-Land-Auktionen in Deutschland mit deutlich niedrigeren Einspeisevergütungen. Die Verlustprognose wurde zudem im Januar auf 170 Mio. Euro nach unten korrigiert, nachdem im November noch 95 Mio. Euro im Raum standen. Dazu kommen negative Entwicklungen in mehreren Auslandsmärkten sowie Projektverschiebungen nach 2026.

Am Kapitalmarkt spiegelte sich das in starkem Misstrauen: Die Anleihe 2024 notiert bei etwa 16% des Nennwerts, die Aktie verlor innerhalb von drei Monaten mehr als 80%.

Operativ meldete ABO Energy zugleich Fortschritte im Solargeschäft: In einer Ausschreibung der Bundesnetzagentur gab es Zuschläge für drei Solarparks mit zusammen 50 MW, Baubeginn ab Herbst 2026, später ergänzt um Batteriespeicher. Der durchschnittliche Zuschlagswert lag bei 5,00 Cent/kWh. Insgesamt summierten sich die Solar-Zuschläge 2025 auf rund 107 MW. Ende Januar wurden zudem drei Solarprojekte in Frankreich veräußert, was bei Projektentwicklern typischerweise der Liquiditätsgenerierung dient.

Zum Rahmen des Sanierungswegs gehört außerdem: Finanzpartner stimmten bereits einer Stillhaltevereinbarung zu und verzichten vorerst darauf, mögliche Kündigungsgründe geltend zu machen. Für die operative Umsetzung wurde Hübner Management als CRO-Team eingebunden.

Im Terminkalender stehen danach zwei feste Daten: Der Jahresabschluss 2025 ist für den 22. Juni geplant, die Hauptversammlung für den 13. August.

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