ABO WIND AG Aktie: Planlose Gezeiten?
Heute müssen die Anleihegläubiger von ABO Energy (ehemals ABO Wind) über zentrale Änderungen der Anleihebedingungen abstimmen. Es ist der zweite Anlauf – und diesmal sind die formalen Hürden deutlich niedriger. Kann sich das Unternehmen damit den nötigen finanziellen Spielraum für die laufende Restrukturierung sichern?
Zweiter Anlauf mit niedrigerem Quorum
Die Gläubigerversammlung startet heute um 14:00 Uhr in der Wiesbadener Industrie- und Handelskammer. Entscheidend: Im zweiten Durchgang gilt ein reduziertes Beschlussquorum von 25%.
Der erste Versuch – eine „Abstimmung ohne Versammlung“ zur Anleihe 2024/2029 – erreichte zwar die nötige Stimmenmehrheit, scheiterte aber an der Beschlussfähigkeit. Statt der erforderlichen 50% beteiligten sich nur rund 38% des ausstehenden Kapitals.
Das soll an den Anleihebedingungen geändert werden
Zur Abstimmung stehen mehrere, teils weitreichende Anpassungen. Kernpunkt ist, die Restrukturierung nicht durch Anleiheklauseln zu blockieren:
- Die Negativverpflichtung soll aufgehoben werden. Sie erschwert laut Unternehmen derzeit neue Kredite und Bürgschaften, die für das operative Geschäft wichtig sind.
- Das Kündigungsrecht der Gläubiger bei Aufnahme von Umschuldungsverhandlungen soll entfallen, um laufende Gespräche nicht zu gefährden.
- Weitere Kündigungsrechte sollen befristet bis Ende Mai 2026 ausgesetzt werden, damit Zeit für die Umsetzung eines Sanierungskonzepts entsteht.
- Zudem ist die Bestellung eines gemeinsamen Vertreters vorgesehen, der die Interessen der Anleihegläubiger bündelt und in der Restrukturierung handlungsfähig vertritt.
Krise mit klaren Zahlen – und erste operative Lichtblicke
Auslöser der aktuellen Lage sind die erwarteten roten Zahlen: Für 2025 rechnet die Geschäftsführung mit einem Jahresfehlbetrag von rund 170 Mio. Euro bei einer erwarteten Konzerngesamtleistung von etwa 230 Mio. Euro. Noch im November 2025 hatte das Unternehmen 95 Mio. Euro Verlust prognostiziert, am 15. Januar wurde die Erwartung auf 170 Mio. Euro nach unten korrigiert.
Als Belastungsfaktoren nennt das Unternehmen unter anderem überzeichnete Wind-an-Land-Auktionen in Deutschland mit sinkenden Vergütungen, Projektverschiebungen sowie Sonderabschreibungen. Zusätzlich wirkten negative Entwicklungen in Spanien, Finnland, Griechenland und Ungarn.
Am Kapitalmarkt spiegelt sich das in der Bewertung wider: Die Anleihe 2024 notiert laut Text bei rund 16% des Nennwerts, die Aktie verlor in drei Monaten mehr als 80%.
Gleichzeitig meldet ABO Energy Fortschritte im Solargeschäft. In einer Ausschreibung der Bundesnetzagentur gab es Zuschläge für drei Solarparks mit zusammen 50 MW (Schlangenbad, Ober-Olm, Schieder-Schwalenberg) zu einem durchschnittlichen Zuschlagswert von 5,00 Cent/kWh. Insgesamt kamen 2025 Zuschläge von rund 107 MW über drei Solar-Ausschreibungen zusammen. Ende Januar wurden zudem drei Solarprojekte in Frankreich veräußert, was bei Projektentwicklern ein wichtiger Hebel für Liquidität ist.
Der Jahresabschluss 2025 ist für den 22. Juni geplant, die Hauptversammlung für den 13. August.
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